Live dabei – Zukunftsvisionen, Kindheitsträume  und ein kleiner Blick hinter die Kulissen

Live dabei – Zukunftsvisionen, Kindheitsträume und ein kleiner Blick hinter die Kulissen

Back to Future: Live dabei.
Seit Anfang November ist unser Museum für Besucher*innen geschlossen, doch intern passiert viel: unsere neue spannende Ausstellung steht in den Startlöchern. „Back to Future – Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität“  heißt sie und erzählt davon, was sich Generationen vor uns für unsere Zukunft ausgemalt haben… und was daraus geworden ist. Wir im Museum, wir freuen uns schon alle darauf. Wir haben sie nämlich schon gesehen, also im Aufbau, in der Planung, in Listen und Konzepten. Wer wir sind? Wir sind sowas wie die Museumsfamilie – wir wohnen hier, also manchmal. Was wir alle hier im Museum so machen, was unsere Lieblingsobjekte sind und was wir selbst mit Zukunftsvisionen verbinden, davon erzählen wir hier im Blog in der Serie „Live dabei“, die heute mit diesem Beitrag startet. Und ihr seid dabei, fast live, aber auf jeden Fall in Farbe.
Besucherservice in der Museums-Pause
„Wie geht´s dir, bist du gut im Lockdown angekommen? Hast du noch im Museum zu tun oder ist das komplett zu?“ Ich muss grinsen, als ich diese Nachricht lese, denn so wirklich systemrelevant scheint unsere Aufgabe im Besucherservice ja nicht zu sein… so ganz ohne Besucher*innen. Aber wir sind noch für andere da, die auch jetzt im Lockdown bei uns vorbeikommen, weil sie alle höchst systemrelevant dafür sorgen, dass wir demnächst eine neue wunderbare, Ausstellung eröffnen dürfen.  Mit Abstand versteht sich virtuell, digital, live, aber dazu später mehr.
Museum für Kommunikation Frankfurt: Postkutsche. Foto: Wietschorke/ MSPT
Denn jetzt ist ja noch alles im Aufbau, eine mittlere Großbaustelle würde ich sagen, denke an unseren letzten privaten Umzug und bewundere das Aufbau-Team inklusive Architektin, Mediengestaltern, Technikern, Schreiner*innen und vielen anderen mehr für ihre Arbeit und die gute Laune, die sie dabei auch noch verströmen.

Letzteres wiederum ist mir auch ohne Aufbau hier im Haus mehr als vertraut, denn an meinem persönlichen Lieblingsplatz mitten im Foyer bin ich umgeben von gut gelaunten Kolleg*innen, die nur darauf warten, mir für diese Blogreihe die eine oder andere persönliche Frage zu beantworten. Ich betrachte das Blogschreiben derzeit als Besucherservice im weitesten Sinne.

Raumschiff Orion, Raumschiff Wohnzimmer und der Wilde Westen
Für den heutigen Beitrag habe ich mich mit zwei meiner Kollegen unterhalten, auf die einfach immer Verlass ist. Der eine ist mein direkter Kollege Konny am Empfang und der andere unser Hausmeister Niko. Was sie machen, bringt Niko auf den Punkt: „Ich muss das hier am Laufen halten und wir sind hier alle ein Team“ und genau das ist auch der Grund, warum ich diese vielen Mitwirkenden hinter den Kulissen anspreche. Ich kann das nämlich nur bestätigen. Niko sorgt für den reibungslosen Ablauf vor Ort, dafür, dass die Objekte an Ort und Stelle kommen, dass überhaupt morgens schon sehr früh geöffnet werden kann und er hat sicherlich hundert kleine Aufgaben vergessen, die er noch so nebenbei miterledigt.
Museum für Kommunikation Frankfurt: Postkutsche

