„Smartphone.25 – Erzähl mal!“ – Eine Smartstory aus dem Alltag

„Smartphone.25 – Erzähl mal!“ – Eine Smartstory aus dem Alltag

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Die vollständige Gerätereihe.

Das Smartphone ist zu einem Begleiter in allen Lebenslagen geworden. Informationen können über unterschiedliche Suchmaschinen zu jeder Zeit aufgerufen werden, über Messenger-Dienste wird miteinander kommuniziert, die Lieblingsmusik ist nur eine App entfernt und wenn die Bahn Verspätung hat, wird dir auch dies über das Smartphone mitgeteilt. Das „intelligente Mobiltelefon“ ist längst Teil unseres Lebens und aus diesem auch schwer wieder wegzudenken. Anlässlich des 25. Geburtstags des Smartphones am 15. August starten wir schon jetzt das Projekt „Smartphone.25 – Erzähl mal!“.

Smartphone.25 – Erzähl mal

1996 kam der Nokia 9000 Communicator als erstes Handy mit mobilem Internetzugang auf den Markt und prägte von da an nicht nur die Industrie der Mobiltelefone nachhaltig, sondern leitete Veränderungen im Nutzungs- und Kommunikationsverhalten der Menschen in die Wege. Für das Projekt „Smartphone.25 – Erzähl mal!“ interessieren wir, die Museumsstiftung Post und Telekommunikation, uns für eure Smartphone-Erlebnisse. Eure persönliche Smartstory könnt ihr uns gemeinsam mit euren Gerätereihen bestehend aus mehreren eurer alten Handys und Smartphones zukommen lassen. Nähere Informationen findet ihr auf unserem Sammlungsaufruf. Wir freuen uns über jede einzelne Geschichte, die ihr uns zu erzählen habt!

Der Nokia 9000 Communicator von 1996.
Foto: Bert Bostelmann

Die kleinen Geschichten

Ich bin Katharina, zurzeit Masterstudentin der Erziehungswissenschaften und absolviere im Zuge meines Studiums noch bis Ende Juli mein Praktikum im Museum für Kommunikation in Frankfurt. Als Assistentin des Projekts „Smartphone.25 – Erzähl mal!“ bin ich wesentlich an dessen Konzeption beteiligt und gelte als Ansprechpartnerin für diejenigen, die sich entscheiden, uns ihre Gerätereihen und Smartstorys zukommen zu lassen.

Zugegeben: als ich über meine eigene Smartphone-Geschichte nachdachte, erschienen mir meine Smartphoneerlebnisse zunächst nicht der Rede wert. Erst nach und nach begriff ich, dass es die vermeintlich kleinen Geschichten sind, denen rückblickend mehr Bedeutung zukommt, als ich zunächst vermutet hätte.

Das erste Mobiltelefon

Unser erstes Mobiltelefon: Nokia 2110i, Typenbezeichnung Nokia NHE-4NX

Als der Nokia 9000 Communicator 1996 auf den Markt kam, hatte ich noch keinerlei Vorstellung davon, welch großen Stellenwert Smartphones in meinem Leben einmal haben werden. Lange Zeit wurde ich mit dem Begriff des „Smartphones“ nicht konfrontiert. Das erste Mobiltelefon meiner Familie war 1999 ein schwarzes Nokia 2110i und wurde klassisch für Telefonate von unterwegs genutzt. Erst als im Jahr 2007 Apple-Chef Steve Jobs das erste iPhone präsentierte, wurde der Begriff „Smartphone“ auch in meinem Freundes- und Familienkreis präsent. Das kleine, handliche Gerät mit Multi-Touch-Bildschirm überzeugte damit, viel mehr zu können als nur telefonieren oder SMS schreiben. Internetzugang, die Vernetzung mit WLAN und Bluetooth und die Wiedergabemöglichkeiten unterschiedlicher Medien vereinte sich nun in nur einem Gerät, das zudem auch noch schick aussah. Kein Wunder, dass dies teilweise zu langen Schlangen vor den Verkaufsgeschäften und zu einer „iPhone-Euphorie“ in meinem Freundeskreis führte. 

