Kein Tag ist wie der andere

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Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von den Student:innen des Studienganges „Wissenschaft- Medien- Kommunikation“ des Karlsruher Institut für Technologie  und ist in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kommunikation entstanden. Verschiedene Perspektiven auf die Konzeption, Durchführung und Kommunikation der „Back to Future“ Ausstellung wurden erarbeitet und in Blogbeiträgen zusammengeführt.

Als Studierende des KIT hat uns die Kooperation mit dem Frankfurter Museum für Kommunikation die Möglichkeit gegeben, einen Einblick in die Praxis der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit zu bekommen. Das digitale Gespräch mit unseren Interviewparter:innen Corinna Engel und Daniel Voigt hat uns spannende Details offenbart. Corinna Engel ist die Leiterin der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im MfK in Frankfurt. Daniel Voigt arbeitet als Pressereferent ebenfalls für das MfK.

 

Zuerst haben wir Frau Engel nach ihren Hauptaufgaben im MfK gefragt und wie ihr Alltag aussieht. An oberster Stelle steht die Organisation und Koordination innerhalb der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Dabei steht sie in Kontakt mit den Kolleg:innen der verschiedenen Standorte des Museums in Berlin, Bonn und Nürnberg. Für die Leitung des Frankfurter Teams ist Frau Engel besonders wichtig, dass sich die Mitarbeiter:innen wohl fühlen und motiviert sind. Außerdem soll die interne Koordination funktionieren und gut abgestimmt sein. Formale Aufgaben wie die Erstellung von Dienstplänen und das Schreiben verschiedener Anträge gehören ebenfalls in den Aufgabenbereich von Frau Engel.

Im Zuge des Interviews hat uns zunächst interessiert, wie die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit im MFK aufgebaut ist und wie viele Mitarbeiter:innen sie beschäftigt. Die Presseabteilung besteht im Moment aus Herrn Voigt, dem Pressereferenten des MfK und einer Praktikant:innenstelle. Das pädagogische Team, das sich um das Angebot und die Vermittlung von Workshops sowie pädagogische Kooperationen kümmert, und das Team, das Events und Vermietungen organisiert, beschäftigen im Moment jeweils zwei Leute. Außerdem bilden die Ausstellungsreferentin des MfK und eine Volontariatsstelle das Ausstellungsteam der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit.

Auf die Frage nach ihrem Werdegang und wie Frau Engel in ihre Position im MfK gelangt ist, erzählt sie, dass ihr Interesse für Kunst bereits in ihrer Kindheit geweckt wurde. Ihre Leidenschaft für die Medienkunst hat sie nach dem Studium der Kunstgeschichte und Romanistik in Heidelberg und dem Abschluss ihrer Promotion nach Frankfurt geführt, wo sie ein Volontariat im MfK absolvierte. Im Jahr 2013 hat sie für das Historische Museum in Frankfurt gearbeitet und dort die Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eingerichtet. Seit 2017 ist sie nun in ihrer Position im Museum für Kommunikation. Vor allem die Personalverantwortung, die Möglichkeit ein Team zu leiten sowie die inhaltliche Gestaltung haben sie an dem Job gereizt.

Auf die Frage, was das MFK und seine Öffentlichkeitsarbeit auszeichnet, betont Daniel Voigt den besonderen Fokus auf die Interaktion mit den Besucher:innen. „Wir wollen, dass das MfK ein Ort des Zusammenkommens, ein Ort der Bildung, des Mitmachens und der Interaktion ist. Wir fördern den Dialog.“ so Voigt. Mitmach-Angebote wie Führungen und Workshops sind prägender Bestandteil des Museums. Im Unterschied zu herkömmlichen Kunstmuseen, die den Fokus auf das Kunstwerk legen, ist das MfK also zudem ein lebendiger Ort des Mitmachens.