Dafür erzählt er mir von seinem Lieblingsobjekt in unserer Dauerausstellung, der Kutsche und seinen Kindheitsträumen von Texas, Cowboys und Pferden, die er damit verbindet. Auf den Zusammenhang wäre ich ja im Traum nicht gekommen, handelt es sich doch bei unserer um eine quietschgelbe Postkutsche aus dem Europa des 19. Jahrhunderts. Dafür liegen die Zukunftsvisionen aus seiner Kindheit doch quasi auf der Hand: Raumschiffe, Planeten und Himmelskörper, vor allem der Pluto hat es ihm angetan, denn da gab es mal einen Zeichentrick-Hund namens Pluto. Ich erinnere mich dunkel…

Auch Konnys Zukunftsvisionen von früher sind medien-geprägt. Jules Verne hat er gelesen, Weltraumreisen fallen ihm ein und natürlich das schöne alte „Raumschiff Orion“ hat ihn begeistert. Immer wieder sind es Reisen, neue Verkehrsmittel und neue ferne Welten, wie die alte Postkutsche aus der Dauerausstellung, das E-Mobil-Fahrzeug aus einer der letzten Sonderausstellungen und natürlich der „große Schritt für die Menschheit“, der aktuell in unserem „Raumschiff Wohnzimmer“ zur Mondlandung dargestellt wird. Und dann steht man mitten im Aufbau-Wunder von „Back to Future“ und kann lesen, dass solche Reisen auf größere Distanz niemals möglich sein werden.

Back to Future: Zitat von Wilbur Wright.
Schnittstelle im Museum
Das sind alles Zusammenhänge, über die auch Konny am Empfang gerne plaudert. Denn er sieht es als seine Aufgabe, unsere Museumsgäste nett aufzunehmen, kleine Einleitungen zu geben, hilfreich zur Seite zu stehen, sich aber auch im persönlichen Dialog über die kleinen und großen Ausstellungsthemen auszutauschen. Übrigens: das Lieblingsobjekt von Konny ist ein Geheimtipp, so versteckt ist es hier im Haus. Von da aus ist es nur noch ein Katzensprung zu „Back to Future“. Wer sich im Haus auskennt, kann ja gerne schon mal raten. Und für alle anderen: Am besten, ihr kommt vorbei und lasst es euch zeigen – nach der Museumspause, mit Maske und Abstand, versteht sich.

Jetzt allerdings sind ja eben keine Gäste da. Und so haben wir die ehrenvolle Aufgabe, den vielen wichtigen Menschen und Objekten hier Tür und Tor zu öffnen, für den richtigen Strom im richtigen Stockwerk zu sorgen und was eben sonst noch so gebraucht wird und womit vorher niemand gerechnet hatte. Und als hätten sich meine beiden Kollegen auch in diesem Punkt abgesprochen, sagt Konny: „Das ist ein Riesen-Topf mit beteiligten Leuten und da ist man Schnittstelle.“

Back to Future: Grenzenlose Kommunikation
Das kann ich genau so unterschreiben. Übrigens: meine Lieblingsobjekte und Zukunftsvisionen aus der Kindheit sind doch ganz andere. Aber dazu dann doch mehr anderer Stelle. Dafür antworte ich noch kurz auf meine Sprachnachricht am Abend nach meinem Museumstag im Lockdown: „Danke, mir geht`s prima. Und ja, es ist beides: das Museum ist komplett zu und wir haben gut zu tun.“
Anne Wietschorke, 14. November 2020
Die Idee einer aufblasbaren Raumstation

Die Idee einer aufblasbaren Raumstation

Im Jahr 2000 glaubten Weltraumvisionar*innen an rotierende Raumstationen. Foto: NASA

Am 26. Juni hat die Ausstellung „Raumschiff Wohnzimmer. Die Mondlandung als Medienereignis“ erfolgreich eröffnet und die ersten Besucher*innen blickten auf die Exponate der Sammlung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation sowie des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums in Feucht. Das Historische Archiv des WDR zeigt in Bewegbildern und Tönen Ausschnitte, die das größte Medienereignis der Geschichte dokumentieren und die zulassen, sich in dieses zurückzuerinnern. Mit der “Sendung mit der Maus” im Raumanzug oder dem Sandmännchen beschreibt die Ausstellung einen bedeutenden Meilenstein, der den intrinsischen menschlichen Einfallsreichtum beweist.

