#Museenentdecken – Audiowalk durch das Sammlungsdepot Heusenstamm

#Museenentdecken – Audiowalk durch das Sammlungsdepot Heusenstamm

Jedes Jahr zum Internationale Museumstag öffnet das Sammlungsdepot Heusenstamm der Museumsstiftung Post & Telekommunikation seine Türen für die Öffentlichkeit:  Kleine und große Besucher*innen können bei Führungen auf Entdeckungsreise durch die spannende Geschichte der Kommunikation gehen und einen Blick hinter die Kulissen werfen. Doch dieses Jahr fällt der Tag der Offenen Tür, bei dem sonst etwa 700-800 Besucher*innen den Weg ins Sammlungsdepot finden, aufgrund der Corona-Präventionsmassnehmen aus. Dem Motto #Museenentdecken des Deutschen Museumsbundes folgend, nehmen wir Euch deshalb digital mit  auf einen Spaziergang durch unsere Sammlungen.

Ein Audiowalk mit Frank Gnegel

Den 30-minütigen Audiowalk unternimmt Frank Gnegel (Sammlungsleiter des Depots Heusenstamm) mit mir Tine Nowak – der Autorin des Artikels. In den 30 Minuten führt uns der Weg zu ausgewählten Stationen der Sammlung, die Auswahl ist denkbargroß: 375.000 Objekte aus der Post- und Telekommunikationsgeschichte wie Postkutschen, Gemälde, Telefone, Radios und Fernsehgeräte, Postspielzeug und viele andere Objekte aus der Geschichte der Nachrichtentechnik werden in den Sammlungshallen- und räumen auf 15.000 qm aufbewahrt.

00:00:43 – Das Depot der Museumsstiftung Post und Telekommunikation in Heusenstamm
00:02:30 – Audiowalk zum Internationalen Museumstag 2020
00:05:16 – Große Fahrzeughalle und Elektrofahrzeuge
00:10:20 – Postkutschen
00:13:05 – Funk- und Fernsehfahrzeuge
00:14:26 – Fernmeldenotdienst
00:16:04 – Weg in die unteren Magazine
00:18:02 – Bildtelefonie
00:19:56 – Die Kunstsammlung
00:24:58 – Verschlüsselungstechnik
00:26:10 – Telegrafie

 

Internationaler Museumstag

Zum Tag der offenen Tür im Sammlungsdepot öffnen die Sammlungsmitarbeiter*innen nicht nur die Tore für Gäste, es gibt auch zusätzlich Programm für Kinder und Erwachsene von einer Sammlungs-Ralley über das Internationale Treffen der Sammler*innen historischer Postfahrzeuge, bei dem es auf dem Außengelände immer zahlreiche liebevoll restaurierte Postfahrzeuge – vom Postmoped bis zum fahrbaren Postamt – zu bestaunen gibt. Der historische Postbus von 1963 lädt an diesem Tag ebenfalls zur Rundfahrt durch Heusenstamm einladen. Im Depot werden mehrmals am Tag Führungen – auch zu den unterirdischen Magazinräumen angeboten, in die man sonst als Besucher*in keinen Zutritt bekommt. Wann es wieder möglich sein wird, an den monatlichen Depotführungen teilzunehmen, erfährt man am besten über die Sammlungsseite oder den Newsletter des Museums für Kommunikation Frankfurt. Auch wenn das Museum im Frankfurt seit 12. Mai wieder mit Auflagen geöffnet ist, ein Event wie den ICOM-Tag ist derzeit noch nicht zu realisieren, daher gibt es diesen Audiowalk als virtuelle Tour.

 

Große Fahrzeughalle und Elektrofahrzeuge

Schon 1899 experimentierte die Reichspost mit Elektrofahrzeugen. Der Benzinmotor war noch nicht sehr weit entwickelt, und im Stadtbetrieb mit häufigen Stopps war der Elektromotor im Vorteil, da er im Stand keine Energie verbrauchte. Als in den 1920er Jahren die Paketzustellung von pferdebespannten Paketwagen auf Kraftfahrzeuge umgestellt wurde, setzte man hierfür oft Lastwagen mit Elektroantrieb ein, darunter ist bspw. auch der “Elektrischer Paketzustellwagen Bergmann BEL 2500 (Suppentriesel)” von 1920.

