Episode 3: Was sind Algorithmen?

Episode 3: Was sind Algorithmen?

Der Erklärpodcast zum Digitalen Wandel widmet sich zentralen Begriffen der Digitalisierung: Von A wie Algorithmen bis S wie Social Scoring reicht das Themenspektrum. Der Podcast ist Teil des Dialogprojekts „Leben & Lernen X.0“ am Museum für Kommunikation Frankfurt, in dem im Dialog mit der Bürgerschaft Fragen zur Zukunft der Bildung, Abeit und Demokratie verhandelt werden.

Die aktuelle Episode des Erklärpodcasts zum Digitalen Wandel fragt: Was sind Algorithmen? Der Gastgeberin Tine Nowak vom Leben X.0-Podcasts am Museum für Kommunikation Frankfurt steht diesmal als Co-Moderatorin Anjuli Spieker zur Seite – sie ist als Wissenschaftliche Volontärin Teil des Leben & Lernen X.0-Teams. Mit einem Blick in die Wikipedia und mit drei unterschiedlichen Perspektiven auf den Begriff von Jörn Müller-Quade, Nele Heise und Jeanne Charlotte Vogt versuchen Tine Nowak und Anjuli Spieker Algorithmen sowohl per Definition als auch in ihren Auswirkungen auf unsere gegenwärtige Gesellschaft zu verstehen.

Die folgenden Kapitel lassen sich im Player direkt ansteuern, wenn man im Player (oben) über „Alle Episode“ das Icon ganz links anklickt, damit öffnet sich das Kapitelverzeichnis.

00:00:17 – Begrüßung

00:01:44 – Co-Moderatorin Anjuli Spieker & Leben & Lernen X.0
In jeder Episode ist eine andere Museumskollegin oder ein -kollege als Co-Moderation dabei. Anjuli Spieker ist Wissenschaftliche Volontärin am Projekt Leben und Lernen X.0. Ein Schwerpunkt des Projekts Leben und Lernen X.0 ist der Debatten-Dienstag, den sie kurz vorstellt. Das Format der Fishbowl-Diskussion stellt ein lebendiges Forum dar, bei dem sich Expert*innen und Bürger*innen miteinander austauschen können. Der nächste Debatten-Dienstag findet am 3. September zum Thema „Zukunft der Mobilität. KI fährt mit“ statt. Wer es nicht schafft, ins Museum zu kommen, kann sich auch den Live-Stream unter www.lebenX0.de anschauen. Letztes Jahr wurden die Themen des Podcasts per Online-Umfrage ebenfalls auf der Projektwebseite ermittelt. Tine Nowak fragt sich, was die User*innen dazu bewogen hat. Braucht es eher eine griffige Definition oder sind es die Auswirkungen auf die Gesellschaft, die insbesondere thematisiert werden müssen?

00:09:29 – Wikipedia: Algorithmus
Wie in jeder Episode liest Tine Nowak den ersten Absatz des Wikipedia-Artikels zum Thema des Podcasts vor. Diesem zufolge sind Algorithmen klar terminierte Handlungsvorschriften, die zur Problemlösung dienen. Anschließend wird zu den drei Gesprächspartner*innen übergeleitet.

00:11:37 – Jörn Müller-Quade
Jörn Müller-Quade ist Professor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und außerdem Kryptograph. Ihm zufolge sind Algorithmen präzise Vorschriften, denen gefolgt wird, um ein Ziel zu erreichen. Es gab sie schon vor den Computern – in Form von Kalkülen, bzw. Rechenvorschriften. Die Turing-Maschine (1936) wurde erfunden, um eine Antworten darauf zu finden, was mit Kalkülen möglich ist. Charles Babbage gilt als einer der konzeptionellen Erfinder des Computers, da er sich einen analytical engine (1837) ausgedacht hat. Er arbeitete mit Ada Lovelace zusammen, die über eine Programmierung einer solchen – bis dahin theoretischen – Maschine nachdachte (1843) und somit oft als erste Programmiererin bezeichnet wird. Heutzutage ist der Computer zu einem Universalgerät geworden. Es stellt sich die Frage, inwieweit Algorithmen unser Leben bestimmen oder unsere politische Meinung beeinflussen können. Auf viele Menschen wirken Algorithmen bedrohlich, da sie die Fähigkeit zum Lernen (Machine Learning) besitzen und ihre Funktionsweise u.U. nicht komplett nachvollziehbar für uns sind. Ein weiteres wichtiges Gebiet ist laut Müller-Quade der Datenschutz.