Postkarten an die Zukunft zum Selberschreiben

Ein Auszug aus der aktuellen Sonderausstellung „Back to Future“: Zukunftsfantasien [1930]

Über die sozialen Medien wird die Interaktion lebendig. Für Herrn Voigt besteht der primäre Zweck der Social Media Kommunikation vor allem darin, den persönlichen Kontakt zu Privatpersonen, also den Besucher:innen des Museums herzustellen. Die Presse wird in der Regel gezielt durch Pressemitteilungen angesprochen. Zu Journalist:innen, die regelmäßig über das MFK und die Ausstellungen berichten, entsteht mit der Zeit auch eine Art „Bindung an das Haus“. Unabhängig vom Thema der Ausstellung gibt es in der Öffentlichkeitsarbeit Kernaufgaben, die regelmäßig ausgeführt werden. Dazu gehören z.B. die Planung von Foto-Terminen zur Dokumentation der Ausstellung, die Veröffentlichung von Pressemitteilungen, die verschiedene Stationen der Ausstellung erläutern, sowie die Organisation von Pressekonferenzen. Wichtig sei es dabei, den Überblick über den Umfang und das Budget der Ausstellung zu behalten und festzulegen, wie und mit welcher Frequenz man sich an die Presse wenden will.

Generell wird die Öffentlichkeitsarbeit maßgeblich durch das Feedback der Besucher:innen mitbestimmt. Das MfK ist auf Kritik angewiesen, weshalb es umfangreiche Angebote zum Rückmelden gibt. Ein traditionelles Kommunikationsinstrument ist das Gästebuch, in dem Besucher:innen ihr Feedback hinterlassen können. Auch der Besucherservice ist stets offen für Feedback. Im monatlichen Meeting wird anschließend alles zusammengetragen und evaluiert, um die konstruktive Kritik gegebenenfalls umzusetzen.

Nicht ganz ohne Eigeninteresse hat uns als angehende Kommunikator:innen interessiert, was das Beste am Job in der Öffentlichkeitsarbeit ist. Er sei vor allem eins: abwechslungsreich. „Jeden Tag kommt Neues auf, das ich so nicht geplant hatte. Das ist natürlich eine Herausforderung, aber es macht den Museumsalltag auch sehr spannend.“, meint Herr Voigt. Als Pressereferent muss er stets den Überblick über alle Abteilungen und Events behalten. Auch Frau Engel ist dankbar, als Abteilungsleiterin der Öffentlichkeitsarbeit für ein gutes gesellschaftliches Miteinander eintreten zu können. Da sie nie einen Unterschied zwischen ihren privaten Interessen und ihrem Beruf machen muss, empfindet sie diesen immer auch als eine Berufung.

Autor:innen: Student:innen des Karlsruher Institut für Techologie

Kein Tag ist wie der andere

Ist das Kunst oder kann das Wissenschaft?

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Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von den Student:innen des Studienganges „Wissenschaft- Medien- Kommunikation“ des Karlsruher Institut für Technologie und ist in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kommunikation entstanden. Verschiedene Perspektiven auf die Konzeption, Durchführung und Kommunikation der „Back to Future“-Ausstellung wurden erarbeitet und in Blogbeiträgen zusammengeführt.

In Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie und dem Museum für Kommunikation Frankfurt entstanden acht Blogbeiträge zu unterschiedlichen Themen. Wir haben für euch die Kuratorin Katja Weber und die wissenschaftliche Volontärin Carolin Dörr interviewt. Dabei haben wir den Zusammenhang zwischen Kunst und Wissenschaft aufgegriffen, welcher auch in der Sonderausstellung „Back to Future. Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität“ präsentiert wird.

Einblick hinter die Kulissen

© Pinar Yoldas, Designer Babies, 2013.

 

Zunächst wollten wir von den beiden wissen, wie sie auf die Idee kamen, Kunstwerke in die Ausstellung zu integrieren. „Da fehlt der Magic Moment“, dieser Gedanke hat Katja Weber nicht losgelassen. Sie sah sich mit mühseligen Kommunikationen mit den Beteiligten und harten Recherchen konfrontiert. Es fehlte an Kreativität und künstlerischen Zugängen im Hinblick auf die Vermittlung der Inhalte. Besucher:innen sollten über mehrere Ebenen angesprochen werden. Es ist wichtig den Besucher auf eine ästhetische Weise zu berühren. Nach intensiver Recherche stieß Weber auf das Exponat eines designten Babys, dort wird der Magic Moment besonders deutlich. Dieses Kunstwerk wirft ethische und moralische Fragen auf, außerdem berührt die menschennahe Abbildung nachhaltiger als ein technisches Kunstwerk.

Kunstwerke sollten möglichst vielfältig sein. Dementsprechend wollten wir erfahren, ob es bestimmte Attribute gab, die alle Kunstwerke kennzeichneten wie beispielsweise die Herkunft oder die Wahl des Mediums.