 

Postkutschen

Die Museumsstiftung verfügt über einen einmaligen Bestand von 48 Postkutschen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, darunter Personenpostwagen, Güterpostwagen, Karriolpostwagen, Paketzustellwagen, Landbriefträgerwagen und Postschlitten.

 

Funk- und Fernsehfahrzeuge

In der Sammlung der Museumsstiftung gibt es knapp zehn solcher „Studios auf Rädern“, die Mehrzahl von ihnen stammt von der „blauen Post“ der ehemaligen DDR. Der älteste Ü-Wagen darunter ist ein Phänomen Granit von 1954, der jüngste der „Ü 23“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg aus dem Jahr 1994.

 

Fernmeldenotdienst

In der Sammlung gibt es 20 Fahrzeuge der „grauen Post“ aus den 1950er bis 1980er Jahren. Aus dem Fernmeldenotdienst stammen mobile Stromerzeuger oder Verstärkerwagen. Fahrbare Richtfunk-Masten und Vermittlungsstellen sollten im Kriegs- und Katastrophenfall die Infrastruktur aufrecht erhalten.

 

Kunstsammlung

Die Kunstsammlung der MSPT geht auf das Reichspostmuseum zurück, das die postgeschichtliche Sammlung durch Gemälde, Grafiken und andere bildliche Darstellungen ergänzte. Heute umfasst die Kunstsammlung 300 Gemälde vom 17. Jahrhundert bis zu aktuellen Positionen der Gegenwartskunst sowie 50 Skulpturen, Objekte und Multiples. Hierzu gehört auch das Nachtstück “Erste elektrische Straßenbeleuchtung in Berlin am Potsdamer Platz” von Carl Saltzmann und die Telefonschafe der Installation “TribuT von jean-Luc Cornec.

 

Verschlüsselungstechnik

Mit insgesamt rund 350 Geräten zur Verschlüssung handelt es sich um eine der weltweit größten Sammlungen. Darunter befindeng befinden sich neben mehreren Drei-Walzen-Enigmas und einer Vier-Walzen-Enigma auch eine Fernschreibschlüsselmaschine T 52 b („Sturgeon“). Mehr dazu gibt es auch in der Onlineausstellung bei Google Arts & Culture.

 

Telegrafie

Zwischen 1833 und 1844 entwickelte Samuel Morse den relativ einfach aufgebauten Morse-Telegrafen. Die Buchstaben wurden in einem Code aus Punkten und Strichen übermittelt, der beim Empfänger auf einem Papierstreifen aufgezeichnet wurde. Rund 250 Schreibtelegrafen zeigen die weitere Entwicklung von den Stift- oder Reliefschreibern über die verschiedenen Generationen von Farbschreibern bis hin zu den letzten Modellen der 1930er Jahre.

 

Bis hoffentlich bald!

Bis zum nächsten Jahr – hoffentlich können wir in 2021  gemeinsam den Internationalen Museumstag im Sammlungsdepot feiern!

 

Bild- und Videocredits:

MSPT u.a. Bert Bostelman, Joel Fischer, Sven Moschitz, Museumsreporterinnenteam 2019

Introtheme: CC-By Elk by Meydän

 

Tine Nowak, 17. Mai 2020

Stay at Home-Podcasttipps: #Museen

Stay at Home-Podcasttipps: #Museen

Für viele Menschen gilt weiterhin: Stay at Home – Bleibt zuhause! Räumliche Distanzierung muss aber nicht soziale Distanzierung bedeuten. Es gibt viele Medienformate, die es uns ermöglichen, uns auszutauschen, voneinander zu Lernen und Geschichten zu erzählen. “Schon jetzt gibt es Enkel, die ihren Großeltern einen Podcast aufnehmen, damit sie nicht einsam sind” erklärte Angela Merkel in ihrer Fernsehansprache zum Stand der COVID-19-Maßnahmen der Bundesregierung. Mit “Stay at Home-Podcasttipps” stellen wir regelmässig Podcasts zu Themen der Digitalisierung vor. Da es mittlerweile immer mehr Lockerungen und Öffnungen gibt – auch bei den Museen – stellen wir diese Woche ausnahmsweise Museums- und Kulturpodcasts vor.

