von MfK Frankfurt | Apr. 3, 2020 | Museum

Die Bibliotheken und Archive der Museumsstiftung unterstützen die Museumsstiftung mit einem umfangreichen historischen und aktuellen Literaturbestand zu den einzelnen Sammelschwerpunkten der vier Standorte.
Unter dem Motto #closedbutopen sind Bibliothek und Archiv trotz Schließung für Euch da und bieten online eine Reihe digitaler Hilfsmittel zur Recherche an, die wir an dieser Stelle vorstellen möchten.
Das Literaturangebot der Museumsstiftung
Wer sich für Literatur zum Thema Kommunikation in Post-, Technik- und Mediengeschichte interessiert, ist in den Bibliotheken der Museumsstiftung genau richtig. Während die Museumsbibliothek in Berlin ihren Schwerpunkt auf die Postgeschichte und Philatelie legt, verzeichnet die Museumsbibliothek in Frankfurt Literatur zur Geschichte von Rundfunk und Telekommunikation, Brief- und Schriftkultur und historische Reiseberichte. Alle Standorte betreuen einen umfangreichen Bestand an historischen Zeitschriften und Unterlagen zum Postwesen und sind gemeinsam die wichtigsten Spezialbibliotheken zum Thema Post- und Kommunikationsgeschichte.
Für einen Überblick über die Literaturbestände der gesamten Stiftung, eignet sich am besten die Recherche über unseren gemeinsamen Onlinekatalog. Hier finden sich Medien der Museumsbibliothek in Frankfurt, die Bestände der Museumsbibliotheken in Berlin und des Archivs für Philatelie in Bonn. Die Frankfurter Bestände sind darüber hinaus auch im Verbundkatalog SWB und in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) nachgewiesen.
Für die gezielte Suche nach Archivalien können online Findbüchern und Repertorien eingesehen werden, die wir digitalisiert auf den Sammlungsseiten zur Recherche bereitstellen.

Die Nutzung unserer Bestände
Findet man beim Stöbern in den Onlinekatalogen Literatur, die man einsehen will, kann man die Kolleg*innen von Bibliothek und Archiv kontaktieren, um einen Besuchstermin zu vereinbaren. Da dies nicht nur in Zeiten von COVID-19, sondern manchmal auch aufgrund räumlicher Distanz nicht möglich ist, bieten wir auf unseren Seiten ein Rechercheformular an, das man für spezifische Literaturanfragen nutzen kann. Die Anfrage kann sich auf Bücher und Archivalien aller Standorte beziehen und wird nach Eingang von den Kolleg*innen bearbeitet, die für den jeweiligen Sammelschwerpunkt zuständig sind und gerne weiterhelfen. Auch Scanaufträge können über das Rechercheformular übermittelt werden.

Weitere digitale Angebote
Einen Überblick zu unseren Recherchetools und weitere Datenbanken finden sich auch auf den Seiten der Sammlung. Hier kann man digitalisierte Briefe lesen und eine Auswahl unserer Exponate schon mal virtuell besuchen bis wir uns hoffentlich bald wiedersehen.
Autorin: Sandy Lang, 3. April 2020
von MfK Frankfurt | Apr. 1, 2020 | Blog
„April, April!“ heißt es heute, am Tag der Scherze, an dem Witzbolde traditionsgemäß andere hereinlegen. Auch wir versuchen heute unser Glück: Seit jeher träumen Visionär*innen von Zeitmaschinen, Universalübersetzern oder fliegenden Autos. Dabei findet man oft Entwürfe für die Technologien unserer Gegenwart in längst vergangenen Tagen. Am 1. Oktober 2020 eröffnen wir die Ausstellung „Back to Future – Technikvisionen zwischen Science-Fiction und Realität“. Die Ausstellung nimmt mit auf eine Zeitreise in die Zukunft von gestern und erklärt die Ursprünge von fantastischen Ideen. Wie spiegeln sich Hoffnungen darin wider und wie projizieren wir unsere Sehnsüchte in die eigene Zukunft? Apropos Hoffnungen und Sehnsüchte: Wir stellen Euch drei Objekte aus unserer Sammlung und die Idee dahinter vor, doch nicht alle hat es tatsächlich gegeben. Welche skurrilen Erfindungen sind Realität gewesen und welche haben wir uns ausgedacht? Ob wir es geschafft haben, Euch hinters Licht zu führen, erfahrt Ihr am Ende des Beitrags.
