Literaturtipps zum Tag der Bibliotheken

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Seit 1995 findet in Deutschland jedes Jahr am 24. Oktober der Tag der Bibliothek statt und wir widmen unsere Aufmerksamkeit den Bibliotheken in Deutschland und damit auch unserer Bibliothek des Museums für Kommunikation . Aus diesem Anlass hat sich unsere Schülerpraktikantin Christina aktuelle Bücher der Bibliothek zum Thema Zukunft und Digitalisierung angeschaut und drei Buchtipps für Euch zusammengestellt.
Generation Smartphone

Im Buch „Wie viel wiegt ein Instagram?“ von Christian Klein geht es um den Umgang mit Smartphones und um die persönlichen Erfahrungen des Autors. Da er selber nicht mit Handys aufgewachsen ist, erzählt der Autor auf lustige Art Geschichten aus seinem Leben und Umfeld, die damit zu tun haben, kritisiert aber auch die Selbstverständlichkeit der Existenz eines Smartphones in unserem Alltag. Mit satirischen Ratgebern, Selbsttests und Quizzen macht er sich über Welt des Smartphones und das Internet lustig und redet auch über die verschiedenen Generationen und ihr Verhältnis dazu. Der Autor verurteilt zwar den Smartphone-Wahn, gibt aber zu, dass er selbst nicht unbeteiligt daran ist und lobt auch nicht die Zeiten vor dem Smartphone.

Ein humorvolles und unterhaltendes Buch für jedes Alter, das einen zum Lachen bringt aber auch zeigt, wie sehr Smartphones das Leben verändert und beeinflusst haben.

Klein, Christian: Wie viel wiegt ein Instagram? Köln : Bastei Lübbe, 2018. ISBN 978-3-404-60993-2

“Es gibt ja praktisch niemanden mehr in Deutschland, der offline ist. Kein Internet zu haben, ist wie keinen Job zu haben, aber selbst Arbeitslose haben Internet.”

Die Zukunft provozieren
Das Buch „Erde 5.0 – Die Zukunft provozieren“ geschrieben von Karl-Heinz Land behandelt Themen wie den Klimawandel, Digitalisierung und Bildung mit dem Fokus auf unsere Zukunft. Mit anschaulichen Statistiken und strukturierten Stichpunkten erklärt der Autor, wie wir unsere Zukunft mithilfe der Technologie noch retten können. Er kritisiert aber auch die bisherige Lebensweise der Menschen und den Kapitalismus und schlägt Konzepte vor, wie wir mit der Digitalisierung unseren Planeten in Zukunft noch bewohnbar machen können. Künstliche Intelligenzen können unsere Gesellschaft und die Lebensbedingungen zum positiven verändern und wir müssen jetzt handeln, wenn wir unsere Zukunft bewahren wollen.

Ein sehr interessantes Buch, das logisch und faktisch geschrieben, übersichtlich aufgebaut ist und wichtige Themen behandelt.

Land, Karl-Heinz: Erde 5.0. Die Zukunft provozieren. Köln : FutureVisionPress, 2018. ISBN 978-3-9817268-4-8

“Wir müssen die Zukunft nicht nur gestalten, sondern sie förmlich provozieren. Wir müssen jetzt entscheiden, welchen technologischen Fortschritt wir möchten und welchen nicht.”

 

Zukunft ist ein guter Ort
Das Buch „Zukunft ist ein guter Ort“ geschrieben von Sina Trinkwalder beinhaltet konkrete Vorschläge, wie wir auf eine utopische Zukunft hinarbeiten können. Die Autorin kritisiert hauptsächlich den Kapitalismus, die Klimakrise und den Egoismus der Menschen und schlägt zum Beispiel ein alternatives Wirtschaftssystem als Lösung vor. Denn das würde auch einen gesellschaftlichen Wandel hervorbringen und die Menschen nachhaltiger, solidarischer und weniger gierig machen.

Das Buch regt zum Nachdenken an und macht klar, dass die Zukunft in unserer Hand liegt und wir sie mit dem richtigen Handeln gut werden lassen können, wenn wir uns nur auf die Gegenwart fokussieren und unsere Werte ändern.

Die Autorin sagt nicht nur, dass wir handeln sollen, sondern gibt auch eine Anleitung dafür, die auf rationalen Argumenten basiert.

Trinkwalder, Sina: Zukunft ist ein guter Ort. München : Droemer Verlag, 2019. ISBN 978-3-426-27784-3

„Ein Hoffen ohne Handeln wird zur Hoffnungslosigkeit“

 

Mehr Informationen zum Thema

Weitere Bücher zum Thema Digitalisierung und Zukunft könnte Ihr in unserem Online-Katalog recherchieren.