Sie haben eher auf Unterschiede bei den Kunstwerken und Internationalität der Künstler:innen gesetzt. Durch diese gegebene Diversität war es möglich, vielfältige Visionen in der Ausstellung zu vereinen. Skulpturen, Fotografien, Virtual Reality oder sogar organische Medien sind bei „Back to Future“ zu sehen. Künstler aus England, den Vereinigten Staaten, dem Senegal und aus Kroatien wirkten bei der Sonderausstellung mit.

Zwischen Kunst und Kultur

Da in der Ausstellung sowohl künstlerische als auch kulturhistorische Exponate vorkommen, hat es unsere Neugier geweckt, wie sich dieser Unterschied in der Ausstellung äußert. Der Unterschied wird vor allem in den Themenräumen und bei den sogenannten poetischen Umwegen deutlich. Dabei macht die Kunst selbst den Unterschied, so die Kuratorin. Je nach Anwendungsbereich variiert die Darstellung der Kunst. So sind beispielsweise Exponate mit kulturhistorischem Hintergrund aus dem jeweiligen Zeitgeschehen zu sehen. Darüber hinaus ist die Kunst groß, raumergreifend und individuell, was folglich die Diversität der Ausstellung noch einmal unterstreicht.

Oftmals kommt es bei Künstler:innen vor, dass sich Ideen für Projekte im Laufe des Prozesses ändern, da die Umsetzung häufig Überraschungen bereithält. Aus diesem Grund hat es uns interessiert, ob das bei der Umsetzung der Ausstellung „Back to Future“ auch der Fall war. Künstler:innen wurden vorab angefragt, inwiefern sie sich vorstellen konnten, bei dieser ungewöhnlichen Ausstellung mitzuwirken. Daraufhin wurde bei der Bundeskulturstiftung ein Antrag gestellt, um die poetischen Umwege zeigen zu können. Die Umsetzung ist dabei immer mit Budget, beziehungsweise der Einnahme von Drittmitteln verbunden. Nach der Genehmigung folgte die Kontaktaufnahme mit den Ateliers und den Galerien, welche jedoch durch die aktuelle Corona Pandemie erschwert wurde. Entsprechend mussten einige Ideen situativ angepasst werden. „Es gab auf jeden Fall Veränderungen“, so Katja Weber.

Fotografie „Flying Bicycle“, um 1900, USA. Quelle: Alamy FF816K FLYING BICYCLE, c1900. /nThe French ‘flying bicycle,’ Aviette. Photograph, c1900. © Granger Historical Picture Archive / Alamy Stock Photo

Seele und Verstand

Virtual Reality Erlebnis “Garten der Lüste” von Hieronymus Bosch

Rationale Wissenschaft und emotionsgeladene Kunst klingen erst mal völlig gegensätzlich. Doch worin besteht ihre Verbindung?

Ohne zu zögern kam die Antwort „Aus der Fähigkeit visionär zu sein“. Kunst und Kultur spiegeln die gesellschaftlichen Herausforderungen und das alltägliche Geschehen wider. Somit ist es wichtig einen Weg zu ebnen, durch den solche Themen in Form von Kunst repräsentiert und verarbeitet werden können. Forscher hingegen nutzen wissenschaftliche Methoden, um relevante Ergebnisse verständlich zu kommunizieren. Der Unterschied zwischen Kunst und Wissenschaft ist demnach die Herangehensweise an die gleichen Themen. Die Verbindung der beiden liefert der Öffentlichkeit ein reflektiertes Gesamtbild und eine leichtere Zugänglichkeit zu bislang unbekannten Themen.

Der Schriftsteller Maxim Gorki trifft den Nagel auf den Kopf, die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele.