00:29:58 – Nele Heise
Nele Heise ist Kommunikationswissenschaftlerin und freie Medienforscherin. Sie beschäftigt sich u.a. mit den Folgen der Digitalisierung und erläutert die ethische Komponente von Algorithmen. Durch die Digitalisierung werden Algorithmen stark diskutiert. Der Zugriff auf Informationen ändert sich, wobei algorithmische Systeme eine große Rolle spielen. Wie soll man mit der Informationsflut umgehen und wer filtert die Inhalte? Inwiefern sollten algorithmische Systeme über Menschen entscheiden und können sie Ungleichheiten in der Gesellschaft verstärken? Grundlegende moralische Werte sollten reflektiert und mit der Gestaltung des technischen Systems in Einklang gebracht werden. Das Institute of Electrical and Electronics Engineers erstellte beispielsweise ein 200-seitiges Paper über ethisches Design. Nele Heise erachtet es als wichtig, transparente Programme zu nutzen, die man selbst kontrollieren kann. Der Algorithmus an sich wertet nicht, die Ergebnisse hängen von von dessen Programmierung und den zu verabeitenden Daten abhängen ab, somit müssen diese Faktoren bedacht werden.

00:44:19 – Jeanne Charlotte Vogt
Jeanne Charlotte Vogt ist Festivalleitern und Kuratorin beim NODE Forum for Digital Arts e.V. Sie organisiert den Hackaton „Jugend hackt“ mit. Dort arbeiten Jugendliche für drei Tage mit Medienpädagog*innen und ITler*innen an Programmier-Projekten. Es geht darum, die Technologie und Algorithmen zu hinterfragen, Probleme zu definieren und selbst neue Alternativen zu programmieren. Für Jugendliche, die noch wenige Erfahrung im Programmieren haben, gibt es das Jugendmedienkunstfestival „Digitale Welten“, bei welchem Algorithmen großer Plattformen hinterfragt werden und man Einblicke ins Programmieren gewinnen kann. Es geht bei den Coding-Projekten nicht darum, Programmierer*innen für die Wirtschaft auszubilden, sondern, sich der eigenen Verantwortung bewusst zu werden und komplexe gesellschaftliche Fragestellungen zu beantworten.

01:04:47 – Resümee
Wer sich für die Geschichte der Algorithmen interessiert, kann z.B. bei der Wikipedia weiter einsteigen. In der Episode standen letztlich die Konsequenzen von Algorithmen und die Prozesse der Reflexion im Vordergrund. Die nächste Episode mit dem Thema „Künstliche Intelligenz“ erscheint am 23. September.

Gibt es zu der Episode noch offene Fragen oder Ergänzungen? Dann schreibt uns per Mail oder Twitter (@mfk_frankfurt mit Hashtag #LebenX0). Wenn die Episode oder der Podcast Euch gefallen hat, dann könnt Ihr uns mit einer Bewertung oder Rezension bei iTunes eine Freude machen.

Ein Podcast des Museums für Kommunikation Frankfurt (Museumsstiftung Post und Telekommunikation).

Gäste: Jörn Müller-Quade, Nele Heise und Jeanne Charlotte Vogt
Co-Moderatorin: Anjuli Spieker
Redaktion/Produktion: Tine Nowak
Lizenz: CC-BY SA 4.0
Intro-Musik: “F” by Initials DC (mit freundlicher Genehmigung). Remix mit Tonfragmenten aus der Sammlung der MSPT durch Uvo Pauls.

 

Autorinnen: Tine Nowak / Irma Perizonius

Episode 2: Was ist Medienkompetenz?

Episode 2: Was ist Medienkompetenz?