1. Sprachübertragung durch Licht
Und das lange vor der Erfindung der Glasfaser und auch noch drahtlos! 1880 wusste man noch nicht, dass man Tonsignale auf elektromagnetische Wellen modulieren kann, um sie in den Raum abzustrahlen. Bis zur Entwicklung eines Rundfunks sollte es immerhin noch 40 Jahre dauern. Man wusste auch noch nichts von Halbleitern und der photoelektrische Effekt von Selen, die Änderung der Leitfähigkeit mit der Helligkeit, kursierte als Kuriosum gerade in der Gelehrtenwelt. Und wie so oft kam die Anwendung vor dem Verständnis: Ein Hohlspiegel ist mit einer Membran verbunden, die durch Sprache zum Schwingen angeregt wird. In seinem Brennpunkt befindet sich eine Lichtquelle, im Brennpunkt eines zweiten Hohlspiegels eine Selenzelle als Wandler und fertig ist das drahtlose Richtfunk-Telefon, das das Sprachsignal über eine beachtliche Strecke von mehreren dutzend Metern transportiert.
Die Selenzelle wandelt die durch die Vibration des Hohlspiegels veränderte Lichtintensität in elektrischen Strom unterschiedlicher Stärke, der dann über einen Lautsprecher wieder in Schall umgewandelt wird. Als Lichtquelle konnte einfach Sonnenlicht dienen, das über ein Linsensystem gebündelt wird, oder wie an diesem Objekt, die Flamme eines Gasbrenners. Hier geht’s zur Auflösung.
2. Die magnetische Stempeluhr
- Aus unserem Leben hier ist sie nicht mehr wegzudenken, ihre Verwendung in den Fabriken revolutionierte die Arbeit: Die Stempel- oder Stechuhr. Heute piepsen wir mit einem Chip ein und aus und fragen unser Stundenkonto ab, die Zeiten werden automatisch an unsere Personalabteilung übermittelt. Früher warf man einen Chip in sich drehende Fächer oder stempelte seine Anwesenheitskarte. Wie in Das Archiv 01/2020 schon beschrieben, war die Post oft Vorreiter in der Automatisierung, so auch auf dem Gebiet der Zeiterfassung. In den 1920er Jahren wurde in kleineren Postämtern ein System getestet, das ähnlich wie die heutige Diebstahlsicherung mittels RFID-Tag funktionierte: jeder Beamte trug einen unterschiedlich großen Magneten mit sich und passierte beim Betreten des Amtes eine Tür, die mit großen Antennen besetzt war.
Dort induzierte der im elektrischen Feld bewegte Magnet einen Stromimpuls, der durch einen Röhrenverstärker verstärkt wurde und in einer mechanischen Uhr einen Stift auslenkte, der auf einem laufenden Papierstreifen einen Zacken zeichnete. Die Magneten, die die Beamten mit sich trugen, waren unterschiedlich groß, so dass der Stromimpuls unterschiedlich stark und der Zacken somit auch unterschiedlich lang war. Daran konnte man erkennen, wer wann das Postamt betreten oder verlassen hatte. Hier geht’s zur Auflösung.
3. Das Antlitz des Geliebten live
In der heutigen Zeit, ganz besonders bei #wirbleibenzuhause und #socialdistancing, ist Videotelefonie unsere Verbindung nach außen, unser Ersatz für Sozialkontakte, unser Mittel gegen Einsamkeit oder auch, um im Unternehmen den Betrieb aufrechtzuhalten. Vorletzten Dienstag haben wir Euch ja schon unsere Sammlung zu diesem Gebiet vorgestellt, aber eine ganz besondere Erfindung der Reichspost haben wir unterschlagen. Bereits 1929, als das Fernsehen noch in seinen mechanischen Kinderschuhen steckte und Bilder mittels einer Spirallochscheibe abgetastet wurden, dachten findige Köpfe darüber nach, wie man dieses Medium nutzen konnte, um seinen Lieben näher zu sein. Schließlich war die Idee zur Spirallochscheibe dem Studenten Paul Nipkow an Weihnachten gekommen, als er einsam und alleine in seiner Bude hockte, weil er sich die Heimfahrt nicht leisten konnte.
Ähnlich einer Telefonzelle wurde eine Sprechverbindung aufgebaut und zusätzlich ein Bild mechanisch abgetastet und im Zwischenfilmverfahren entwickelt, erneut abgetastet und übertragen. Das Gleiche geschah mit dem Gesprächspartner, so dass dessen Bild, ebenfalls mittels Spirallochscheibe mechanisch projeziert, auf einer Mattscheibe in bequemer Blickhöhe erschien. Zur Übertragung des Signals wurden extra leistungsstarke Kabel zwischen den wichtigsten Städten des Reichs verlegt. Zur Olympiade 1936 erfreute sich das Kuriosum großer Beliebtheit. Hier geht’s zur Auflösung.