Autorinnen: Lara Bitzer, Angela Hyland, Artisa Zhegrova

Neu in der Bibliothek

Neu in der Bibliothek

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Happy #bookloversday! Heute feiern Buchliebhaber:innen ihre literarischen Schätze. Eine super Gelegenheit für die Bibliothek des Museums für Kommunikation drei ihrer Lieblingsbücher aus dem aktuellen Neuerwerbungsregal vorzustellen. Von originellen WLAN-Namen und ihren Erklärungen, inspirierenden jungen Sinnfluencer:innen und einem Plädoyer fürs Nichtstun. Ein Hoch auf unser Lieblingsmedium und viel Spaß beim Lesen!
Junge Ideen für die Zukunft
Das Buch Wir machen Zukunft! von Julieta Cánepa und Pieree Ducrozet, stellt 16 junge Menschen und ihre Ideen für eine bessere Zukunft vor. Die Erde ist bedroht, Menschen leiden unter Unterdrückung und Korruption, Intoleranz und sozialer Ungerechtigkeit. Die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 22 Jahren nehmen das wahr und formulieren ihre Gedanken zum Thema ökologisches Bewusstsein, ihren Wunsch nach politischem Wandel und sozialer Gerechtigkeit. Jedes Kapitel widmet sich mit zahlreichen Bildern den jeweiligen Aktivist:innen und informiert über deren Hintergründe und Schwerpunkte. Ein Buch, das ansteckt mit der Hoffnung junger Menschen und zum eigenen Engagement anregt.

Cánepa, Julieta / Ducrozet, Pierre: Wir machen Zukunft! Thienemann-Esslinger Verlag 2021. ISBN: 978-3-522-30568-6

“Warum sollten wir warten, bis wir erwachsen sind?”

Alice im WLANd
Frueherwarendiewlannamenlustiger ist einer der Namen, die Menschen ihren WLANs geben und die im Buch Pretty fly for a wifi der Autorin Helen Stelthove nicht nur versammelt sondern auch erklärend kommentiert werden. Neben Definition von „Alles auf Horst“ und „Flötenschlumpf“ bietet das Buch auch Statistiken zur Nutzung bestimmter Begriffe: von Medienreferenzen, Tierarten, Serien bis zu Gaumenfreuden sowie ein Essay zum Thema „Pop“ von Dr. Moritz Baßler im Mittelteil des Wörterbuches.

Herausgekommen ist ein Werk mit  400 originellen digitalen Fundstücken, das ein spannendes Bild deutscher Gegenwartskultur zeichnet.

Stelthove, Helen: Pretty fly for a wifi: das unvollständige Wörterbuch der WLAN-Namen in Deutschland. Berlin: Dudenverlag  2019. ISBN: 978-3-411-75049-8

“Der Router ist zum festen Bestandteil unserer digitalen Inneneinrichtung avanciert – ein unansehnliches Gerät, dem aber, wer sein WLAN liebt, einen originellen Namen geben kann…”

 

Plädoyer für das Nichts
Im Buch Nichts tun von Jenny Odell geht es um nichts weniger als die Frage wem oder was wir unsere Aufmerksamkeit schenken und was diese Entscheidung mit uns macht. In einer Welt, die Menschen permanent an ihrer Produktivität misst, in der jede Minute erfasst, optimiert und zur finanziellen Ressource wird, ist nichts tun ein revolutionärer Akt. Denn nicht nur im individuellen Leben sondern auch auf kollektiver Ebene kreiert das gegenwärtige Design unserer Technologie die falschen Ziele. Das Buch ist keine generelle Kritik an moderner Technologie, möchte aber sensibilisieren für den Zusammenhang von Aufmerksamkeitsökonomie, Kapitalismus, kolonialistischem Denken, Einsamkeit und ausbeuterischem Handeln. Aufmerksamkeitsmuster definieren unsere Realität. Mit ihrem Buch plädiert die Autorin dafür, unsere Aufmerksamkeit wieder für uns zu beanspruchen, um zu sehen, dass alles was wir uns wünschen, bereits existiert.

Odell, Jenny: Nichts tun: die Kunst, sich der Aufmerksamkeitsökonomie zu entziehen. München: C.H. Beck 2021. ISBN: 978-3-406-76831-6

„Wir wissen, dass wir in komplexen Zeiten leben, die komplexe Gedanken und Gespräche erfordern – und diese wiederrum benötigen genau die Zeit und den Raum, die man nicht hat.“

 

Euer Interesse für Literatur rund um das Thema Kommunikation ist geweckt?

Viel Spaß beim Stöbern im Online-Katalog der Bibliothek.