Die ersten Smartphones

Im Jahr 2009 kam ich zu meinem ersten Smartphone Samsung GT-S5230. Ich genoss es, damit auf dem Weg zur Schule Musik hören zu können oder SMS schreiben zu können. Erstaunlicherweise spielte für mich die Internetfunktion zunächst keine große Rolle, denn das mobile „Surfen“ war stets mit Kosten verbunden. Mit Besitz des ersten Smartphones änderte sich rückblickend auch mein Kommunikationsverhalten entscheidend. Immer seltener griff ich nach dem Festnetztelefon, um meine Freunde anzurufen, sondern ich entschied mich dazu, kurze Textnachrichten zu verfassen. Das Smartphone bedeutete für mich Freiheit und Flexibilität, führte gleichzeitig jedoch auch das erste Mal zu einem Gefühl ständiger Erreichbarkeit. Dieses Gefühl setzte verstärkt ein als ich später immer häufiger auf Messenger-Dienste zurückgriff, um zu kommunizieren. Auf meinem Samsung Galaxy Fame GT-S6810P installierte ich das erste Mal WhatsApp und den Facebook-Messenger. Lange Zeit verzichtete ich auf derartige Messenger-Dienste. Besonders wichtige Nachrichten erhielt ich weiterhin per SMS oder ich griff auf anderweitige immobile Chatmöglichkeiten zurück. Über ICQ, später über Facebook konnte sich auch hier ausgetauscht werden.

Von links: Samsung GT-S5230 von 2009, Samsung Galaxy Fame GT-S6810P von 2013, Samsung Galaxy Trend Lite (GT-S7390) von 2014

Beginn des Studiums

Das Huawei P10 von 2017 begleitet mich bis heute

Mit Beginn des Studiums erschloss sich mir jedoch immer mehr die Verwendung von Messenger-Diensten und anderweitigen Apps auf dem Smartphone. In den Einführungsveranstaltungen der Studiengänge kamen Studierende zusammen, die sich alle zunächst fremd waren. Nette Gespräche entstanden, erste Kontakte wurden geknüpft. Dass diese Kontakte jedoch auch in der Zukunft weiterhin Bestand hatten, hing ganz essenziell mit dem Smartphone zusammen. In Whatsapp- und Signalgruppen wurden Fragen zu Studieninhalten gestellt, über Instagram, Facebook und Twitter fand ebenfalls eine Vernetzung statt. Bei mir war der Beginn der Studienzeit unweigerlich mit dem Kauf eines neuen Smartphones mit mehr Speicherplatz verbunden. Das Huawei P10 begleitet mich bis heute. Mit der Zeit erkannte ich, wie Smartphones Menschen miteinander verbinden und zueinander bringen können. Smartphone bedeutet Nähe trotz Distanz. Insbesondere in der heutigen Zeit des social distancing ist derartige Nähe ungemein wichtig geworden, denn lassen wir dieses Gedankenexperiment einmal zu: Wie hätte die Corona-Pandemie ohne Smartphones ausgesehen?

Autorin: Katharina Kohl

Vom Telegramm zu Telegram – Kurznachrichtendienste im Wandel der Zeit

Vom Telegramm zu Telegram – Kurznachrichtendienste im Wandel der Zeit

Fernmeldeamt Telegrammannahme

Gibt man heutzutage den Suchbegriff „Telegramm“ in die Google-Suchleiste ein, erscheinen sofort Treffer über den Messenger-Dienst „Telegram“ – der bekannten App mit dem weißen Papierflieger-Symbol auf blauen Untergrund. Doch Moment mal – gab es nicht in „grauen Vorzeiten“ einen anderen Kurznachrichtendienst? – Genau!

Das Telegramm gerät in Vergessenheit. Die Technik entwickelt sich sehr schnell weiter, die Digitalisierung schreitet voran und es gibt einfachere und schnellere Wege, Nachrichten zu versenden. Längst wurde auch die SMS durch die Online-Kurznachrichtendienste Telegram, WhatsApp, Signal oder Threema abgelöst. Pionier all dieser Dienste war das Telegramm- der erste Kurznachrichtendienst der Geschichte.

Die Evolution der schnellen Nachrichtenübermittlung

 

Am 24. Mai feiert das Telegramm Geburtstag. Vor 177 Jahren, im Jahr 1844, versendet Samuel Morse in den USA die erste Kurznachricht von Washington nach Baltimore über den von ihm entwickelten Morseapparat. Seine Nachricht, ein Bibelzitat, lautete „What hath God wrought?“ – also „Was hat Gott bewirkt?“. So einiges! War doch nun der erste Kurznachrichtendienst erfunden.

Samuel Morse revolutionierte die Kommunikation. Nicht nur erfand er den Morseapparat und damit das Telegramm, er entwickelte mit dem Morse-Alphabet einen Code, der lange Zeit zur Übermittlung von kurzen Nachrichten genutzt wurde. Sein Apparat sendete durch das Drücken der Taste Impulse, die auf Papier übertragen wurden.