 

Museums- und Kulturpodcasts

Bei der Wahl der Themen haben wir uns bisher an den Episoden unseres Leben X.0-Podcast zum Digitalen Wandel orientiert, den wir als Museum für Kommunikation seit letzten Sommer veröffentlichen. Den Ansatz, Themen des Hauses in dem Podcastformat zu verhandeln, sei “museale Vermittlung auch außerhalb eines Besuchs vor Ort”, so Matthias Stier in dem Text “Warum jedes Museum einen eigenen Podcast braucht. In der Nische ist noch Platz”, Anfang 2020 auf Kulturmanagement.net veröffentlicht.

In einem Webinar gibt er zudem Tipps zum Start eines Kulturpodcasts. In Deutschland sei “in der Nische noch Platz”. Matthias Stier, selbst privat Podcaster beim Podcast “Museumsbug”, verweist im Text auch auf weitere Podcasts, in die man hineinhören kann. Und genau das machen auch wir heute mit unseren Stay at Home-Podcasttipps! Auch wenn es sich bisher bei Museums- und Kulturpodcasts um eine “Nische in der Nische” handelt, passiert hier doch einiges.

So lässt die erste Podcastepisode “On Air” auf der Webseite des Stadtmuseum München hoffen, dass dort in Zukunft mehr kommen mag. Die Stiftung Haus der Geschichte in Bonn hat für Mai einen neuen Podcast mit 10 Episoden angekündigt: „Zeitgeschichte(n) – Der Museumspodcast“. Und auch wir planen für den Internationalen Museumstag am 17. Mai ein Podcast-Special. Doch zunächst einmal kommen heute ein paar Hörtipps zum Thema Museum und Kultur:

 

Museumbug

Im museumbug-Podcast sprechen Martha, Jörg und Matthias – beruflich Museumsakteure – privat über (Berliner) Museen und Ausstellungen. Meistens besuchen sie  Berliner Museen und unterhalten sich über den Besuch, nebenbei gibt es allerhand Trivia zu aktuellen Dingen, die die drei Podcastenden gemacht oder bemerkt haben. Die Episode 13 fällt aus dem Muster heraus, da hier Corona mit #closedbutopen zum Thema wird. Da die Museen geschlossen waren, geht es in dieser Episode um digitale Museumsangebote, die in gewohnter Manier besprochen werden. Ein locker plaudernder Gesprächspodcast zu Museen: https://museumbug.net/

KMM-Podcast „Wie geht´s? Kultur in Zeiten von Corona“

Einen ganzen Podcast widmet Martin Zierold, Professor am Institut für Kultur- und Medienmanagement an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Kultur in Zeiten von Corona. Er unterhält sich in den erste Episoden mit Kulturmanger*innen aus ganz unterschiedlichen Sparten – vom Museum über Bibliotheken bis zum Theater. Er blickt aber auch über die Landesgrenzen hinaus oder spricht mit Wissenschaftler*innen, die die aktuellen Prozesse soziologisch oder kulturpolitisch einordnen. Über 38 Episoden gibt es mittlerweile von Wie gehts – Kultur in Zeiten des Corona-Virus

Städelmuseum: Finding van Gogh

Wann immer es um Museumspodcasts geht, um “Finding van Gogh” kommt man seit Ende 2019 nicht mehr herum. Auch wenn die Ausstellung im Städelmuseum längst beendet ist, gerade ganz aktuell wurde der Podcast für den “Grimme Online Award” in der Kategorie Kultur und Unterhaltung nominiert. Mit dem Journalisten Johannes Nichelmann gehen wir Hörenden auf Spurensuche nach einem verschollenen Gemälde von van Gogh. Bemerkenswert ist, dass der Podcast gleich schon zweisprachig produziert wurde. Das abgeschlossene True Crime-Format ist für deutschsprachige Museen zudem eine Premiere. Zu hören unter https://www.staedelmuseum.de/de/podcast-finding-van-gogh

 
Weitere Museums- und Kulturpodcasts:

Zum Füllen Eurer Podcast-Vorräte habe ich bei der Podcast-Suchmaschine FYYD eine Sammlung erstellt und zudem hier eine Linkliste mit Kultur- und Museumspodcasts zusammengetragen. Bei Fyyd kann man thematisch nach weiteren Podcasts suchen, wer genau schaut, findet dort eine detaillierte Suchfunktion, die man nach Sprache, Episodenlänge und Erscheinugszeitraum verfeinern kann.