 

Autorin: Sandy Lang, 09.08.2021

Kein Tag ist wie der andere

Visionen erschaffen und abtauchen in andere Welten

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Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von den Student:innen des Studienganges „Wissenschaft- Medien- Kommunikation“ des Karlsruher Institut für Technologie  und ist in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kommunikation entstanden. Verschiedene Perspektiven auf die Konzeption, Durchführung und Kommunikation der „Back to Future“ Ausstellung wurden erarbeitet und in Blogbeiträgen zusammengeführt.

Du steigst in dein Auto, nimmst das Lenkrad in die Hand und steuerst auf dein Fahrtziel zu. Mal biegst du nach rechts ab und mal nach links. Du gibst Gas und bestimmst die Geschwindigkeit. Du entscheidest, wie und wo du ankommst: Du hast die Handlungsmacht. Genauso verhält es sich auch mit der Zukunft. Wir als Gesellschaft nehmen das Lenkrad in die Hand und können unsere Zukunft aktiv steuern. Wir bestimmen das Ziel.

„Wir wollen die Besucher anregen, sich selbst in Beziehung zu setzen“ Katja Weber (Kuratorin der Ausstellung)

Mit der Ausstellung “Back to Future. Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität” werden die Besucher:innen nicht nur eingeladen, in die Visionen der Vergangenheit einzutauchen, sondern auch eigene Visionen zu gestalten. Die partizipativen und interaktiven Elemente der Ausstellung ermöglichen es, eine Idee davon zu bekommen, wie „unsere Zukunft später wird und wie wir uns selbst ermächtigen können, Teil davon zu sein“, sagt Katja Weber, die Kuratorin der Ausstellung.

Fremde Welten erkunden

Virtual Reality Erlebnis “Garten der Lüste”

​Im “Garten der Lüste” herumspazieren oder sich eine freie Zukunft prophezeien lassen? Die VR-Anwendungen bieten die Möglichkeit, in verschiedene Welten einzutauchen.
Der „Garten der Lüste“ ist ein Gemälde von Hieronymus Bosch. Die Entwicklergruppe TimeLeapVR aus Frankfurt hat sich diesen zum Anlass genommen, um eine Virtual Reality zu gestalten. Besucher:innen können in den geheimnisvollen Garten eintauchen und in ihm herumspazieren. Hier gibt es allerhand zu entdecken. Was passiert und wo sich hinbewegt wird, ist ihnen allein überlassen. Außenstehende können die Erkundungstour durch einen Monitor mitverfolgen.

Oder als Avatar an einen Ort zwischen Beauty-Salon und „Neurokosmetologielabor“ reisen? „In der VR-Anwendung von Hyphen-Labs begegnen uns Afrofeministinnen, die Prophetinnen sind und uns eine freie Zukunft prophezeien“, erzählt Katja Weber.

Nutzer:innen der VR-Anwendung sehen sich in einem Salonspiegel als ein junges afroamerikanisches Mädchen – dem futuristischen Avatar ‘Brooke’. Anstelle von gewöhnlichen Zöpfen werden die Kund:innen des Salons/Labors mit Elektroden ausgestattet. Diese lösen eine Halluzination aus, die einen durch eine tranceartige afrofuturistische Weltraumlandschaft führt. Die VR-Anwendung soll Nutzer:innen beeinflussen und möglicherweise Voreingenommenheit und Angst verringern, indem sie in positive, ansprechende Darstellungen von afroamerikanischen Frauen eintauchen.

VR-Anwendung von Hyphen-Labs

Einen eigenen Planeten erschaffen

Utopie Generator

Stell dir vor, du hättest in der Hand, wie das Leben auf einem zukünftigen Planeten ablaufen könnte. Wie würdest du es gestalten?

Der Utopie-Generator lädt die Besucher:innen am Ende des Rundgangs dazu ein, ihren Fantasien und Visionen zur Zukunft freien Lauf zu lassen. Er ist das Highlight der Ausstellung sowie das bei der Umsetzung so ziemlich herausforderndste interaktive Element. Für die Nutzer:innen selbst bleibt er aber „ein ganz einfaches Tool“, meint die Kuratorin Katja Weber.

Über einen Schalter können Fragen über die Vorstellungen eines zukünftigen Lebens mit “Ja” oder “Nein” beantwortet werden. Dazu erscheinen passende Animationen auf einer Leinwand und das Schlussbild zeigt die fertig generierte Utopie.