Zunächst hießen die übermittelten Nachrichten noch nicht „Telegramm“. Der Begriff wurde erst im Jahr 1852 von dem Amerikaner E.P. Smith erfunden. Die Deutsche Reichspost nutzte noch bis 1878 den Begriff „Depesche“.

Der Weg der kurzen Nachricht

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Telegramm überwiegend zur Übermittlung von dringenden Nachrichten genutzt. Telefone waren zunächst kaum verbreitet und die Lieferzeit eines Standard-Briefes dauerte mehrere Tage.

In den 1920er Jahren wurde zur Übermittlung der Telegramme der Morseapparat durch den Fernschreiber ersetzt und die kurzen Nachrichten auch als Fernschreiben bezeichnet. Der Vorteil bestand darin, dass die Nachricht nach dem Empfang, im Unterschied zum Morseapparat, sofort als Text gelesen werden konnten.

Aufgegeben wurden Telegramme im Postamt, Telegrafenamt oder via Telefon. Die zu übermittelnde Nachricht wurde diktiert und mit dem Telegrafen übermittelt. Verwendet wurde eine abgekürzte Sprache, Telegrammstil genannt, denn der Preis eines Telegrammes richtete sich nach der Anzahl der Zeichen. Für regelmäßige Telegramm-Empfänger lohnte es sich eine verkürzte Adresse zu beantragen – „Drahtwort“ genannt. Denn auch die Adresse zählte in die Zeichenanzahl der Nachricht.

Der spätere Fernschreiber codierte und übermittelte die Nachricht über elektrische Impulse an die am Empfänger nächst gelegene Telegrafenstation, wo diese auf einen Papierstreifen gedruckt wurde. Die Zustellung des Telegramms erfolgte per Bote innerhalb von zwei Stunden bzw. nachts innerhalb von vier Stunden nach Aufgabe nach Nachricht.

Telegramm- und Eilzustellerin der Deutschen Bundepost in Dienstkleidung mit Zustelltasche bei der Haustürzustellung eines Einschrteibbriefes
Telegram(me) im 21. Jahrhundert

 

Während im Jahr 1978 in Deutschland noch 13 Millionen Telegramme versendet wurden, war dieses Kommunikationsmittel gegen Ende des 20. Jahrhunderts größtenteils von Fax und E-Mail abgelöst. Verschwunden ist das Telegramm dennoch nicht. Auch heute können bei der Post Telegramme aufgeben werden. Ob der alternativen Möglichkeiten zur schnellen Übermittlung von Nachrichten, ist das Telegramm aber eher für besondere Ereignisse angedacht. Dafür ist auch eine große Auswahl an Schmuckblättern für verschiedene Anlässe erhältlich. Wie früher sind die Zeichen auch heute begrenzt, denn der Preis richtet sich noch immer nach ihrer Anzahl. Die Aufgabe eines Telegramms ist innerhalb Deutschlands möglich über das Telefon oder Internet. Die Zustellung erfolgt, anders als früher, meist erst am nächsten Werktag.

Nun übernehmen die Online-Nachrichtendienste Telegram und Co. die Übermittlung der meisten Kurznachrichten. Allein im Jahr 2017 wurden 70 Milliarden Nachrichten über den Onlinedienst Telegram versendet. Der Namensvetter und die anderen Messenger-Dienste sind im 21. Jahrhundert nicht mehr wegzudenken. Sie forcieren die Kommunikation in Form von Kurznachrichten und Funktionen wie der Videotelefonie. Auf diese Weise wurde die Übermittlung von schriftlichen Nachrichten im 21. Jahrhundert so schnell und einfach wie nie zuvor. Das Telegramm war ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Kommunikation bis hin zur der Entwicklung unserer heutigen Kurznachrichtendienste.

 

Zahlreiche Bilder des Morseapparates, des Fernschreibers und historischer Telegramme findet Ihr in der Digitalen Objektdatenbank der Museumsstiftung Post und Telekommunikation. Viel Spaß beim Stöbern!

Autorin: Xenia Gärtner, 24.05.2021

 

 

 

Visionen erschaffen und abtauchen in andere Welten

Visionen erschaffen und abtauchen in andere Welten

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Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von den Student:innen des Studienganges „Wissenschaft- Medien- Kommunikation“ des Karlsruher Institut für Technologie  und ist in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kommunikation entstanden. Verschiedene Perspektiven auf die Konzeption, Durchführung und Kommunikation der „Back to Future“ Ausstellung wurden erarbeitet und in Blogbeiträgen zusammengeführt.