Der Erklärpodcast zum Digitalen Wandel widmet sich zentralen Begriffen der Digitalisierung: Von A wie Algorithmen bis S wie Social Scoring reicht das Themenspektrum. Der Podcast ist Teil des Dialogprojekts „Leben & Lernen X.0“ am Museum für Kommunikation Frankfurt, in dem im Dialog mit der Bürgerschaft Fragen zur Zukunft der Bildung, Abeit und Demokratie verhandelt werden.

Die zweite Episode des Leben X.0-Podcasts am Museum für Kommunikation Frankfurt fragt: Was ist Medienkompetenz? Neben Podcast-Gastgeberin Tine Nowak ist diesmal als Co-Moderatorin Medienpädagogin Nina Voborsky mit an Bord des Erklärpodcasts zum Digitalen Wandel. Mit einem Blick in die Wikipedia und mit drei unterschiedlichen Perspektiven auf den Begriff von Kai Hugger, Beate Kremser und Christian Friedrich versuchen Tine Nowak und Nina Voborsky sich dem Begriff der Medienkompetenz mit seinen verschiedenen Dimensionen im Gespräch zu nähern.

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00:00:17 – Begrüßung

00:00:57 – Co-Moderatorin Nina Voborsky & Medienpädagogik im Museum
In jeder Episode ist eine andere Museumskollegin oder ein -kollege als Co-Moderation dabei. In dieser Episode ist es Nina Voborsky, die als Medienpädagogin im Museum für Kommunikation in Frankfurt tätig ist. Der Begriff Medienkompetenz ist für sie relevant, da sich beim Kuratieren der Kommunikations- und Mediengeschichte immer die Frage stellt, wie man die Inhalte am besten an die Besucherinnen und Besucher vermittelt. Themen wie Fake News und Hate Speech sind aktuelle Herausforderungen, für die Medienkompetenz wichtig ist. Durch Programme des Museums für alle verschiedenen Altersgruppen soll Medienkompetenz gefördert werden.

00:06:40 – Wikipedia: Medienkompetenz
Die Wikipedia ist ein viel genutztes Nachschlagewerk, weshalb Tine Nowak als Ausgangspunkt des Podcasts den ersten Absatz des Wikipedia-Artikels über Medienkompetenz vorliest. Inwiefern ist die Definition zutreffend? Es wird zu den drei Gesprächspartner*innen übergeleitet, die in Folge ihre Sichtweise auf den Begriff „Medienkompetenz“ darstellen, ihn erweitern und Antworten auf die gestellte Frage liefern.

00:12:01 – Kai Hugger
Kai Hugger ist Professor für Medienpädagogik an der Universität zu Köln. An der Universität Bielefeld hat er mit Dieter Baacke zusammengearbeitet, der den Begriff der Medienkompetenz maßgeblich geprägt hat. Kai Hugger zufolge ist Medienkompetenz die Lösung für ein Dilemma: Der Umgang mit Medien ermöglicht ein großes Maß an Freiheit, es braucht aber auch gerade bei Kindern und Jugendlichen Grenzen. Medienkompetenz soll den selbstständigen Umgang mit Medien ermöglichen. Kai Hugger erzählt außerdem, wie der Begriff Medienkompetenz entstand. In den 1970er Jahren gab es eine Kompetenzdebatte in den Wissenschaften. Aus Habermas’ Begriff der „kommunikativen Kompetenz“ und Chomskys „Sprachkompetenz“ entwickelte Baacke mit Blick auf die pädagogischen Aspekte Mitte der 90er Jahre das Konzept der Medienkompetenz. Die Wahl dieses Zeitpunkts hängt stark mit der zunehmenden Nutzung des Internets zusammen. Medienkompetenz lässt sich in vier Dimensionen einteilen: Medienkunde, Mediennutzung, Medienkritikfähigkeit und Mediengestaltung. Kai Hugger führt als Schwäche des Begriffs auf, dass dieser von vielen Personen mit unterschiedlichen Hintergründen verwendet wird und instrumentalisiert werden kann.