„Der Utopie-Generator funktioniert so, dass man immer ein Bild bekommt für das, wofür man sich entschieden hat. Man möchte, dass auf seiner Erde die Sonne aufgeht, also geht die Sonne auf.”Katja Weber

Das soll schlussendlich dazu führen, sich seinen eigenen Planeten zu erschaffen. Die Besucher:innen werden zum Schöpfer ihrer zukünftigen Welt und haben den Hebel selbst in der Hand. Gefragt wird, ob es humanoide Bewohner:innen geben soll, ob diese kooperativ sind, ob es Wasser in dieser Welt gibt, ob das Leben auf der Erde stattfinden soll, ob sich in der Nähe eine Sonne befindet und ob es hoch entwickelte Technologien geben wird.

Trotz der überschaubaren Zahl an Fragen und nur zwei Wahlmöglichkeiten, musste der Gestalter um die 128 Zeichnungen anfertigen, da es zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten gibt.

Hier geht’s zur Online-Anwendung: https://chrismon.evangelisch.de/utopie-generator 

Flaschenpost in die Zukunft

Urlaubsreisen auf den Mond? Oder fliegende Taxis? – Wie stellen wir uns heute die Zukunft vor? Und was wollen wir nächsten Generationen sagen? Was soll es in 50 oder 100 Jahren geben und was soll im Hier und Jetzt bleiben? Über diese Fragen können sich die Besucher:innen inmitten der Ausstellung an einem Tisch in Ruhe Gedanken machen. 

Postkarten an die Zukunft zum Selberschreiben

 „Besucher können ihre Botschaft an zukünftige Generationen auf einer Postkarte hinterlassen, in die Zeitkapsel stecken und die geht in das Archiv des Museums ein. Dort wird sie unter wissenschaftlichen Bedingungen inventarisiert“Katja Weber 

Die Kuratorin Katja Weber erhofft sich, dass „vielleicht in ferner Zukunft irgendwann mal jemand, der dort arbeitet, diese Archivkapsel finden und möglicherweise daraus eine Ausstellung machen wird.“ 

Auch wir haben überlegt, wie wir uns die Zukunft vorstellen. Eine Postkarte möchten wir gerne zeigen:  

Beim Schreiben dieser Postkarte musste ich daran zurückdenken, wie ich im Alter von 13 Jahren einen Brief an mein 30-Jähriges Ich geschrieben habe. Ich wollte meiner Zukunft sagen, was ich mir erträume bis dahin erlebt zu haben. Meine eigene Zeitkapsel, die im Gegensatz zur Museums-Zeitkapsel, nur für mich bestimmt ist.

Für jeden ist etwas dabei

Die Ausstellung kann durch die interaktiven Elemente bei mehreren Zielgruppen punkten.

„Weil Gruppen von Jugendlichen und Kindern am liebsten sitzen und wenn es da, wo es etwas zu Sitzen gibt, auch noch etwas zum Spielen ist, dann hat man schon einmal zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.“ – Katja Weber

Kinder und Jugendliche sind begeistert, wenn sich irgendwo etwas bewegen lässt und auch die Erwachsenen können sich an sogenannten Votingstationen oder der Zeitkapsel intensiv mit der Thematik beschäftigen und etwas zu der Ausstellung beitragen. 

Die Zukunft liegt in unseren Händen

 „Dieser Versuch mit der Interaktivität, diese eigene Handlungsmacht spürbar zu machen. Selbstwirksamkeit spürbar zu machen. Den Selbstbezug.“ Katja Weber 

Durch die interaktiven Elemente in der Ausstellung werden wir angeregt, in Fantasien zu schwelgen, Utopien zu generieren, über die Zukunft nachzudenken, die Visionen der Vordenker nachzuempfinden und Wünsche an die Zukunft zu äußern. 

WIR haben das Lenkrad in der Hand. Wir haben mehr Macht, als wir denken. Also: Lass uns in unser Auto setzen, das Lenkrad in die Hand nehmen und das Ziel bestimmen!  

Autorinnen: Céline Ullrich, Viviane Seeberger, Karla Wolff

Die Kinderwerkstatt im Sommer 2021

Die Kinderwerkstatt im Sommer 2021

Ausprobieren und selbst aktiv werden und dabei Nachhaltigkeit fördern: Das ist das Motto der Kinderwerkstatt.
Unser Mitmachbereich zum Telefonieren, Erfinden, Morsen, Basteln, Anfassen, Ausprobieren und selbst aktiv werden. Unsere jungen und jung gebliebenen Besucher können hier spielerisch die Wege der Kommunikation entdecken.