Du steigst in dein Auto, nimmst das Lenkrad in die Hand und steuerst auf dein Fahrtziel zu. Mal biegst du nach rechts ab und mal nach links. Du gibst Gas und bestimmst die Geschwindigkeit. Du entscheidest, wie und wo du ankommst: Du hast die Handlungsmacht. Genauso verhält es sich auch mit der Zukunft. Wir als Gesellschaft nehmen das Lenkrad in die Hand und können unsere Zukunft aktiv steuern. Wir bestimmen das Ziel.

„Wir wollen die Besucher anregen, sich selbst in Beziehung zu setzen“ Katja Weber (Kuratorin der Ausstellung)

Mit der Ausstellung “Back to Future. Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität” werden die Besucher:innen nicht nur eingeladen, in die Visionen der Vergangenheit einzutauchen, sondern auch eigene Visionen zu gestalten. Die partizipativen und interaktiven Elemente der Ausstellung ermöglichen es, eine Idee davon zu bekommen, wie „unsere Zukunft später wird und wie wir uns selbst ermächtigen können, Teil davon zu sein“, sagt Katja Weber, die Kuratorin der Ausstellung.

Fremde Welten erkunden

Virtual Reality Erlebnis “Garten der Lüste”

​Im “Garten der Lüste” herumspazieren oder sich eine freie Zukunft prophezeien lassen? Die VR-Anwendungen bieten die Möglichkeit, in verschiedene Welten einzutauchen.
Der „Garten der Lüste“ ist ein Gemälde von Hieronymus Bosch. Die Entwicklergruppe TimeLeapVR aus Frankfurt hat sich diesen zum Anlass genommen, um eine Virtual Reality zu gestalten. Besucher:innen können in den geheimnisvollen Garten eintauchen und in ihm herumspazieren. Hier gibt es allerhand zu entdecken. Was passiert und wo sich hinbewegt wird, ist ihnen allein überlassen. Außenstehende können die Erkundungstour durch einen Monitor mitverfolgen.

Oder als Avatar an einen Ort zwischen Beauty-Salon und „Neurokosmetologielabor“ reisen? „In der VR-Anwendung von Hyphen-Labs begegnen uns Afrofeministinnen, die Prophetinnen sind und uns eine freie Zukunft prophezeien“, erzählt Katja Weber.

Nutzer:innen der VR-Anwendung sehen sich in einem Salonspiegel als ein junges afroamerikanisches Mädchen – dem futuristischen Avatar ‘Brooke’. Anstelle von gewöhnlichen Zöpfen werden die Kund:innen des Salons/Labors mit Elektroden ausgestattet. Diese lösen eine Halluzination aus, die einen durch eine tranceartige afrofuturistische Weltraumlandschaft führt. Die VR-Anwendung soll Nutzer:innen beeinflussen und möglicherweise Voreingenommenheit und Angst verringern, indem sie in positive, ansprechende Darstellungen von afroamerikanischen Frauen eintauchen.

VR-Anwendung von Hyphen-Labs

Einen eigenen Planeten erschaffen

Utopie Generator

Stell dir vor, du hättest in der Hand, wie das Leben auf einem zukünftigen Planeten ablaufen könnte. Wie würdest du es gestalten?

Der Utopie-Generator lädt die Besucher:innen am Ende des Rundgangs dazu ein, ihren Fantasien und Visionen zur Zukunft freien Lauf zu lassen. Er ist das Highlight der Ausstellung sowie das bei der Umsetzung so ziemlich herausforderndste interaktive Element. Für die Nutzer:innen selbst bleibt er aber „ein ganz einfaches Tool“, meint die Kuratorin Katja Weber.

Über einen Schalter können Fragen über die Vorstellungen eines zukünftigen Lebens mit “Ja” oder “Nein” beantwortet werden. Dazu erscheinen passende Animationen auf einer Leinwand und das Schlussbild zeigt die fertig generierte Utopie.

„Der Utopie-Generator funktioniert so, dass man immer ein Bild bekommt für das, wofür man sich entschieden hat. Man möchte, dass auf seiner Erde die Sonne aufgeht, also geht die Sonne auf.”Katja Weber

Das soll schlussendlich dazu führen, sich seinen eigenen Planeten zu erschaffen. Die Besucher:innen werden zum Schöpfer ihrer zukünftigen Welt und haben den Hebel selbst in der Hand. Gefragt wird, ob es humanoide Bewohner:innen geben soll, ob diese kooperativ sind, ob es Wasser in dieser Welt gibt, ob das Leben auf der Erde stattfinden soll, ob sich in der Nähe eine Sonne befindet und ob es hoch entwickelte Technologien geben wird.