00:38:18 – Beate Kremser
Beate Kremser ist Medien- und Sozialpädagogin und hat beim Infocafé Neu Isenburg, einem medienpädagogisch orientieren Kinder- und Jugendtreff, gearbeitet. Mittlerweile ist sie bei der Stadt Frankfurt beim Jugend- und Sozialamt im Bereich des präventiven Jugendschutz tätig. Außerdem wirkt sie beim Projekt der Digitalen Helden mit, in dem es um die Peer-to-peer-Förderung von Medienkompetenz an Schulen geht. Sie erzählt über ihre Arbeit im Infocafé. Dort geht es darum, Medienkompetenz auf alltägliche, praktische Art zu vermitteln. Anstatt Kontrolle steht Kommunikation hier im Vordergrund, man tauscht sich mit den Jugendlichen aus und gibt ihnen die Möglichkeit, die medialen Inhalte kritisch zu hinterfragen. Dabei erachtet Beate Kremser es als wichtig, nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Eltern und Lehrkräfte mit Medienkompetenz zu befähigen. Besonders von Bedeutung ist für sie, das richtige Maß im Umgang mit digitalen Medien zu finden. Beispielsweise die Social Media tragen in einem erheblichen Maß zu Identitätsbildung ihrer Nutzer*innen bei. Beate Kremser findet, dass die Eltern und Lehrkräfte als Vorbilder fungieren und somit den Kindern und Jugendlichen einen angemessenen Umgang mit Medien vorleben sollten.

00:56:46 – Christian Friedrich
Christian Friedrich ist Referent für Bildung und Wissenschaft bei der Wikimedia in Deutschland, außerdem ist er freiberuflich im Bereich Bildung & „Open Educational Resources“ tätig. Er ist zudem Podcast-Gastgeber und Teil des „Feierabendbier Open Education“-Podcasts. Christian Friedrich erklärt. was Digital Literacies sind, indem er sie den Digital Skills gegenüberstellt. Bei den Digital Literacies steht mehr der Kontext und die beteiligten Personen im Vordergrund. Außerdem ist das Ziel des eigenen Handelns von zentraler Bedeutung. Mehr über Digital Literacies erklärt Christian Friedrich auch in seinem Wikimedia-Artikel. Die Wikimedia arbeitet darauf hin, sich mit unterschiedlichen Organisationen zusammenzutun, durch welche die Öffnung von Bildung und gesellschaftlicher Partizipation gefördert werden soll. Die Gesellschaft ist ohne Frage digital geprägt und die Meinungsbildung, die online stattfindet hat einen großen Einfluss auf das reale Leben. Für die Politiker bleibt dabei die Frage offen, inwiefern Rahmenbedingungen und Regulierungen für den digitalen Raum geschaffen werden sollen und ob alle Menschen an diesem Meinungsbildungsprozess teilhaben sollten. Christian Friedrich ist der Meinung, dass jeder in der Lage ist, an diesem Prozess mitzuwirken und möchte selbst zu dieser Entwicklung beitragen.

01:21:40 – Resümee
Mit einem Rückblick auf den Wikipedia-Artikel schlussfolgern Nina Voborsky und Tine Nowak, dass für sie die Definition von Medienkompetenz erweitert werden müsste, da die Gesellschaft sich verändert hat. Es ist wichtig, immer weiter zu verhandeln was für eine Medienkompetenz für die jeweiligen technischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bedeutsam ist. Schließlich gibt es noch einen Ausblick auf die nächste Folge. In dieser wird die Frage, was Algorithmen sind, beantwortet.

Gibt es zu der Episode noch offene Fragen oder Ergänzungen? Dann schreibt uns per Mail oder Twitter (@mfk_frankfurt mit Hashtag #LebenX0). Wenn die Episode oder der Podcast Euch gefallen hat, dann könnt Ihr uns mit einer Bewertung oder Rezension bei iTunes eine Freude machen.

Ein Podcast des Museums für Kommunikation Frankfurt (Museumsstiftung Post und Telekommunikation).

Gäste: Kai Hugger, Beate Kremser und Christian Friedrich
Co-Moderatorin: Nina Voborsky
Redaktion/Produktion: Tine Nowak
Lizenz: CC-BY SA 4.0
Intro-Musik: “F” by Initials DC (mit freundlicher Genehmigung). Remix mit Tonfragmenten aus der Sammlung der MSPT durch Uvo Pauls.