Deutschlandweite Aktionen zum Tag der Bibliotheken findet Ihr unter dem Hashtag #TagderBibliotheken21 in den Social Media Kanälen und auf der Seite des Bibliotheksverbandes.

 

Autorin: Christina Faienza, 24.10.2021

„Go with the flow, man muss das Beste daraus machen” – Museumskommunikation unter Coronabedingungen

„Go with the flow, man muss das Beste daraus machen” – Museumskommunikation unter Coronabedingungen

Ein kleiner Hinweis vorneweg: Die Recherchen und Interviews für diesen Beitrag sind während des Lockdowns 2020 entstanden und sind somit auch eine kleine Zeitreise in den November des letzen Jahres. Aktuell ist das Museum unter den geltenden Hygiene Bestimmungen geöffnet.

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Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von den Student:innen des Studienganges „Wissenschaft- Medien- Kommunikation“ des Karlsruher Institut für Technologie  und ist in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kommunikation entstanden. Verschiedene Perspektiven auf die Konzeption, Durchführung und Kommunikation der „Back to Future“ Ausstellung wurden erarbeitet und in Blogbeiträgen zusammengeführt.

Schon lange befürchtet und Ende Oktober letztendlich eingetreten: der erneute Lockdown, der die Gesellschaft in einen Zustand der Isolierung zwingt. Somit wird die digitale Kommunikation als Medium zwischen den Privatpersonen, aber auch zwischen Museum und Besucher:innen, umso wichtiger. Das hat auch das Museum für Kommunikation in Frankfurt (MfK) erkannt, denn hier steht der Bildungs- und Vermittlungsauftrag der Einrichtung weiterhin an oberster Stelle. Denn Lockdown 2.0 bedeutet auch Museumskommunikation 2.0 – neu gedacht und innovativ umgesetzt. Um die Menschen in der Pandemie erfolgreich zu erreichen, muss das Museum den Schritt in die komplette Virtualität wagen und stellt dafür zahlreiche digitale Angebote bereit. So musste auch die Eröffnung der neuesten Ausstellung des MfK ´Back to Future – Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität` in kürzester Zeit pandemiekonform angepasst werden.

 

Spontane Änderungen durch den Lockdown

Das Fernsehteam filmt bei der Onlineeröffnung den Oberbürgermeister

Da das Museum Anfang November seine Pforten vorerst schließen musste, wurde am 18.11.20, dem Eröffnungstag, ein live-Rundgang durch das virtuelle Museum auf sozialen Plattformen geteilt, bei dem alle Kurator:innen anwesend waren. „Es waren tatsächlich circa 500 Zuschauer auf YouTube und nochmal ungefähr 60 Zuschauer auf Facebook während des Livestreams dabei”, verkündet Daniel Voigt, Pressereferent des MfK, stolz im Interview. Auch am Folgetag der Eröffnung sahen sich Interessent:innen das Video an: Das Team der Pressearbeit freute sich über die doppelte Anzahl an Zuschauer:innen. Grund für den Erfolg war unter anderem die positive Medienberichterstattung, die auf die neue Ausstellung aufmerksam machte. Vier Tage vor der Eröffnung wurden einzelne Pressearbeiter:innen ins Museum geladen und durften unter strengen Auflagen einen Blick in die Ausstellung werfen. Die Individualbegehungen wurden von Museumskuratorin Katja Weber begleitet, um die ausgefallene Pressekonferenz wettzumachen.

Ein weiterer Aspekt, der die Onlineeröffnung so erfolgreich gemacht hat, war der Chatroom auf YouTube während des Livestreams, indem die Zuschauer:innen direktes Feedback äußern oder Fragen an die zuständigen Kurator:innen stellen konnten. Somit war trotz der physischen Distanz ein gelungener Ideenaustausch gegeben. „Uns hat es sehr überrascht, dass wir einen wirklich positiven Zuspruch hatten“, gibt Voigt offen zu. Trotzdem gibt es bestimmte Stationen der Ausstellung, die aufgrund der Interaktion die Anwesenheit der BesucherInnen  erfordern. Dem Museumsteam war es wichtig, dass nicht nur neugierig auf die Ausstellung gemacht wird, sondern auch ein größtmöglicher Überblick geboten wird. Den Interessent:innen wurde jedes Exponat gezeigt. Mitmachstationen wurden in der Hoffnung erklärt, dass die Zuschauer:innen bald wieder selbst in das Museum kommen können, um alles eigenständig auszuprobieren.