Trotz der überschaubaren Zahl an Fragen und nur zwei Wahlmöglichkeiten, musste der Gestalter um die 128 Zeichnungen anfertigen, da es zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten gibt.

Hier geht’s zur Online-Anwendung: https://chrismon.evangelisch.de/utopie-generator 

Flaschenpost in die Zukunft

Urlaubsreisen auf den Mond? Oder fliegende Taxis? – Wie stellen wir uns heute die Zukunft vor? Und was wollen wir nächsten Generationen sagen? Was soll es in 50 oder 100 Jahren geben und was soll im Hier und Jetzt bleiben? Über diese Fragen können sich die Besucher:innen inmitten der Ausstellung an einem Tisch in Ruhe Gedanken machen. 

Postkarten an die Zukunft zum Selberschreiben

 „Besucher können ihre Botschaft an zukünftige Generationen auf einer Postkarte hinterlassen, in die Zeitkapsel stecken und die geht in das Archiv des Museums ein. Dort wird sie unter wissenschaftlichen Bedingungen inventarisiert“Katja Weber 

Die Kuratorin Katja Weber erhofft sich, dass „vielleicht in ferner Zukunft irgendwann mal jemand, der dort arbeitet, diese Archivkapsel finden und möglicherweise daraus eine Ausstellung machen wird.“ 

Auch wir haben überlegt, wie wir uns die Zukunft vorstellen. Eine Postkarte möchten wir gerne zeigen:  

Beim Schreiben dieser Postkarte musste ich daran zurückdenken, wie ich im Alter von 13 Jahren einen Brief an mein 30-Jähriges Ich geschrieben habe. Ich wollte meiner Zukunft sagen, was ich mir erträume bis dahin erlebt zu haben. Meine eigene Zeitkapsel, die im Gegensatz zur Museums-Zeitkapsel, nur für mich bestimmt ist.

Für jeden ist etwas dabei

Die Ausstellung kann durch die interaktiven Elemente bei mehreren Zielgruppen punkten.

„Weil Gruppen von Jugendlichen und Kindern am liebsten sitzen und wenn es da, wo es etwas zu Sitzen gibt, auch noch etwas zum Spielen ist, dann hat man schon einmal zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.“ – Katja Weber

Kinder und Jugendliche sind begeistert, wenn sich irgendwo etwas bewegen lässt und auch die Erwachsenen können sich an sogenannten Votingstationen oder der Zeitkapsel intensiv mit der Thematik beschäftigen und etwas zu der Ausstellung beitragen. 

Die Zukunft liegt in unseren Händen

 „Dieser Versuch mit der Interaktivität, diese eigene Handlungsmacht spürbar zu machen. Selbstwirksamkeit spürbar zu machen. Den Selbstbezug.“ Katja Weber 

Durch die interaktiven Elemente in der Ausstellung werden wir angeregt, in Fantasien zu schwelgen, Utopien zu generieren, über die Zukunft nachzudenken, die Visionen der Vordenker nachzuempfinden und Wünsche an die Zukunft zu äußern. 

WIR haben das Lenkrad in der Hand. Wir haben mehr Macht, als wir denken. Also: Lass uns in unser Auto setzen, das Lenkrad in die Hand nehmen und das Ziel bestimmen!  

Autorinnen: Céline Ullrich, Viviane Seeberger, Karla Wolff

Episode 7.5: ON AIR. 100 Jahre Radio

Episode 7.5: ON AIR. 100 Jahre Radio

VoloMuPo – Volontariat, Museum, Podcast

 

Das wissenschaftliche Volontariat ist so etwas wie die “Ausbildung” zum Museumsmenschen. Innerhalb von zwei Jahren erhält man Einblicke in alle Bereiche der Museumsarbeit. Vom Sammeln und Bewahren hin zur Museumspädagogik und Verwaltung. Doch wie sieht das genau aus? Was gibt es alles zu tun und welche möglichen Herausforderungen können einen erwarten? Diesen Fragen geht der VoloMuPo nach. Ein Podcast zum Informieren, Vernetzen und Austauschen für Volontär*innen, Interessierte und alle, die mal einen Blick hinter die Kulissen der Museumslandschaft schauen wollen.

Du absolvierst zurzeit dein wissenschaftliches Volontariat und möchtest gerne im VoloMuPo über deine Erfahrungen austauschen? Dann melde dich hier!