 

Autorinnen: Tine Nowak / Irma Perizonius

Episode 1: Was ist die Digitale Transformation?

Episode 1: Was ist die Digitale Transformation?

Der Erklärpodcast zum Digitalen Wandel widmet sich zentralen Begriffen der Digitalisierung: Von A wie Algorithmen bis S wie Social Scoring reicht das Themenspektrum. Der Podcast ist Teil des Dialogprojekts „Leben & Lernen X.0“ am Museum für Kommunikation Frankfurt, in dem im Dialog mit der Bürgerschaft Fragen zur Zukunft der Bildung, Abeit und Demokratie verhandelt werden.

Die erste Episode des Leben X.0-Podcasts am Museum für Kommunikation Frankfurt fragt: Was ist die Digitale Transformation? Auf die Suche nach der Antwort begeben sich Podcast-Gastgeberin Tine Nowak und Co-Moderator Helmut Gold. Mit einem Blick in die Wikipedia und mit drei unterschiedlichen Perspektiven auf den Begriff von Peter Schaar, Markus Deimann und Barbara Fischer versuchen Tine Nowak und Helmut Gold den Begriff der Digitalen Transformation besser zu verstehen.

Die folgenden Kapitel lassen sich im Player direkt ansteuern, wenn man im Player (oben) über „Alle Episode“ das Icon ganz links anklickt, damit öffnet sich das Kapitelverzeichnis.

00:00:17 – Begrüßung

00:00:54 – Leben & Lernen X.0
Tine Nowak ist Gastgeberin des Podcast. Sie ist zudem Projektleiterin von „Leben & Lernen X.0“ – ein Dialogprojekt, das am Museum eingerichtet wurde – nach der Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Herbst 2017. In diesem ist der Digitale Wandel der Gegenwart ein Thema und das Nachdenken über die Zukunft der Kommunikation.

00:01:38 – Co-Moderator Helmut Gold
In jeder Episode ist eine andere Museums-Kollegin oder ein -Kollege als Co-Moderation dabei. In dieser Episode ist es Dr. Helmut Gold, er ist zugleich Direktor des Museums für Kommunikation Frankfurt und Kurator der Museumsstiftung Post und Telekommunikation. Er vergleicht die Digitale Revolution gern mit der Industriellen Revolution, da hier ein ein Epochenwechsel stattfand, der sich in allen Bereichen der Gesellschaft ausprägte. Frühe Technikmuseen entstammen dieser Zeit, in ihnen wurde die Technik von damals gesammelt.

00:07:32 – Wikipedia: Digitale Transformation
Die Wikipedia als Nachschlagwerk für Viele ist der Startpunkt bei der Frage nach der Digitalen Transformation. Wie wird das Phänomen dort geschildert? Tine Nowak liest den ersten Absatz des Wikipedia-Artikels zu Digitaler Transformation vor und leitet zu den Interviews/Gesprächen über, die im Vorfeld mit drei Expert/innen geführt worden sind. Alle bringen sie einen anderen Blick auf den Begriff der „Digitalen Transformation“ mit.

00:11:52 – Peter Schaar
Peter Schaar war lange der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI). Er ist derzeit der Vorsitzende der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz, zudem ist er auch Vorsitzender der Schlichtungsstelle der Gesellschaft für die Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik), in dessen Räumen das Gespräch auch stattfand. Bei der Digitalen Revolution denkt er an das „Mooresche Gesetz“. Zeitlich spannt sich das Gespräch von der EDV der 1980er Jahre bis zu Künstlicher Intelligenz der Gegenwart und der veränderten Rolle von Datenschutz, die damit einher geht. Die Herausforderungen und Chancen scheinen nicht immer gleich verteilt. Schaar sieht sehr kritisch auf die Gefahren der Digitalisierung, u.a. durch Akteure wie Facebook und Google. Demokratie- und Freiheitsbestrebungen, Erleichterungen im Gesundheitswesen sind neuen Überwachungsmöglichkeiten von Drittanbieter und maschinelle Lernprozessen smarter Maschinen gegenübergesetzt. Faktoren der Ungleichheit drohen sich zu verstärken, wenn hier nicht gegengesteuert wird.