Neue Konzeption der Ausstellungseröffnung

Das ursprünglich geplante „Soft Opening“ musste durch die neue Situation innerhalb von zwei Wochen umstrukturiert werden: Eigentlich sollte es eine ganze Eröffnungswoche geben. Besucher:innen hätten sich über die Plattform eveeno  anmelden und jeweils zu zehnt einen Timeslot erhalten können. Innerhalb der eingeplanten Zeit hätten diese dann die Möglichkeit bekommen, durch die Räume von „Back to Future“ zu gehen.

Letzten Endes gelang das neue Konzept vor allem durch die Unterstützung der Produktionsfirma „west MTV“, die einen reibungslosen Ablauf des Livestreams durch verschiedene Kameras und Filmtechniken ermöglichte. Die Ausstellung hat nicht nur den Zuschauer:innen und Kurator:innen sehr gut gefallen, sondern für das Museum neue Ideen geschaffen: Beispielsweise steht seit dem 01.12.20 ein Audiowalk online zur Verfügung, bei dem Katja Weber gemeinsam mit Ausstellungsreferentin Tine Nowak durch die Technikvisionen leitet.

Doch wie funktioniert die Museumskommunikation sonst unter den aktuellen Bedingungen?

Eine pandemiekonforme Ausstellungseröffnung mit einem der Kuratoren

Social-Media-Kanäle wie Instagram, Twitter und Facebook werden durch die veränderte Situation zunehmend wichtiger, um Kontakt mit den Interessent:innen des Museums zu halten. Die Änderung der Kommunikationsstrategie zeigte sich beispielsweise dadurch, dass auf genannten Plattformen vermehrt gepostet wird: „Wir haben versucht, während des Lockdowns mindestens einmal am Tag zu posten.“ Voigt weiß mittlerweile, dass mehr als diese Anzahl an Postings zu keiner vermehrten Reichweite oder Resonanz  führen würden. Blicke hinter die Kulissen sowie die Vorstellung von Ausstellungsinhalten sind zentrale Themen der Onlinekommunikation. Als größte Herausforderung stellt sich das direkte Einbinden von Interessent:innen heraus. „Ich versuche natürlich Formate zu entwickeln, die auf einen Dialog ausgerichtet sind.“ Kurze Videos haben sich als besonders gut für diesen Zweck geeignet erwiesen. Zukünftig möchte er noch mehr an der Dialogform, beispielsweise durch Antworten auf Kommentarspalten, arbeiten.

Ein besonders kreatives Beispiel für die momentane Kommunikationsweise ist der Hashtag #closedbutopen. Damit wurde auf allen Kanälen mitgeteilt, dass das MfK ein digitales Pendant zur Ausstellung Back to Future bietet. Interessent:innen sollten sich darüber bewusst sein, dass die Ausstellung physisch geschlossen ist aber die Mitarbeiter:innen trotzdem online für das Publikum da sind. Aber auch durch vermehrte Veröffentlichungen von Pressemitteilungen sollen Pressestellen verkünden: Das MfK ist noch da! Bisher ist das Feedback sehr positiv.

Voigt betont, dass vor allem eine flexibler Social-Media-Auftritt, der schnell auf Veränderungen reagiert, in der neuen Situation notwendig ist: „Man kann die Kommunikation nicht mehr so wirklich im Voraus planen.“ Auch wenn Voigt sehr zufrieden mit dem Dialog unter Covid-19-Umständen ist, gibt es dennoch Kehrseiten des Onlineerfolgs: „Natürlich ist es viel schöner, Besucher:innen auch physikalisch ins Museum einladen zu können.“ Er betont, dass Ausstellungen Erfahrungs- und Erlebnisorte sind, die durch den Austausch zwischen Anwesenden bereichert werden.

Onlinealternativen sind in Planung

Aktuelle Herausforderungen sind die museumspädagogischen Inhalte, die sonst über zahlreiche Workshops vermittelt werden, online zu kommunizieren. Beispielsweise würden Schulkinder sich bei Klassenausflügen mit bestimmten thematischen Aspekten der Ausstellung Back to Future befassen. Jedoch befindet sich Voigt zum Zeitpunkt des Interviews mitten in der Planung und Erstellung von Onlineseminaren, die hoffentlich bald in die Praxis umgesetzt werden können.