Leben im Weltraum – eine Vision?

Die Menschen hegten in ihrer Geschichte aber nicht nur den Traum, auf den Mond zu reisen. Visionäre Erfinder*innen gab es schon im 17. Jahrhundert: Gilt der französische Schriftsteller Savinien Cyrano de Bergerac mit seinen fantastischen Romanen zu Reisen zu Mond- und Sonnenbewohnern als Vorläufer der Aufklärung und seine Romane zum Genre des Science-Fiction, ist die Erkundung des Planeten Mars eine Vision, die im Juni 2002 zur Gründung des privaten US-amerikanischen Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmen SpaceX führte. Dieses soll es der Menschheit eines Tages ermöglichen, den Mars zu kolonisieren. Der mit großer Fantasie besetze Traum der Marskolonisation ist nur eine von zahlreichen Ideen, die die Ausstellung „Back to Future – Technikvisionen zwischen Science-Fiction und Realität“ ab November 2020 in einem der vier Themenräume im Frankfurter Museum für Kommunikation zeigen wird.

 

Aufblasbare Raumstation entsteht aus der Not heraus

Um Transportkosten zu sparen aber ein größeres Volumen als Wohnfläche im All zur Verfügung stellen zu können, entwickelte die NASA in den 1990er Jahren die Idee einer aufblasbaren Raumstation. Erste Ideen dazu gab es schon in den 1960er Jahren. Ihr Name TransHab ist eine Abkürzung für „Transit Habitat“, welcher die von den Entwickler*innen erhoffte Nutzung beschreibt: Ein Wohnmodul eines Raumschiffes für einen Flug zum Mars! Jedoch wurde das Projekt wegen zu hoher Kosten von der NASA nicht weiter verfolgt und zu einer Nutzung für die Internationale Raumstation ISS kam es dadurch vorerst nicht.

 

Erstes Modell der aufblasbaren Raumstation noch in Torusform von 1961. Foto: NASA

Später nahm sich der amerikanische Milliardär Robert Bigelow dieser Idee an und gründete 1999 mithilfe seines Vermögens das Unternehmen Bigelow Aerospace, das seither an der Umsetzung dieser aufblasbaren Raumstationen weiterarbeitet.

Modell der aufblasbaren Raumstation als Wohnmodul. Foto: NASA/Wikimedia

Mit Erfolg: am 12. Juli 2006 startete der Experimentalsatellit Genesis 1, der die Entfaltungstechnik in nur zehn Minuten demonstriert. Von 1,6 Metern auf 2,54 Metern im Durchmesser bläst sich das Volumen auf 11,5 Kubikmeter. Den Schutz vor einem Beschuss mit kleinsten Meteoriten im All, der bei der ersten maßstabsgerechten Darstellung als Modell noch befürchtet worden war, scheint die 15,24 Zentimeter dicke Außenhaut aus mehreren Schichten zu bieten. Auch die Weltraummüll-Verträglichkeit wurde mittels der Missionsdaten durch das Mission Control Center in Las Vegas überprüft. Knapp ein Jahr später am 28. Juni 2007 gelingt der Start samt Entfaltung im All des Nachfolgers Genesis 2 ebenfalls vom russischen Raketenstartplatz in der Nähe der Stadt Jasny. Zu einer Umsetzung der Idee als Wohnmodul ist es bisher nicht gekommen, auch wenn der Hotelkettenbesitzer Bigelow vielversprechende Visionen zu haben scheint.

Dem SpaceX-Gründer Elon Musk zufolge soll es schon in den nächsten 20 Jahren bemannte Flüge zum Mars geben. Ferner sollen in 100 Jahren Menschen dauerhaft auf dem Mars leben können. Das Konzept der aufblasbaren Raumstation könnte das Leben auf dem Mars für Menschen möglich machen.

Autorin: Hanna Gottschalk, 13. Juli 2020.