Von #stayathome zu #keepyourdistance

In Hessen dürfen seit dem 5. Mai Museen wieder öffnen. Durch die Anpassung von Hands-on-Stationen, die das Museum für Kommunikation prägen, öffnet das Haus erst am 12. Mai 2020 mit geänderten Corona-Öffnungszeiten (von Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr). Somit ändert sich der Zusatand von #closedbutopen zu #openMuseum. Wir weisen gerne weiterhin darauf hin, dass #stayathome keine schlechte Idee war und ist. Bei Besuchen in Museen und in Kultureinrichtungen, bleibt Abstand und Umsicht das beste Mittel, um gesund durch den Sommer zu kommen.

 

Tine Nowak, 10. Mai 2020

Ein Frühling voll (Gem-)Einsamkeit

Ein Frühling voll (Gem-)Einsamkeit

Die letzten Wochen haben zahlreiche tiefgreifende Veränderungen für unsere Gesellschaft und unser Privatleben mit sich gebracht. Wer kann, meidet den öffentlichen Raum und zieht sich stattdessen in die eigenen vier Wände oder in den eigenen Garten zurück. Wie kleine Planeten kreisen wir seit Mitte März im eigenen Orbit unseres Zuhauses oder des Einzelbüros. Direkten privaten Kontakt haben wir nur noch mit wenigen Menschen. Und das ausgerechnet in der Jahreszeit, in der sich das Leben normalerweise zunehmend nach draußen verlagert. In der man die ersten lauen Abende in Straßencafés und warme Nachmittage am Badesee verbringt – und in der man so offen für romantische Momente und für neue Begegnungen ist, für die sprichwörtlichen Frühlingsgefühle und Schmetterlinge im Bauch. Wie gestaltet sich eigentlich die Liebe in Zeiten von Corona?

Absence makes the heart grow fonder” – so drückt ein englisches Sprichwort poetisch die Erfahrung aus, dass man manche Dinge erst richtig zu schätzen lernt, wenn man auf sie verzichten muss. In der Corona-Krise müssen wir nun täglich auf vieles verzichten, was wir lange für selbstverständlich erachtet haben. Besonders schmerzlich vermissen wohl die meisten von uns Bewegungsfreiheit – kommen und gehen können, wann oder wohin auch immer man möchte. Gerade für die Liebe ist dieser Aspekt besonders wichtig, sowohl für Menschen in einer festen Beziehung als auch für diejenigen, die auf der Suche nach einem oder einer Partner*in sind.

In Gesellschaft wider Willen

Für Paare kann die durch Social Distancing erzwungene intensivere Bezogenheit auf den jeweils anderen eine wirkliche Herausforderung sein. Wenn beide im Homeoffice arbeiten, teilt man sehr viel mehr vom Alltag als unter normalen Umständen. Da fallen kleine Spleens, die man sonst eher amüsiert ignorieren kann, plötzlich gewaltig auf die Nerven. Die bis zum Rand gefüllte Kaffeetasse, deren Inhalt täglich überschwappt und braune Ringe auf dem neuen Esstisch hinterlässt. Die achtlos auf den Schlafzimmerboden geworfenen Klamotten vom Vortag. Die viel zu hochgedrehte Heizung im Wohnzimmer. Was bisher höchsten Anlass, zu einer neckenden Bemerkung war, wird nun zum Streitpunkt. Dagegen fallen die kleinen liebevollen Gesten, die der Tagesablauf sonst so mit sich bringt, oft weg. Die schnelle aber doch liebevolle Umarmung morgens vor der Arbeit. Die Vorfreude darauf, nach dem stressigen Tag in ein gemütliches Zuhause zurückzukommen, wo der Partner einen im Flur entgegenkommt und einen mit einem Kuss begrüßt. Wenn Gesellschaft alternativlos wird, empfinden wir sie meist irgendwann als anstrengend – selbst, wenn es die Gesellschaft eines geliebten Menschen ist.