 

 

Was bedeutet “Kinderwerkstatt” eigentlich ?

In der Kinderwerkstatt widmen wir uns jeden Freitag zwei Stunden lang nur den Kids und lassen der Kreativität freien Lauf. Mithilfe von verschiedenen Stationen kann man hier nämlich selber aktiv werden. Ein gutes Beispiel ist die Erfinderecke. Dort kann unter Aufsicht ein eigener Schrottroboter gebaut werden. Wir haben Telefone, PC-Tastaturen, CD-Spieler, CDs, Kabel und anderen Elektroschrott gesammelt, der nach Lust und Laune neu zusammengesetzt werden kann! Wer lieber etwas anderes basteln oder bemalen will ist an unseren vielen Basteltischen gut aufgehoben.

In der Druckwerkstatt kann man sich auch eine der vielen bunten Karten schnappen und ein Motiv drucken. Entweder man nutzt die Vorlage der Kinderwerkstatt oder zeichnet sich sein Motiv selber und kann so sein ganz individuelles Kunstwerk erschaffen.

Die Bastel- und Malecke der Kinderwerkstatt

 

 In den Bastel- und Malecken der Kinderwerkstatt stehen Bastelanleitungen zur Verfügung um einen kleinen Roboter zu basteln. In der Bilderreihe ( von links nach rechts) sieht man den Prozess einer solchen Basteleinheit. Der kleine Roboter wird zusammengesetzt aus verschiedenen kleinen Bauteilen, die man sich selber ausschneidet und bemalen kann. Unter Aufsicht (- Achtung heiß!) können die Roboter dann zusammengeklebt werden und nach der Kinderwerkstatt mit nach Hause genommen werden.

 

Es gibt noch viele andere Sachen in der Kinderwerkstatt zu entdecken. Was passiert wohl, wenn man einen der Telefonhörer abnimmt, die im ganzen Raum verteilt sind? Oder man probiert mal die Seilpost aus, um kleine selbstgeschriebene Nachrichten quer durch den Raum zu schicken.

 

Jeden Freitag in den Sommerferien.

Alter: für Kinder ab 4 Jahren
Anmeldung: vermittlung.mfk-frankfurt@mspt.de oder (069) 60 60 321
Kosten: 7 € zzgl. Museumseintritt
Ort: Museum

 

Was kann man sonst noch erleben ?

 

Sommerferien, schlechtes Wetter und nichts zu tun? Wie wäre es mit einem Besuch in unserer Kinderwerkstatt?

Aufgrund der großen Nachfrage bieten wir euch Extratermine an:

Donnerstag, 05.08 von 14-16 Uhr

Samstag, 07.08 15-17 Uhr

In der Familienwerkstatt am Sonntag (nur einstündig gibt es auch noch freie Plätze:

11.15-12.15 Uhr

12.30-13.30 Uhr

 

Nächste Woche:

Di, 10.08 14-16 Uhr

Mi, 11.08 gibt es stündliche Nachmittagstermine von:

13.30-14.30 Uhr

14.45-15.45 Uhr

16-17 Uhr

 

Do,12.08 14-16 Uhr

Fr, 13.08 14-16 Uhr

 

 

Workshop Zukunftslabor!

Kreative Visionär*innen aufgepasst! Im Museum für Kommunikation wird Zukunft gestaltet und dafür brauchen wir euch! In den Sommerferien wollen wir gemeinsam mit euch überlegen, wie wir in Zukunft leben werden. Im fernen Weltall herumfliegend oder doch eher in einer virtuellen Welt? Was wie Science-Fiction klingt, kann in Zukunft
Realität werden! Deshalb nehmen wir uns drei Tage Zeit, um aus fantastischen Ideen einen Trickfilm zu erstellen und damit ein Stück Zukunft entwerfen.

 

Alter: für Kinder von 8 – 12 Jahren
Anmeldung: vermittlung.mfk-frankfurt@mspt.de oder (069) 60 60 321
Kosten: 45 € zzgl. einmaligem Museumseintritt
Ort: Museum
Hinweis: Dreitägiger Ferienworkshop (17. bis 19. August)

 

Text: Marina Schilke