Allerdings, und dies ist wohl aktuell die größte Hürde, fallen erhebliche Einkünfte in verschiedenen Bereichen des Museums weg: Sowohl das Museumscafé als auch der Shop sind geschlossen. Außerdem können keine Kindergeburtstage und die „Kinderwerkstatt“ angeboten werden. Zusätzlich werden keine Einnahmen durch Eintrittskarten erzielt.

Trotz aller Widrigkeiten bleiben die Mitarbeiter:innen positiv

Jedoch sind alle sehr zuversichtlich, dass die Onlinekommunikation nur noch mehr Lust darauf macht, das Museum wieder live zu besuchen und die „Rundum-Erfahrung“ zu sammeln, sobald dies wieder möglich ist. Laut Voigt können sich die Mitarbeiter:innen des Museums vorstellen, auch nach der Pandemie einige digitale Vermittlungsformen beizubehalten. Die Onlinekommunikation bietet den Vorteil, dass auch Menschen, die nicht vor Ort sind, das Museum erfahren können. Denn ohne die neue Strategie würde es momentan besonders in puncto Kultur sehr schwarz aussehen. Da ist doch ein kleiner heller Schimmer am Ende des Tunnels und wenn es die Onlineeröffnung einer Ausstellung ist, ein wenig Normalität in dieser dystopischen Zeit –  eben wie zwischen Fiktion und Realität.

Autorinnen: Kate Becher, Cosima Galm, Clara Hillerkuß, Cecilia Kader

„Go with the flow, man muss das Beste daraus machen” – Museumskommunikation unter Coronabedingungen

„Back to Future“ oder „Welcome in Present” – Der Blick hinter die Ausstellungskulisse

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Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von den Student:innen des Studienganges „Wissenschaft- Medien- Kommunikation“ des Karlsruher Institut für Technologie  und ist in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kommunikation entstanden. Verschiedene Perspektiven auf die Konzeption, Durchführung und Kommunikation der „Back to Future“ Ausstellung wurden erarbeitet und in Blogbeiträgen zusammengeführt.

Der Blick hinter die Austellungskulisse

Back to Future Austellung Themenwand Grenzenlose Kommunikation

Das Museum für Kommunikation Frankfurt öffnet seine Türen für wissbegierige Zeitreisende.In Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wurde diese Ausstellung konzipiert, um zu faszinieren. Wir schauen mit Euch hinter die Kulissen, indem wir Euch einen Einblick in die Arbeit von Expert:innen und Studierenden im Bereich Kommunikation und Geschichte des KIT, sowie einem Projekt mit einigen Studierenden der Universität, im Zusammenhang mit der diesjährigen Ausstellung ermöglichen.
Erste Anlaufstelle in Bezug auf die Arbeit des Museums für Kommunikation Frankfurt (MFK) ist Silke Zimmer-Merkle, akademische Mitarbeiterin im Institut für Technikzukünfte am KIT. Aufgrund der engen thematischen Beziehung zwischen dem Institut und der Ausstellung kam die Zusammenarbeit zustande.

„Für mich als Historikerin war das das erste Mal, aber für das Institut kommt das natürlich häufiger vor.“

Ein solches Projekt steht allerdings nicht an der regulären Tagesordnung. Generell fänden solche Kooperationen ohnehin eher im kleineren Rahmen statt. Solche Kooperationen kämen hauptsächlich durch personelle Verbindungen zwischen Mitarbeiter:innen der Universität und denen des Museums zustande. Forscher:innen, die im Museum arbeiten, kennen Forscher:innen, die an der Universität arbeiten, die dann wiederum wen kennen, der mit Öffentlichkeitsarbeit vertraut ist, der dies dann Student:innen nahebringt. Verbindungen zu weiteren Expert:innen sind häufig ein wichtiges Glied im Aufbau, und im Erfolg, eines so großen Projektes wie dieser Ausstellung. Ein so großes Projekt braucht natürlich seine Zeit.

„Als dann klar war, dass ich Arbeitszeit dafür aufbringen kann, hab‘ ich das dann einfach gemacht“, erinnert sich Frau Zimmer-Merkle. Konkret an der Ausstellung gearbeitet wurde seit mindestens Mai 2019, aber davor fanden schon zahlreiche, mehr oder weniger organisatorische Telefonate statt. In der Folge halfen die Expert:innen bei der Konkretisierung der Themenbereiche und dem Fokus der Ausstellung. Ergänzt wurde die Beratung durch die Empfehlung passender Fachlektüre und infrage kommender Exponate.