Lasst uns (noch einmal) über faire Smartphones sprechen

Lasst uns (noch einmal) über faire Smartphones sprechen

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen dem Neuen und dem Alten Lernen? Oder: Welche Rohstoffe werden eigentlich für ein Smartphone benötigt und wo kommen sie her? Und daran schließt sich dann gleich eine weitere Frage an: Gibt es eine Alternative dazu? Doch, die gibt es, und wir müssen uns dafür noch nicht einmal weit von Frankfurt entfernen. Um diese und andere Themen ging es in den letzten Abendveranstaltungen, die im Museum für Kommunikation Frankfurt stattgefunden haben, bevor das Museum vorübergehend seine Türen schließen musste. 

Wir erinnern uns: Das Museum war noch bis vor Kurzem ein überaus beliebter Treffpunkt und Veranstaltungsort. Wenn um 18 Uhr die letzten Ausstellungsbesucher*innen verschwunden waren, stand schon die nächste Gruppe von Gästen vor der Tür. Die Zauberformel für einen großen Zuspruch – aktuelle und heikle Themen mit guten Redner*innen – hat bei diesen externen Events mehr als gut funktioniert.

 

Das neue Lernen heißt Verstehen

Was man sich genau unter dem Begriff „das Neue Lernen“ vorstellen soll? Darüber und über sein neues Buch mit dem Titel „Das neue Lernen heißt Verstehen“ hat der Neurowissenschaftler Dr. Henning Beck mit 3sat-Moderator Gert Scobel im Kommunikationsmuseum diskutiert. Beck erklärte, warum es fundamental ist, Zusammenhänge herzustellen und welche Rolle der sogenannte „Klick“ dabei spielt.

Bei der von der Redneragentur PODIUM organisierten Veranstaltung gab es für Langeweile keinen Platz, stattdessen wurde hier überzeugend und lehrreich für das „alte Lernen“ (das Büffeln) wie auch für das „neue Lernen“ plädiert.

Den Videorückblick zum Event im
Museum für Kommunikation Frankfurt
findet Ihr hier auf Facebook.

Smartphones ohne Schattenseite?

Sofortiges Verstehen und genügend „Klicks“ gab es eine Woche später auch bei der anregenden Debatte zum Thema „Smartphones ohne Schattenseite?“. In dieser Folge der Debattenreihe Forum Entwicklung, die von der GIZ, der Frankfurter Rundschau und hr-Info organisiert wurde, stand die Herstellung unseres Lieblingsspielzeugs im Fokus. Wer sich bis dahin nur Sorgen über die negativen Auswirkungen von Smartphones auf die eigene Gesundheit gemacht hatte, bei dem wurden gleich noch Zweifel anderer Art gesät.

Die Fakten über die Herstellung unserer Smartphones sind bitter: Für ein 80 Gramm leichtes Handy sind rund 60 Rohstoffe nötig, unter anderen Kobalt, Kupfer und Gold, die zumeist in Konfliktregionen unter (Überraschung!) menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen abgebaut werden.

Besonders sympathisch an dieser Diskussion war, dass sie nicht nur Kritik übte, sondern auch Lösungen zur Hand hatte. Wie etwa die „Recycling Kiste“ für alte Smartphones, die das Publikum im Laufe des Abends mit über 100 Geräten füllte. Ein absolutes Highlight war der Auftritt von Carsten Waldeck, einem deutschen Hersteller von fairen Smartphones, der mit seinem Familienunternehmen „Shift“ sofort zum Publikumsliebling wurde. Ist ja auch leicht nachzuvollziehen: Die von „Shift“ modular designten, „alternativen“ Smartphones sind langlebig, ihre Bauteile lassen sich leicht austauschen oder reparieren, und die Aktualisierung der Software wird garantiert.

 

Waldeck erzählte amüsiert, ein chinesischer Hersteller habe sein Modell bereits kopiert. Aber deshalb ein Patent beantragen? Nichts für ihn, – schließlich könne man mit diesem Gerät viel Gutes tun, weshalb es laut Waldeck keinen Sinn mache, die Produktion zu beschränken. Applaus.