 

 

Kurz vor Heiligabend im Jahr 1920 sendeten Reichspostmitarbeiter vom Sender Königs Wusterhausen die erste öffentliche Radiosendung in Deutschland aus. Damit legten sie den Grundstein für nunmehr 100 Jahre Radiogeschichte. Zum Jubiläum 2020 eröffnete das Museum für Kommunikation Berlin eine Wechselausstellung, die sich der bewegten Geschichte annimmt. Wie ist die Ausstellung entstanden und wie hat man sein eigenes Hörverhalten bei der Entstehung neu entdeckt?

Lasst uns darüber mal reden…

 

00:00:45 – Begrüßung

Willkommen bei der 7,5. Episode des VoloMuPo und damit zur zweiten Episode, in der ich mir Kolleg*innen aus der Museumsstiftung Post und Telekommunikation in den Podcast hole. Beim letzten Mal war Frankfurt vertreten, also steht heute Berlin auf der Gästeliste.

00:01:20 – Heute zu Gast

Heute dabei sind Johanna, Anne und Florian, die gemeinsam die Wechselausstellung ON AIR. 100 Jahre Radio kuratiert haben bzw. daran beteiligt waren.

00:02:15 – Johanna Geßner (Museum für Kommunikation Berlin)

Johanna kennt ihr aus der ersten Episode. Sie hat im März 2020 ihr wissenschaftliches Volontariat im Berliner Haus begonnen und stieg dabei in die Planung von ON AIR mit ein. Mittlerweile hat sie ihren Arbeitsplatz vom Museum in der Leipziger Straße in das Sammlungsdepot in Berlin-Tempelhof verlegt und wirkt dort an den Vorbereitungen für das 125-jährige Jubiläum der Sammlung des Reichspostmuseums im kommenden Jahr mit.

00:03:00 – Anne-Sophie Gutsche (Museum für Kommunikation Berlin)

Anne ist, wenn man so will, Johannas Vorgängerin als Volontärin in Berlin. Nach dem Ende ihres wissenschaftlichen Volontariats, arbeitet sie nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Berliner Haus und unterstützt dabei Florian als Co-Kuratorin der Wechselausstellung ON AIR.

00:03:40 – Florian Schütz (Museum für Kommunikation Berlin)

Florian ist schon lange in der Museumsstiftung dabei. Sein Volontariat absolvierte 2014-2016 ebenfalls im Berliner Haus. Seit 2016 kuratiert er als wissenschaftlicher Mitarbeiter Wechselausstellungen. Aktuell in der Planung ist eine Ausstellung zur Streit- und Debattenkultur.

00:06:45 – Das heutige Thema

Wir werfen einen Blick auf die Wechselausstellung ON AIR, die im Oktober 2020 eröffnet wurde. ON AIR blickt zurück 100 Jahre Radiogeschichte in Deutschland und nimmt dabei die erste öffentliche Rundfunkübertragung 1920 zum Anlass. Wie lief die Planung trotz erschwerter Pandemiebedingungen und welche Kniffe, Highlights und Ausblicke bietet die Ausstellung?

00:16:40 – Expertisen

Grundwissen zum Thema Rundfunk liegen bei fast allen vor. Es gibt einen Sender, der elektromagnetische Wellen aussenden, die von einem Empfänger wieder in Töne umgewandelt werden. Spätesten ab dem Punkt, an dem man mehr in die Materie einsteigen muss, gelangt man auch mal an seine Grenzen des Verständnisses: Röhren, Trägerwelle, Frequenzbereiche usw. werden in einem Geschichtsstudium eher selten thematisiert. Hier greift die Expertise von außen aber auch von innerhalb der Museumsstiftung.

00:21:00 – Zielgruppen // Planung

Wechselausstellungen sollen immer eine breite Zielgruppe ansprechen und demnach auch ihre Themen verständlich vermitteln können. So sollen sie für Themeneinsteiger*innen, aber auch Expert*innen interessant sein. Das nicht alles behandelt werden kann, liegt in der räumlichen Begrenzung einer jeden Ausstellungsfläche. Eine Ausstellung zu produzieren bedeutet also auch immer Reduktion.

00:30:00 – Wohin geht’s mit dem Radio?