Auf der Suche nach Herzklopfen

Die andere Seite der Medaille sind diejenigen, die zur Zeit auf der Suche sind nach der Liebe oder auch einfach nur nach einer leidenschaftlichen Nacht, die das Herz zum Klopfen bringt. Neuen Menschen zu begegnen oder gar diese Begegnungen zu verstetigen, ist im Augenblick sehr viel komplizierter als sonst. Die Dating-App Tinder teilt ihren Nutzer*innen an prominenter Stelle mit:  

Wir wollen natürlich, dass du weiterhin Spaß beim Matchen & Daten hast. Trotzdem ist es uns wichtig, dass deine Gesundheit dabei an erster Stelle steht.

Tinder

Dazu schicken die Betreiber auch einen kleinen Hygiene-Guide zu. Darüber hinaus enthält man sich aber dezidierter Anweisungen und appelliert stattdessen an die Eigenverantwortlichkeit der Nutzer*innen. Die meisten nehmen diese Verantwortung für sich und potentielle Partner*innen sicher auch ernst und verzichten auf reale Treffen. Verstärkt genutzt werden auf diversen Datings-Apps in den letzten Wochen allerdings die Chat-, Anruf- und Video-Funktionen. Tägliche virtuelle Dates anstelle des ersten Tapas-&-Vino-Dinners im kleinen Lieblingsrestaurant um die Ecke? Auch ein Chatverlauf kann das Herz zum Klopfen bringen, keine Frage – aber den Zauber der Berührung, den viele gerade jetzt in Zeiten der Isolation schmerzlich vermissen, kann dieses Kribbeln nicht ersetzen.

Die Liebe hat es in Zeiten von Corona nicht leicht. Sowohl Paare als auch Singles müssen sich in Geduld üben – miteinander oder mit sich selbst, wenn das Gefühl der Einsamkeit zuschlägt. Diese Zeit macht uns aber auch bewusst, wie wertvoll manche Dinge sind, die wir häufig für selbstverständlich erachten: Die vielen Freiheiten, die wir normalerweise genießen – und ja, natürlich auch die Gesellschaft des Partners, der einen jetzt in Momenten der Unsicherheit in den Arm nimmt. An diese Momente können wir denken, wenn die Kaffeetasse am nächsten Tag mal wieder einen Ring hinterlassen hat. Und dann vielleicht – statt genervt die Augen zu rollen – ein Post-It mit dem Satz darüber zu kleben: „Zusammen schaffen wir das!“ 

Nächster Debatten-Dienstag

Wenn euch das Thema Online-Dating & Corona interessiert und beschäftigt, dann schaut gerne beim nächsten digitalen Debatten-Dienstag mit dem Titel „Match, Swipe, Like – von Dating & Daten“ am 25.05.2020 vorbei! Der Debatten-Dienstag wird per Livestream übertragen. Nähere Infos findet Ihr unter der Rubrik Veranstaltungen.

Text: Anjuli Spieker, 6. Mai 2020

Stay at Home-Podcasttipps: #Corona

Stay at Home-Podcasttipps: #Corona

Für viele Menschen gilt weiterhin: Stay at Home – Bleibt zuhause! Räumliche Distanzierung muss aber nicht soziale Distanzierung bedeuten. Es gibt viele Medienformate, die es uns ermöglichen, uns auszutauschen, voneinander zu Lernen und Geschichten zu erzählen. “Schon jetzt gibt es Enkel, die ihren Großeltern einen Podcast aufnehmen, damit sie nicht einsam sind” erklärte Angela Merkel in ihrer Fernsehansprache zum Stand der COVID-19-Maßnahmen der Bundesregierung. Mit “Stay at Home-Podcasttipps” stellen wir regelmässig Podcasts zu Themen der Digitalisierung vor.