AUFLÖSUNG
1. Sprachübertragung durch Licht
Die erste Vision klingt ihrer Zeit sehr weit voraus und dementsprechend weit hergeholt. Jedoch existierte das Photophon tatsächlich und wurde 1880 von Alexander Graham Bell und Sumner Tainter patentiert. Unser Objekt ist ein Prinzipnachbau zu Vorführungszwecken aus dem Jahr 1906.
2. Die magnetische Stempeluhr
Auch die magnetische Stempeluhr klingt plausibel, hat sie doch Einzug in unseren Alltag gefunden und ist weit verbreitet. Aber obwohl die Post oft Spitzentechnologie mit entwickelt hat, ist dieses geniale System nur unserer Fantasie entsprungen. Das Bild zeigt das Zeitansagegerät “Sprechende Uhr” mit eingebautem Schallband von 1911. Mehr darüber findet Ihr in unserer Onlinedatenbank unter der Inventarnummer 4.2011.1486.
3. Das Antlitz des Geliebten live
Den Erfolg der sehenden Telefonzelle kann man sich ebenfalls vorstellen.Diese so genannte Gegenseh- und Sprechzelle gab es auch tatsächlich in der vorgestellten Form, allerdings war das eher lichtschwache Bild mit nur 90 Zeilen noch nicht so der Renner. Das Originalobjekt befindet sich im Deutschen Museum, im Erbe der Reichspost finden sich allerdings reichlich Bilder und Beschreibungen. Unter dem Stichwart Gegenseh- und Sprechzelle findet Ihr einige Bilder in der Onlinedatenbank.
Haben wir es geschafft, Euch hinters Licht zu führen?
Text: Tina Kubot und Regina Lang, 1. April 2020
von MfK Frankfurt | März 31, 2020 | Museum
Jeden Dienstag posten wir unter dem Hashtag #DepotDienstag Objekte aus unserer Sammlung. Heute am #DepotDienstag beteiligen wir uns auch an der sogenannten #HomeOfficeGLAM-Challenge. GLAM ist ein englisches Akronym, das für Galleries, Libraries, Archives und Museums steht und als Sammelbegriff Institutionen umfasst, die sich mit dem Sammeln, Bewahren und Erschließen von Kulturgütern beschäftigen. Bei der #HomeOfficeGLAM-Challenge sollen Objekte und Bilder gezeigt werden, die einen (humorvollen) Bezug zum Phänomen des Zu-Hause-Arbeitens herstellen. Wir zeigen Euch technische Hilfsmittel aus der Vergangenheit und Gegenwart aus unserer Sammlung, die die (Schreib-) Arbeit zu Hause erleichtern sollten.
Federhalter für Damen aus dem frühen 20. Jahrhundert
Den Anfang macht dieser stilsichere Federhalter für Damen aus Silber, der mit einer abgeschrägten Stahlfeder für ein elegantes Schriftbild sorgte. Die Verzierungen im angesagten Jugendstil des frühen 20. Jahrhunderts mit Andeutungen von Blüten, Blättern und Zweigen ermöglichten bei aller Tristesse in den eigenen vier Wänden die nötige Verbindung zur Natur.
Mechanisches Schreiben: Mit der Germania No.5
- Wem tintenverschmierte Hände auf Dauer zu lästig wurden, griff alsbald zur mechanischen Schreibmaschine, etwa der Germania No.5. Diese war ein Lizenzprodukt der Schreibmaschinenfabrik W. Elschner, Berlin, das auf dem Design eines amerikanischen Herstellers beruhte. Bereits um 1900 hatte sich das QWERTZ-Format der Tastenbelegung durchgesetzt. Wie es zu gerade dieser Anordnung der Buchstaben kam, erfahrt ihr hier:
Wenn auch die Arbeit mit der Schreibmaschine einiges erleichterte, so blieb die Benutzung doch umständlich. Zum Prüfen des geschriebenen Textes musste im Falle der Germania der sogenannte Wagen (fehlt bei unserem Modell) hochgeklappt werden. Auch Tippfehler verziehen die Geräte nicht. Da hieß es bei wichtigen Dokumenten wohl oder übel, nochmal neu anzufangen.
Der Osborne Executive-Rechner für mobiles Arbeiten von zu Hause
Da war es schon eine große Erleichterung, wenn man die Eingabe noch einmal am Bildschirm überprüfen konnte – auch wenn dieser, wie im Falle des Osborne Executive, nicht viel größer war als ein heutiges Smartphone-Display. Zur Markteinführung im Jahr 1983 war dies jedoch eine deutliche Verbesserung. Mit handlichen 13kg und ausgestattet mit moderner Software zur Text- und Datenverarbeitung war der Executive die ideale Wahl für ein bequemes mobiles Arbeiten von zu Hause.