Ohne Frage hat das Radio unser Hörverhalten geprägt und prägt es auch noch weiter. Man vertraut den Nachrichten im Radio. Es läuft nebenbei, bei der Arbeit oder Autofahren. Und selbst Audioinhalte wie Hörspiele und Podcasts haben ihre Ursprünge beim Radio. Es wird also nicht allzu bald verschwinden. Stellt sich also die Frage, wie es weitergehen könnte. Werden Radiosendungen womöglich bald als 360° Audio ausgespielt?

00:42:00 – Social Media-Kampagne

Begleitend zur Ausstellungsplanung wurden mehrere Social Media-Kampagnen zur Beteiligung der Besucher*innen veranstaltet. 100 Tweets zur Radiogeschichte oder der Sammlungsaufruf zu persönlichen Radiogeschichten mit passendem Bild vorm Rundfunkempfänger. Fazit: Die Beteiligung war riesig und machte nochmals deutlich, wie allgegenwärtig das Radio auch noch 100 Jahre nach der ersten Rundfunksendung in Deutschland ist.

00:45:45 – Radiorundgang durch die Radioausstellung

ON AIR ereilte leider recht schnell nach der Eröffnung dasselbe Schicksal wie viele andere Ausstellungen. Ab November waren die Museumstüren vorerst geschlossen. Mit der kurzzeitigen Öffnung im Frühjahr 2021 konnten noch einige Besucher*innen die Ausstellung sehen, aber mit der erneuten Schließung bleibt der verdiente Ansturm auf die Ausstellung vorerst aus. Warum also nicht eine Audioführung durch die Ausstellung unternehmen und das in angebrachter Radiomanier.

01:18:00 – Fazit // Verabschiedung

Ein großes Dankeschön an Johanna, Anne und Florian fürs Dabeisein und die Einblicke in die Entstehung der Ausstellung ON AIR, die noch bis zum 24. Oktober 2021 in Berlin gezeigt wird, hoffentlich bald auch wieder mit Besucher*innen.

 

Zu Gast: Johanna Geßner, Anne-Sophie Gutsche, Florian Schütz (Museum für Kommunikation Berlin)
Redaktion/Moderation:
 Christian Bihn
Intro- und Outro-Musik: “Hau ab!” von der CD: „Bruders große Reise“, mit freundlicher Genehmigung von Stephan Völker (www.stephan-voelker.de)

Ein Projekt der Museumsstiftung Post und Telekommunikation

Autor: Christian Bihn, 21.05.2021

Literaturtipps zum Tag der Arbeit 2021

Literaturtipps zum Tag der Arbeit 2021

Frauen Technik Icons

Back to Future“- die aktuelle Ausstellung des Museum für Kommunikation, beschäftigt sich mit der Zukunft, betrachtet aus früheren Zeiten: mit den Technikvisionen von Kommunikation und Mobilität. Technikvisionen von damals sind zum Teil heute selbstverständlich in unserem Alltag präsent und prägen unser Leben nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Arbeits- und Berufsleben – man denke etwa an den Computer.

Nicht nur in Sachen Technik leben wir in einer schnelllebigen Zeit; auch der gesellschaftliche Wandel schreitet immer voran und beeinflusst alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Wir fragen uns: wie sieht Arbeiten in der Zukunft aus?

Passend dazu gibt es aus Bibliothek des Museums für Kommunikation Frankfurt zum Tag der Arbeit am 1. Mai, Literaturtipps aus den Bereichen Wissenschaft und Gesellschaft zum Thema Arbeit(s-welt) in der Zukunft.

Mensch vs. Maschine?

Das Buch Arbeitsfrei. Eine Entdeckungsreise zu den Maschinen, die uns ersetzen von Constanze Kurz und Frank Rieger (Mitglieder*innen des Chaos Computer-Clubs) erzählt leicht, unterhaltsam und  informativ die Entwicklungsgeschichte der Maschinen, die im Laufe der Jahrhunderte menschliche Arbeitskraft ersetzten, und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.

Die Geschichte der Maschinen wird anhand der Herstellung von Brot erzählt. Nach einem historischen Abriss der Stationen, die zur Produktion von Brot beitragen, und dem gegenwärtigen technischen Stand, richtet sich der Blick auf das zukünftige Zusammenwirken von Mensch und Maschine in der Arbeitswelt.

Die beiden Autor*innen besuchen die beschriebenen Produktionsstätten, z.B. eine „Argrarfabrik“, einen Landmaschinenhersteller, eine Mühle und eine Großbäckerei samt Lager, sowie eine Bohrinsel und Druckerei. Anhand der Herstellungsprozesse wird erklärt, in welchen Bereichen Menschen durch Maschinen ersetzt wurden, die Arbeitsweisen und Gründe.