Austellungstexte als Studienleistung

Einen weiteren Einblick in das Geschehen und Mitwirken an der Arbeit des KIT bei der Ausstellung des MFK gibt Marcus Popplow. Er ist Professor für Geschichte und Leiter des Departments für Geschichte am Karlsruher Institut für Technologie. Der Historiker mit Schwerpunkt Technikgeschichte bezog für sein Projekt Student:innen mit ein. In einem Seminar, geleitet durch Marcus Popplow und Maximilian Bergengruen, ein Professor der deutschen Literatur- und Kulturwissenschaften am KIT, lernten die Student:innen das Texten eines Ausstellungstextes und die Organisation und Kommunikation rund herum.

Die Kooperation mit dem Museum für Kommunikation Frankfurts seitens Popplow kam durch die Ausstellungsmacherin Frau Claudia Weber zustande. Sie Wiederrum hatte Kontakte zu Herrn Kurt Möser geknüpft, welcher ebenfalls am Departement für Geschichte arbeitet und lange Zeit im Technomuseum in Mannheim gearbeitet hat. Er selbst kommt also aus der Welt der Museen und hat den Schwerpunkt in der Mobilitätsgeschichte. Dort hat er auch immer wieder zu Zukunftsvisionen der Mobilität gearbeitet. Durch diese Kontaktverknüpfung entstand die Kooperation.

Praxisnahe Erfahrung stand im Vordergrund

 

Austellung Back to Future Themenwand

Für die Student:innen, welche beispielsweise die Museumstafeln schrieben, war dies ein doch eher ungewöhnliches Format einer Studienleistung. In erster Linie stand die praxisnahe Erfahrung im Vordergrund. Die Student:innen sollten aus diesem Seminar hauptsächlich Einblicke in die Berufswelt mitnehmen. „Letztlich sollten sie, wenn sie aus dem Studium kommen, ein bisschen Praxis beherrschen“, so Popplow.

Mitarbeit der Student:innen

 

Die Aufgabe der Student:innen bestand darin, vorgefertigte Texte zu überarbeiten und zu korrigieren. Wöchentlich sollten diese je einen Text bearbeiten. Als Vorbereitung mussten die KIT-ler:innen grammatikalische Fehler, sowie die Länge, in einem Übungstext korrigieren. Für die Museumstexte mussten noch weitere Faktoren beachtet werden. Wichtig ist, dass an der Aussage des Ausstellungsstücks, sowie des Ausstellungstextes, nichts verändert wird und beide die intendierte Wirkung beim Rezipient:innen erzielen.

Beim Bearbeiten der Texte war auch der Blickwinkel der Student:innen wichtig, um die Wirkung auf das Publikum zu prüfen. Damit ein Museumstext für die Besucher:innen gut zu verstehen ist, muss auf Fremdwörter so weit wie möglich verzichtet werden und der Text sachlich gehalten sein. Das Schreiben stellte die Student:innen vor neue Herausforderungen.

„Es ging nicht darum, dass wir vollständige Ausstellungstexte schreiben, sondern es ging um das Überarbeiten“, beschreibt EUKLID (Europäische Kultur und Ideengeschichte) Studentin Alice die Aufgabe. Dabei wurden Ihnen Freiheiten im Bezug auf den Umfang der Überarbeitung gelassen.

Schwierigkeiten beim Bearbeiten der Texte

 

Für die EUKLID (Europäische Kultur und Ideengeschichte) Studentin Alice bestand die Schwierigkeit bei der Bearbeitung darin, die Texte richtig zu interpretieren, um so den Sinn nicht zu verfälschen. Des Weiteren war das Verändern des geistigen Eigentums eines Experten durch einen Laien an sich schon eine Hürde. Zum Abschluss des Projekts gab es eine virtuelle Präsentation, wobei Katja Weber mitteilte, welche Texte den Weg in die Ausstellung fanden.

Für Prof. Dr. Popplow war es „definitiv ein sehr gelungenes Projekt“. Die Resonanz der Student:innen war ebenfalls sehr positiv. Durch das Corona-Semester wurde zwar online unterrichtet, dies stellte jedoch kein Problem dar. Frau Weber war mit der Arbeit der Student:innen ebenfalls sehr zufrieden und versicherte, dass sie vieles in die Ausstellung übernommen hat. Alles in allem war es also ein sehr gelungenes Projekt.

Offensichtlich steht hinter einer Museumsaustellung einiges mehr als es nach außen wirken kann. Ein gutes Konzept und exakte Planung sind die Quintessenzen einer guten Ausstellung. Zudem müssen Expert:innen sowie Student:innen aus verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen zusammenarbeiten, um ein einheitlich professionelles Bild nach Außen abzugeben.