00:33:34 – Markus Deimann
Markus Deimann ist Vertretungsprofessor für Mediendidaktik an der Fehrnuniversität Hagen, er bezeichnet sich selbst als digitalaffinen Bildungswissenschaftler. Er ist Teil eines Podcast zu offenen Bildungsressourcen (Feierabendbier Open Education). Der Digitale Wandel ist überfrachtet, wird zum Marketing, zum Buzzwort. Die Digitalisierung manifestiert sich in den Geräten in unseren Händen – den Smartphones. Auch nutzt er den Vergleich zur Industriellen Revolution, um den Kulturwandel deutlich zu machen. Gleichzeitig zeichnet er Schreckensszenarien des Wandels, die uns zunächst erstmal reaktiv werden lassen. Im Sinne einer Medienkompetenz wäre es wichtig, sich wieder als Akteure wahrzunehmen. Die Digitalisierung ist Teil unseres physischen Erfahrungsraumes, dies verdeutlicht er mit dem Beispiel der Navigation mit Google-Maps zu Fuß im Stadtraum. Man ist in der Welt und zugleich im Digitalen während man – der Navigation folgend – durch den Stadtraum läuft.

00:52:51 – Barbara Fischer
Barbara Fischer ist an der Deutsche Nationalbibliothek Managerin für neue Kooperationen in der Arbeitsstelle für Standardisierung (AfS). Digitalisierung meint dort zunächst sehr wörtlich das Überführen von physischen Information in eine Datenform, ergänzt durch Metadaten. Die GND (Gemeinsame Normdatei) hilft, die Daten unterschiedlicher Akteure und Instituionen zu verknüpfen, egal ob Stühle, Schriftgut oder Musikarchivalien. In Datenbanken wird so unser Kulturelles Erbe gesammelt und steht, wenn es im Internet durchsuchbar ist, in Konkurrenz zu kommerziellen Suchmaschinen und Inhalten. Standartisierung und Normdaten helfen dieses Kulturerbe für die kreative Nachnutzung aufzuschließen. Diese Datenbanken bieten weltweiten Zugang zu Kulturschätzen, der Zugriff auf unser Kulturelles Erbe verbreitert sich dadurch und dieses muss dadurch zum Teil neu verhandelt werden (gerade am Bsp. kolonialer Artefakte wird dies deutlich). Mit der Demokratisierung von Wissen wird zugleich tradiertes Wissen und Expertisen in Frage gestellt und bedarf u.U. der Rechenschaft.

01:13:11 – Resümee
Ein Blick zurück werfen Tine Nowak und Helmut Gold auf den Wikipedia-Text. Helmut Gold macht deutlich, dass in den Gesprächen gerade gesellschaftliche Auswirkungen besonders deutlich wurden und nicht nur Unternehmen und Wirtschaft als Treiber/innen des Digitalen Wandels erkennbar waren. Viele Begriffe beschreiben derzeit den Digitalen Wandel: Digitale Revolution, Digitale Evolution, Digitale Flut und auch die Digitale Transformation. Sie sind mit Bedeutung aufgeladen und werden oft synonym benutzt. Zuletzt gibt es einen Ausblick auf die nächste Episode. Der Begriff, der dann erklärt wird ist: Medienkompetenz

Gibt es zu der Episode noch offene Fragen oder Ergänzungen? Dann schreibt uns per Mail oder Twitter (@mfk_frankfurt mit Hashtag #LebenX0). Wenn die Episode oder der Podcast Euch gefallen hat, dann könnt Ihr uns mit einer Bewertung oder Rezension bei iTunes eine Freude machen.

Ein Podcast des Museums für Kommunikation Frankfurt (Museumsstiftung Post und Telekommunikation).

Gäste: Peter Schaar, Markus Deimann, Barbara Fischer
Co-Moderator: Helmut Gold
Redaktion/Produktion: Tine Nowak
Lizenz: CC-BY SA 4.0
Intro-Musik: “F” by Initials DC (mit freundlicher Genehmigung). Remix mit Tonfragmenten aus der Sammlung der MSPT durch Uvo Pauls.

 

Autorin: Tine Nowak