Bis die Räumlichkeiten des Museum wieder für tolle Veranstaltungen gemietet werden können, müssen wir uns allerdings einen anderen, privaten Ort für unsere Treffen suchen, neue Rituale entdecken oder uns erlauben, über das nur vor Kurzem Erlebte nostalgisch nachzudenken. Der Treffpunkt kann vermisst werden, darf dennoch nicht vergessen werden. 

 

Text: Jana Sunderman, 8. April 2020

Mach mit – bau einen Schrott-Robo!

Mach mit – bau einen Schrott-Robo!

Wenn ihr schon einmal im Museum für Kommunikation Frankfurt zu Besuch wart, dann kennt ihr sicherlich die Kinderwerkstatt. Das Herzstück ist die Erfinderwerkstatt, wo man Schrott-Robos aus Elektroschrott bauen kann. In einem großen Regal sind besonders schöne Exemplare ausgestellt. Doch durch die Corona-Pandemie sind Museum und Kinderwerkstatt geschlossen. Was tun, wenn man nicht physisch im Museum basteln kann?

Schrott-Robo Online-Ausstellung

Aber Basteln kann man auch daheim, dachte unsere Museumspädagogik und das Kommunikator*innen-Team, welches die Kinderwerkstatt betreut. Und so entstand die Idee für eine Online-Ausstellung für Schrott-Robos. Und hier seid ihr gefragt: Sicherlich gibt es auch bei euch Zuhause Elektro-Schrott. Vorsicht – immer erst fragen, ob der scheinbare Schrott, wirklich weg darf. In der Kinderwerkstatt werden alte Handys, Telefone, Tastaturen, Computermäuse und vieles mehr auseinandergebaut. Das kann man auch Zuhause (allerdings muss man Kondensatoren und Batterien besonders achtsam entsorgen). Und wenn erstmal ganz viele Einzelteile vor einem liegen, siehst du darin vielleicht schon gleich Robo-Menschen, ein Robo-Tier oder ein kleines Robo-Monster?

Mache eine Foto von deinem Roboter – am besten im Querformat. Gib deinem Schrott-Robo oder deiner Schrott-Kunst einen Namen. Schreibe auf, aus welchem Material es entstanden ist. Schreibe Namen und Alter des Schrott-Künstlers auf.

Mach mit!
Schau Dich um!
Dein Schrott-Robo!

Sende uns Foto und Text per Mail von deinem Schrott-Robo. Im Video ist alles nochmal ganz genau erläutert und auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung haben wir auf der Schrott-Robo Aktionsseite zusammengestellt. Vielleicht ist auch dein Robo schon bald in der Online-Galerie zu sehen?

 

Hands on im Museum

 

Seit dem 5.12.1999 ist die Kinderwerkstatt ein permanenter Benstandteil des Museums für Kommunikation Frankfurt.

Anfassen, ausprobieren und selbst aktiv werden: Das ist das Motto der Kinderwerkstatt. Das Angebot reicht von einem Kinderpostschalter, über eine Seilpost, eine kleine Druckwerkstatt bis hin zur Erfinderecke, in der selbst gebaut und konstruiert werden kann.

Unsere jungen und jung gebliebenen Besucherinnen und Besucher können hier während der Öffnungszeiten des Museums spielerisch die Wege der Kommunikation entdecken. Die Kinderwerkstatt ist für Kinder ab 4 Jahre geeignet und wird durchgehend von geschulten Mitarbeiter*innen betreut.

Die Kinderkstatt ist wegen der Corona-Prävention bis zum 19. April geschlossen.