Es war schön zu sehen, dass Mitarbeiter:innen sowohl als auch Student:innen zusammen an diesem Projekt gearbeitet haben und eine gelungene Ausstellung auf die Beine gestellt haben.

Autor:innen: Student:innen des Karlsruher Institut für Technologie

„Go with the flow, man muss das Beste daraus machen” – Museumskommunikation unter Coronabedingungen

“Dann wird das plötzlich riesig” – Der lange Weg zur fertigen Ausstellung

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Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von den Student:innen des Studienganges „Wissenschaft- Medien- Kommunikation“ des Karlsruher Institut für Technologie und ist in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kommunikation entstanden. Verschiedene Perspektiven auf die Konzeption, Durchführung und Kommunikation der „Back to Future“ Ausstellung wurden erarbeitet und in Blogbeiträgen zusammengeführt.

Der lange Weg zur fertigen Austellung

Ausstellungsraum 04: Überwindung von Raum und Zeit © Sven Moschitz / MSPT

 

Was passiert eigentlich vor der Eröffnung im Museum, woher kommen die Exponate und welche Geschichten verbergen sich hinter ihnen? Katja Weber, Kuratorin der aktuellen Sonderausstellung, gibt uns gemeinsam mit Volontärin Caroline Dörr einen Einblick in den spannenden Entstehungsprozess von “Back to future”.

Viele Prozesse greifen ineinander, bis eine Idee zum Konzept und schließlich zu einer Ausstellung wird. Andere Mitarbeiter:innen zu motivieren, deren Fokus nicht ausschließlich auf “Back to future” liegt, sei dabei “echt nicht zu unterschätzen, total wichtig.”, betont Katja Weber. “Motivation ist das A und O und es ist auch eine große Führungskompetenz, motivieren zu können.“ Durch ihre Arbeit vor Ort wurde die wissenschaftliche Volontärin Caroline Dörr dabei zu einer wichtigen Stütze. Sie koordinierte zudem die Einbindung der Ausstellung in museumsinterne Abläufe. Der eigentlichen Entstehung von “Back to future” geht eine lange gedankliche Vorbereitung und Planung voraus. Mit ihrer Idee zur Ausstellung trat Katja Weber zunächst an das Museum für Kommunikation Frankfurt heran. Im Alleingang entwickelte sie erste interaktive und partizipative Vermittlungsideen. Später unterstützte sie dabei ein Team aus internen und externen Mitarbeiter:innen.

Gemeinsam arbeiteten sie verschiedene Zugänge aus, um den Besucher:innen abstrakte oder nicht sichtbare Dinge zu vermitteln, beispielsweise das Internet. Neben großen und kleinen Wandzitaten lockert ein sogenanntes „visions voting“ die Ausstellung auf. Dabei können die Besucher:innen selbst ein Teil der Ausstellung werden, indem sie an einem Monitor über bestimmte Fragen abstimmen, deren Antworten im Anschluss auf einer Leinwand angezeigt werden. Gleichzeitig bekommen sie einen Überblick darüber, wie andere Teilnehmer:innen geantwortet haben.

Vom Konzept zur Ausstellung

Erst nachdem der zeitliche Rahmen gesetzt war, konnte “Back to future” im Detail ausgearbeitet werden. “Alles, was vorher konzeptionelle Hirngespinste waren, wird Realität. Daran merkt man auch, ob man sich Quatsch ausgedacht hat.”, sagt Katja Weber. Sie empfand diese Phase als schwierig, da sie eine andere Haltung einnehmen musste. „Man liest, denkt und diskutiert nicht mehr, sondern ist plötzlich fleißig und muss irgendwie Objekte organisieren.“ Es wurden mitunter Transporte angefragt und eine Entwurfsplanung von Gestalter:innen erstellt, welche von den Schrauben bis zum Format alles festlegt. Mit der Phase der Grafik-, Medien- und Bauausschreibung begann laut Katja Weber eine “ganz eigene Krimigeschichte”, da das vorhandene Budget nicht immer mit den Angeboten der Firmen übereinstimmte.