 

Corona als Thema in Podcasts

Bei der Wahl der Themen haben wir uns bisher an den veröffentlichten Episoden unseres Leben X.0-Podcast zum Digitalen Wandel orientiert. Diese sind nun erstmal durchgespielt. Die nächste Episode zu “Arbeit 4.0” ist frisch aufgenommen, wird aber erst in der nächsten Woche online gehen. So starten wir heute mit einer freien Themenwahl, das wird sich in den nächsten Wochen wiederholen, denn neue Leben X.0-Episoden kommen nur alle vier Wochen. Aufhänger der heutigen Podcast-Tipps ist eine Episode des Hertie Interview Podcasts, dort finden sich Interviews, die den Umgang mit Corona fokussieren.

Nachdem das Museum im März zur Corona-Prävention schliessen musste, gab es eine Anfrage zum Podcasten der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Die neu eröffnete Ausstellung “#neuland: Ich, wir und die Digitalisierung“, die von niemanden aufgrund des geschlossenen Museums besucht werden konnte, war Thema der Episode. Anlass genug über Kultur in Zeiten von Corona nachzudenken. Zwischenzeitlich gibt einige z.T. sehr erfolgreiche Corona bezogene Podcasts. In den heurtigen Stay at Home-Podcasttipps stelle ich drei davon kurz vor.

Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten

Der bekannteste Corona-Podcast von allen und gerade erst letzte Woche in der Kategorie Information für den Grimme Online Award (GOA) nominiert worden ist: „Coronavirus-Update mit Christian Drosten”. In dem Podcast des Norddeutschen Rundfunks wird seit 26. Februar der Virologe Dr. Christian Drosten interviewt. Die Episoden laufen on Air über NDR Info, sind aber auch über Podcast-Kanäle und Social Media rezipierbar. Anfangs noch an jedem Wochentag hat sich der Veröffentlichungsrhythmus auf zwei Episoden pro Woche reduziert. Laut Jury des GOA gibt der Podcast dabei “dem Wissenschaftler ausreichend Raum, um über aktuelle Studien, Symptome oder mögliche Gegenmaßnahmen zu sprechen – und um sich aufgrund neuer Entwicklungen auch zu korrigieren.”

 

 Die “Wahrheit” in Zeiten von Corona Verschwörungstheorien und Mythen rund um das Virus

“Die ‘Wahrheit’ in Zeiten von Corona Verschwörungstheorien und Mythen rund um das Virus” ist ein neuer Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Episoden klingen etwas nach Radio, es gibt nur zwei Episoden, aber die Gäste sind sehr gut gewählt. Der Journalist Axel Schröder unterhält sich u.a. mit Karolin Schwarz oder Katharina Nocun. Karolin Schwarz hat erst vor kurzem ein Buch mit dem Titel “Hasskrieger: Der neue globale Rechtsextremismus” veröffentlicht. Katharina Nocun schreibt gerade an einem Buch zu Verschwörungstherien.

 

Verfassungsblog: Corona Constitutional

Der dritte Tipp ist der Podcast des Verfassungsblogs. Maximilian Steinbeis betreibt das Blog seit 2009. Neu ist die Podcastreihe namens “Verfassungsblog: Corona Constitutional”, die Anfang April startete. Die Episioden sind recht kurz (ca. 20 min). Deutsche Verfassungsrechtler*innen diskutieren hier u.a. über staatliche Eingriffe. Den Fragen nach den Grundrechten, der Demokratie und nach dem Rechtsstaat während der Corona-Krise stellt Steinbeis regelmäßig seinen Gästen im Podcast..

Podcasts recherchieren…

Wenn Ihr selbst Podcasts zu bestimmten Themen recherchieren möchtet, dann testet dazu die Podcast-Suchmaschine Fyyd. Für die bisherigen Podcast-Tipps haben wir sowohl Sammlungen und Kurationen angelegt. Bei Fyyd kann man thematisch nach weiteren Podcasts suchen. Wer genau schaut, findet dort eine detaillierte Suchfunktion, die man nach Sprache, Episodenlänge und Erscheinugszeitraum verfeinern kann. So könnt Ihr Podcasts zu Euren Lieblingsthemen ausfindig machen  und diese sogleich abonnieren.