Autorin: Tine Nowak, 2. April 2020

“Perform Europe” – Partizipative Kunst

“Perform Europe” – Partizipative Kunst

Das partizipative Work-in-Progress-Kunstprojekt war vom 20. Februar bis zum 4. März 2018 im Museum für Kommunikation Frankfurt zu Gast in der Reihe Leben & Lernen X.0 zum Thema Zukunft der Demokratie. “Perform Europe!” war der Aufruf zu einer künstlerischen Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung und zur performativen Erschließung Europas. Besucher und Besucherinnen erstellten mit der Künstlerin Patricia Ines Hoeppe und Studierenden der Frankfurt University of Applied Science eine emotionale Landkarte Europas. Jeder war eingeladen, Gemeinsamkeiten, Schnittmengen sowie Ängste und Konflikte künstlerisch darzustellen.Orte, Erinnerungen und Visionen ließen Stück für Stück eine einmalige Collage und ein lebendiges Porträt Europas entstehen.

Wie erleben wir Europa und wie nehmen wir selbst daran teil?

Wo verlaufen in unserer Gesellschaft Bruchlinien? Wo gibt es Grenzen oder Brücken zwischen den Kulturen?

Die Veranstaltung war Auftakt eines zweijährigen Forschungsprojektes, das neue emotionale und künstlerische Zugänge zur Bürgerbeteiligung ermöglichen will. Es wurde und wird in weiteren europäischen Ländern fortgesetzt und vernetzt sich länderübergreifend digital durch Statements aus Interviews und Videoaufzeichnungen, die begleitend zum künstlerisch-performativen Prozess an den unterschiedlichen Standorten entstehen.

EUROPA-MAPPING als Methode der demokratischen Bewusstseinsbildung

Das Projekt “Perform Europe!” der Künstlerin Patricia Ines Hoeppe basierte auf der Grundthese, dass Performative Kunst kulturbildende und demokratische Kräfte besitzt, wenn sie dem Prinzip der Teilhabe folgt. Gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern wurde innerhalb von zwei Wochen auf einer 5 x 5 Meter großen Bodenkarte und einem Rundfries eine performative Vermessung Europas inszeniert. Die grafischen und collagierten Einzeichnungen ließen ein Grundmuster europäischer Themen entstehen, bildeten persönliche Standpunkte ab und eröffneten das Gespräch. Vorerfahrung wurde für die Beteiligung nicht benötigt.

Die Künstlerin – PATRICIA INES HOEPPE

Patricia Hoeppe ist Bildende und Performance Künstlerin und seit 2012 Professorin für Intermedia und Performative Künste im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit und im Masterstudiengang Performative Künste in sozialen Feldern an der Frankfurt University of Applied Sciences; letzteren konzipierte sie maßgeblich mit. Nach Studien der Bildenden und Performance Kunst, Psychologie mit Psychomotorik und Kommunikationsdesign führte sie künstlerische Projekte im nationalen und internationalen Kontext durch. Sie stellte u.a. auf der Sydney Biennale 2016, Fotoweek Düsseldorf 2016, Art Cologne, Cabaret Voltaire/Zürich, KiT/Kunsthalle Düsseldorf, Artspace Sydney/Australien aus.

In ihren Projekten spürt sie soziale Problemfelder auf, um Lösungsimpulse künstlerisch und in Form partizipatorischer Installationen und Situationen zu initiieren. Ihre aktuelle Forschung beschäftigt sich mit der gesellschafts- und kulturkonstituierenden Wirkung Performativer Künste: In “Performed City” (2012-2014) entwickelte sie die Methodik der Performativen Stadtaufstellung und -konstitution und führte das Bürger-Happening ein. In “The Big Arrival – Schatten der Flucht” (2015-2017) stand der künstlerische Umgang mit der Flüchtlingsthematik im Fokus ihrer Arbeit und seit 2013 beschäftigt sie sich im Rahmen des Performance-Parcours “Perform Democracy!” mit kulturell-demokratischer Bildung in Migrationskulturen. Ihr aktuelles Projekt “Perform Europe!” widmet sich der (Per-)Formung Europäischer Kultur.

Weitere Informationen unter www.patriciahoeppe.com sowie zu den Studiengängen Soziale Arbeit unter www.frankfurt-university.de/basa und Performative Künste in Sozialen Feldern unter www.frankfurt-university.de/performa.

Autorin: Anjuli Spieker