Zettelkasten des Soziologen Niklas Luhmann © Sven Moschitz / MSPT

 

 Sobald der Leihverkehr beginnt, laufen die Dinge im Museum zusammen. Leihverkehr bedeutet, dass Ausstellungsstücke zeitweise von anderen Museen geliehen werden. Begleitet wurde dieser Prozess von einer E-Mail-Flut, die nur mithilfe zweier Praktikantinnen beherrschbar war: Es mussten Lizenzen bei Bibliotheken erfragt und Objektankäufe organisiert werden. Auch Versicherungswerte wurden gemeldet, bevor der Transport der Exponate in die große Schatzkammer des Museums erfolgen konnte. „Da fließt irgendwie alles so schön zusammen“, beschreibt Caroline Dörr den Endspurt der Ausstellungsorganisation. In einem Blogartikel vergleicht sie Ausstellungsaufbau mit Puzzeln, „weil man das Gefühl hat, auf einmal fallen alle Puzzlesteine zusammen und es ergibt sich ein schönes großes Bild.“Nach dem vierwöchigen Aufbau und einer ausführlichen Dokumentation stand schließlich die Ausstellung und konnte digital eröffnet werden. Bei „Back to Future“ war das am 18.November 2020. „Leider nicht analog, aber ich glaube, es ist trotzdem eine schöne Eröffnung gewesen.“, so Caroline Dörr. Zu diesem Zeitpunkt lagen zwei Jahre Arbeit hinter dem Museumsteam. Katja Weber war in diesem Zeitraum als selbständig arbeitende Kuratorin vom Museum beauftragt, betont aber, dass die Ideen viel früher entstanden sind.

 

Ein Blumenstrauß voller Ideen

Neue Ideen umzusetzen und gleichzeitig ältere Planungen zu verwerfen, gehört zu jedem Projekt dazu. „Es ist ständig ein bunter Blumenstrauß von Ideen“, beschreibt Katja Weber den Arbeitsprozess, in dem viele anfänglichen Überlegungen aussortiert wurden. Leere Bilderrahmen, um darauf aufmerksam zu machen, dass in der Ausstellung zu wenig Vielfalt zu finden ist, war eine dieser Ideen. Sie sollten Werke von Frauen und Menschen aus anderen Kulturen ersetzen, da das Museumsteam historisch bedingt hauptsächlich Erfindungen weißer Männer ausstellen konnte. Nach Absprachen im Team wurde die Idee allerdings durch die poetischen Umwege ersetzt. Am Ende waren es sehr wenige Blumen des ursprünglich großen Bouquets, die es in die Realisierung geschafft haben. Wie viel Herzblut in der Umsetzung von „Back to future“ steckte, beweisen uns unsere Interviewpartnerinnen bei der Frage nach ihren Lieblingsobjekten. Beide geraten dabei ins Schwärmen: „Ich finde es schön, wenn sich eigene Biografien irgendwo verdichten“, sagt Katja Weber zum Zettelkasten des Soziologen Niklas Luhmann. Sie selbst sei als Soziologin stark von seinem Denken geprägt worden. Das Original nun in ihrer Ausstellung zu finden, sei „irgendwie abgefahren“. Auch für Caroline Dörr ist der Zettelkasten ein ganz besonderes Ausstellungsstück: „Es gibt so ein paar Objekte, bei denen denkt man sich, die kriegt man auf keinen Fall. Das ist dann ein mega Erfolgserlebnis, wenn man sie doch bekommt.“ Ein Ausstellungsstück hat es ihr allerdings besonders angetan: „Man denkt sich so: ‚Hä, was ist das eigentlich?‘“, beschreibt sie das Fahrzeugauge, mit dem das erste autonom fahrende Auto Deutschlands das Sehen erlernen sollte. Es stammt aus einer privaten Sammlung, auf die sie über viele Umwege gestoßen ist und dessen Geschichte sie aus erster Hand erfahren konnte. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht meint Caroline Dörr dazu: „Solche Objekte in der Ausstellung zu haben, wenn man die Geschichte dahinter weiß – das sind schon kleine, persönliche Highlights.“

Autor:innen: Student:innen des Karlsurher Institut für Technologie

„Go with the flow, man muss das Beste daraus machen” – Museumskommunikation unter Coronabedingungen

„Back to Future“: Von der Idee zum Konzept

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Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von den Student:innen des Studienganges „Wissenschaft- Medien- Kommunikation“ des Karlsruher Institut für Technologie  und ist in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kommunikation entstanden. Verschiedene Perspektiven auf die Konzeption, Durchführung und Kommunikation der „Back to Future“ Ausstellung wurden erarbeitet und in Blogbeiträgen zusammengeführt.