 

 

Tine Nowak, 3. Mai 2020

Online-Angebote für Kinder

Online-Angebote für Kinder

Ganz neu auf den Webseiten der Museen für Kommunikation findet sich rechts oben ein neuer Punkt: KINDER. Was steckt wohl dahinter? Klickt man dorthin findet sich eine Seite mit Mitmach-Angeboten. Da unsere Museumspäadagog*innen derzeit nicht in den Museen mit unseren kleinen und großen Besucher*innen vor Ort arbeiten können, gibt es nun aus der museumspädagogischen Aktionskiste die Klassiker der Knobel- und Basteltipps online als Anleitung zum Selbermachen zuhause.

Schrott-Robos

Eine Besondeheit hat es auf der Frankfurter Kinder-Seite: Dort gibt es zusätzlich den Hinweis zur Schrott-Robo-Aktion, von der wir hier im Blog schon berichtet haben. Es können weiterhin noch Fotos mit selbsgebauten Robos aus Elektroschrott eingereicht werden. Aus dieser Sammlung der Schrott-Robos entsteht eine Online-Ausstellung, in der sich schon erste Robo-Schrott-Werke bewundern lassen.

Weitere Bastelaktionen

Die Mitmach-Aktionen der Kinder-Seite begleiten inhaltlich einige unserer Online-Ausstellungen bei Google Arts & Culture. So kann man sich via Link dort mit Muße den Geschichten aus der Geschichte der Kommunikation widmen. Auf der Kinder-Museumsseite hingegen finden sich passende Bastel-und Knobeltipps, die sich mit der Familie oder Freund*innen und mit Dingen, die Zuhause sind, umsetzen lassen. Wir stellen hier alle Angebote und die dazugehörigen Online-Ausstellungen vor:

 

Postkutschen

Für die Online-Ausstellung Man fliegt fast vorwärts… …oder das Reisen mit der Schnellpost finden sich gleich drei Bastel-Ideen: der Bau eines Fahrschein-Stempels oder einer Posthorn-Vuvuzela bis hin zu DIY-Masken der Posträuber*innen.

 

Fernsehen

Zur Online-Ausstellung Fernsehen. Wie die Bilder laufen lernten zum bewegten Bild wird, verweist ein Tutorial zum Bau einer Wunderscheibe – auch Thaumatrop genannt. Hier wird mit einem optischen Trick Bewegung simuliert.

 

Telefonie

In der Online-Ausstellung geht es um die Idee bis zur Realisierung der ersten Telefone: Das Pferd frisst keinen Gurkensalat. Wie Philipp Reis das Telefon erfand“. Abgeleitet davon sind gleich zwei Basteltipps mit Anleitung: zum Bau eines Dosentelefons sowie zum Nähen einer sicheren Smartphone-Hülle.

 

Enigma

Ob Geheim-Tinte, der Cäsar-Code oder antike Verschlüsselungstechniken: Spionage und Verschlüsselungstechniken widmen sich die Mitmach-Ideen zu Streng geheim! Verschlüsselung im Zweiten Weltkrieg – eine Online-Ausstellung für alle, die sich für die Geschichte der Enigma interessieren.

 

Telegrafie

Die Telegrafie vernetzte die Welt – nachzulesen bei Alles nur geklaut! Das Morsealphabet und die Einführung der Telegraphie in Deutschland. Bei den Mitmach-Ideen dreht sich alles Experimente mit Morse-Code.

 

Bildtelegrafie

Ein kariertes Papier und einen Stift braucht es für das Übertragen von Bildern durch Codierung. Dies verdeutlicht die Mitmach-Idee passend zur Online-Ausstellung Bilder reisen um die Welt. Die Erfindung der Bildtelegrafie.

 

Aktion der Museumsstiftung

Auf allen drei Webseiten der Museen der Museumsstiftung Post und Telekommunikation finden sich seit letzter Woche die neuen Kinderseiten – voll mit den oben aufgeführten Mitmach-Angeboten (Frankfurt | Berlin | Nürnberg). Auch wenn im Mai die ersten Museen wieder öffnen werden, so wird uns die Kombination aus physischen Erleben und digitaler Praxis noch über das Jahr weiter begleiten.

Und auch über die Corona-Zeit hinaus freuen wir uns, dass diese Seiten für Kinder unser Onlineangebot von nun an ergänzen werden.

 

Autorin: Tine Nowak, 2. Mai 2020