Der zweite Teil des Buches ist dem zukünftigen technischen Fortschritt gewidmet und behandelt meist bereits bekannten Technologien, wie autonome Fahrzeuge, und zeigt die möglichen Entwicklungen der Zukunft und die Folgen der Automatisierung von Arbeit.

Das Buch versucht, objektiv Vor- und Nachteile der Entwicklungen und Projekte zu beleuchten, fokussiert sich jedoch eher auf den gegenwärtigen Stand  von Maschinen, die Menschen bereits ersetzt haben.

Für Technikinteressierte, die ein leicht zugängliches Buch lesen möchten, welches sich nicht zu sehr in technischen Details verliert. Fest steht: auch Maschinen haben Schwächen.

Kurz, Constanze; Rieger, Frank: Arbeitsfrei. Eine Entdeckungsreise zu den Maschinen, die uns ersetzen. München: Goldmann Verlag 2015. ISBN: 978-3-442-15835-5

 

 

Zukünftige Arbeit aus Sicht der Expert*innen

Der Sammelband Arbeit der Zukunft. Möglichkeiten nutzen – Grenzen setzen, herausgegeben von Reiner Hoffmann (Vorsitz des Deutschen Gewerkschaftsbundes) und Claudia Bogedan (Leitung Abteilung Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung), behandelt in 28 Aufsätzen, verfasst von Autor*innen aus der (Politik-)Wissenschaft und Praxis, die Entwicklung und Zukunft des Arbeitsmarktes im internationalen und nationalen Kontext. Konkret beschäftigten sich die Beiträge mit Einflüssen, die die Arbeit der Zukunft bestimmen werden und wie Arbeit in Zukunft aussehen wird bzw. sollte. Schwerpunkt bildet die zweite Fragestellung.

Die Publikation richtet konkrete Forderungen an die Politik sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, um Arbeitnehmer*innen eine sichere und faire berufliche Zukunft  zu schaffen.  Das Werk bietet interessante Anregungen sowie Denkanstöße und zeigt (mögliche und) gewünschte Entwicklungen rund um den Arbeitsmarkt.

Das Werk bietet für alle gesellschaftswissenschaftlich interessierten Leser*innen Einblick in eine wichtige und – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – aktuelle Thematik von Sozialpolitik.

Hoffmann, Reiner; Bogedan, Claudia (Hg.): Arbeit der Zukunft. Möglichkeiten nutzen – Grenzen setzen. Frankfurt: Campus Verlag 2015. ISBN: 978-3-59350451-3

 

Über die Bewältigung einer Krise und den Nutzen daraus

Das Werk Die Zukunft nach Corona. Wie eine Krise die Gesellschaft, unser Denken und unser Handeln verändert thematisiert unsere persönliche Entwicklung, die das COVID-Virus für unserer Zukunft bringen könnte. Durchaus kann dieser Aspekt auch für das Arbeits- und Berufsleben interessant sein.

Der Wiener Zukunftsforscher Matthias Horx zeigt in seinem Buch Methoden, um Zukunftsängste und –Sorgen zu bewältigen, führt in das Phänomen der Re-Gnose ein und zeichnet so ein aufmunterndes Bild der Zukunft.

Die eigene Sichtweise auf Krisen bestimmt unser Mindset. Die Pandemie kann auch Positives mit sich bringen – man besinnt sich durch Corona mal auf andere Dinge; sucht sich etwa neue Hobbies wie Spazieren gehen oder liest schon lange im Bücherregal liegende Bücher.

Die eigene Wahrnehmung auf die Zukunft bestimmt diese, daher erleichtert ein positiver Blick darauf das gegenwärtige Leben. Die Zukunft hängt von uns allen ab!

Ein Buch, das zur Solidarität und Selbstreflexion in Zeiten der Krise aufruft. Viele Erkenntnisse sind vielleicht nicht neu, aber machen Lust auf eine zum guten veränderte Zeit nach der Pandemie. Wer Lust hat, aus der Krise heraus einen positiven Blick auf mögliche Veränderungen zu werfen, findet in diesem Buch Inspiration.

Horx, Matthias: Die Zukunft nach Corona. Wie eine Krise die Gesellschaft, unser Denken und unser Handeln verändert. Berlin: Econ Verlag 2020. ISBN: 978-3-430-21042-3

 

Euer Interesse für Literatur rund um das Thema Kommunikation ist geweckt?

Viel Spaß beim Stöbern im Online-Katalog und einen schönen 1. Mai!

 

Autorin: Xenia Gärtner, 01. Mai 2021