Was steckt eigentlich hinter einer Museumsausstellung? Der ein oder andere hat sich wohl bereits diese Frage gestellt, denn selten bekommt man einen Einblick hinter die Kulissen. Im Interview gewähren Kuratorin Katja Weber und Volontärin Caroline Dörr einen Einblick, wie aus der Idee ein Konzept für die Ausstellung Back to Future entstanden ist. Die Sonderausstellung „Back to Future“ präsentiert Technikvisionen zur Kommunikation und Mobilität aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Längst sind viele Visionen der kreativen Vordenker Teil des Alltags, andere hingegen sind bis heute Fiktion.

Bereits vor einigen Jahren kam Katja Weber die Idee, eine Ausstellung zum Thema Technikvisionen zu planen: „Für eine Wissenschaftstagung zu den Themen bin ich nach Paderborn ins Science-Forum und ehrlich gesagt fand ich alles ziemlich trübe und sehr technisch. Ich kam nicht wirklich in die Diskurse rein und dann kam einer rein, der irgendwie anders war und der über Technikutopien erzählt hat. Da habe ich dann zum ersten Mal richtig zugehört und fand es interessant. Das ist irgendwie spannend, über die Geschichte der Technikvision zu erzählen.“

Von der Themenfindung zum Konzept

Das Museum für Kommunikation Frankfurt (MfK) ist primär ein Technikmuseum, weshalb Weber den Fokus auf die Aspekte der Kommunikation und der Technik der vergangenen Visionen legte. Durch die Nutzung und Auswirkung vergangener Technikvisionen für und auf den Menschen möchte das MfK dem Publikum die Relevanz des Themas näherbringen.
Aus der Idee entstand ein Konzept bestehend aus einem Prolog, vier Themenräumen und einem Epilog. Die Räume befassen sich mit der Optimierung des Menschen, grenzenloser Kommunikation, Überwindung von Raum und Zeit sowie der Suche nach anderen Welten.

Prolog, Kernthemen, Epilog – der rote Faden

Dem Prolog und Epilog misst die Kuratorin einen hohen Stellenwert bei: „Bei Ausstellungen muss man sich, wie beim Film und Theater auch, über die Dramaturgie Gedanken machen. Ehrlich gesagt vergessen das manche Ausstellungsmacher.“

Zu Beginn stimmt der Prolog in utopisches Denken ein, zum Ende wiederrum lädt der Epilog der Ausstellung das Publikum dazu ein sich selbstständig eine Utopie zu generieren. Zusammen geben sie den Besucher:innen einen roten Faden, an dem sie sich heran hangeln können und bilden einen Einstieg und einen Abschluss in das Thema „Back to Future“.

 Im Austausch mit dem Museum wurden die Kernthemen festgelegt. Dabei war es wichtig, die Leitlinien der Einrichtung im Auge zu behalten. „Da muss man auch immer als Kurator und Kuratorin aufpassen, auf wie viel man sich einlässt. Ich habe mich bei dieser Ausstellung auf ein paar zu viele Themen eingelassen. Durch den gesteigerten Arbeitsaufwand musste sogar weiteres Personal eingestellt werden.“

Prolog zur Back to Future Austellung

 

Schwierigkeiten bei der Umsetzung

Eingang zur Back to Future Austellung

 

Carolin Dörr verrät, dass nicht alles umgesetzt werden konnte, was zunächst geplant war. Meist sind Budget und Platz die entscheidenden Faktoren, ob alle gestalterischen und inhaltlichen Elemente realisiert werden können. Weber betont zusätzlich, dass bei einer zu hohen Informationsdichte die Besucher:innen überfordert sein könnten. Dennoch sind die Mitwirkenden mit dem Endergebnis mehr als zufrieden.

Schlussendlich stellt sich die Frage, welches Ziel die Ausstellung verfolgt: „Es ist halt auch eine Entscheidung wie wir, die jetzt die Technik benutzen und entwickeln, uns die Zukunft vorstellen und gestalten. Das ist eigentlich die Botschaft dieser Ausstellung: Dass wir uns bewusst werden, dass wir nicht abhängig sind von großen Technikkonzernen, die sich irgendwas ausdenken, sondern dass wir auch entscheiden können, wie unsere Zukunft sein soll.“ erwiderte die Kuratorin.

Hinter der Idee und dem Konzept der Ausstellung „Back to Future“ steckt mehr als nur eine Vermittlung vergangener Technikvisionen der Zukunft. Das Team möchte durch die Ausstellung darauf aufmerksam machen, wie sich gegenwärtige Ideen über die Zukunft in der Technik ausdrücken. Außerdem soll gezeigt werden, wie wir selbst die Technik der Zukunft beeinflussen können.

Autor:innen: Paulina Barton; Jena Cho; Paolo Pavone