Der Osborne Executive in Aktion
Spielerisches Lernen mit dem MagiPen-Laptop
Für anspruchsvollere HomeOffice-Expert*innen ist das freilich nur die absolut nötigste Grundausstattung. Sie greifen auf entsprechende High-End-Geräte, wie den MagiPen-Laptop von VTech zurück und erfreuen sich an der einfachen Bedienbarkeit über die Tastatur oder den Bildschirmstift. Schreibfehler werden hier direkt erkannt und korrigiert. Design und Software sind optimal auf die Nutzer*innen zugeschnitten und ermöglichen ein lebenslanges spielerisches Lernen beim mobilen Arbeiten von zu Hause.
Wofür steht GLAM?
GLAM ist ein englisches Akronym, das für Galleries, Libraries, Archives und Museums steht und als Sammelbegriff Institutionen umfasst, die sich mit dem Sammeln, Bewahren und Erschließen von Kulturgütern beschäftigen. Bei der HomeOffice-Challenge sollen Objekte und Bilder gezeigt werden, die einen (humorvollen) Bezug zum Phänomen des Zu-Hause-Arbeitens herstellen.
Besucht auch unsere Sammlungsdatenbank! Hier findet Ihr noch viele weitere spannende Objekte, die von zu Hause aus erforscht werden können.
Text: Matthias Lieb, 31. März 2020
von MfK Frankfurt | März 28, 2020 | Museum
Jeden Samstag beleuchten wir ein Phänomen unserer Dauerausstellung vor dem Hintergrund aktueller Geschehnisse, schlagen Verbindungen und nehmen ein passendes kommunikationswissenschaftliches Thema in den Fokus: Heute das Phänomen Teilhabe. In Zeiten der Corona-Pandemie verschiebt sich der Museumsalltag mehr und mehr ins Digitale und fordert das Museumsteam immer wieder zu kreativen Lösungen heraus. Am letzten Mittwoch sollte die Eröffnung der Ausstellung „#neuland: Ich wir & die Digitalisierung“ stattfinden. Aufgrund der aktuellen Situation war an eine klassische Eröffnung nicht zu denken. Blieben die Lichter an dem Abend im Museum aus – gingen die digitalen Museumtüren auf und luden alle Besucher*innen zu einer „digitale Sneak-Preview“ ein. So konnten die Gäste zumindest einen ersten Blick auf die neue Ausstellung erhaschen, online das Gespräch zu den Kurator*innen suchen und digital an einem Museumsevent teilhaben. Wahres Neuland für unser Museum.
Soziale Medien, Zeitungen, Radio, Fernsehen – Sie informieren uns über das Weltgeschehen. Durch Internet und Smartphone können wir nun aktiver Teil von digitalen Gemeinschaften werden: Wir teilen unsere Meinungen, Erfahrungen und Neuigkeiten.
In Zeiten des Corona-Virus verschiebt sich Teilhabe – in allen Lebensbereichen mehr und mehr ins Digitale. So auch der Museumsbesuch. Es entsteht eine neue Form der digitalen Gemeinschaft.
Die vereinte Welt – Globales Miteinander oder digitale Ausgrenzung?
Theoretisch – denn nicht jede*r kann oder will sich beteiligen. Nicht jede*r besitzt einen Internetzugang oder ein Endgerät um sich digital zu vernetzen. Die Gründe hierfür sind divers: finanziellen Möglichkeiten, schlechte oder nicht vorhandene Infrastrukturen. Auch kann es auch am Zugang zu Wissen und an der Kompetenz für die Anwendung scheitern. Über diese Voraussetzungen verfügt nicht jede*r, weltweit sind viele Menschen ausgeschlossen.
Radio – das erste elektronische Massenmedium
Es ist heutzutage zu unserem selbstverständlichen Alltag geworden über die zahlreichen Kanäle an Informationen über das Weltgeschehen in Echtzeit heranzukommen. Vor fast 100 Jahren sah das in Deutschland noch ganz anders aus: 1923 schaltete der erste deutsche Radiosender auf Sendebetrieb. Die erste Radiosendung ging eine Stunde. Radiohören wurde zu einer sinnstiftenden Feierabendbeschäftigung und einte ganze Familien vor den mal größer mal kleineren Empfangs/Hörgeräten. Radio war für alle gedacht. Es sollte ein Unterhaltungs- und Informationsmedium für die Öffentlichkeit werden. Erstmals konnte eine große Masse an Menschen in Echtzeit an Informationen – später auch an Musik, Fußballspielen und Ansprachen teilhaben.
Radio-Pionier Hans Bredow prophezeite dem Radio eine große Zukunft
“Weit über die Grenzen der Länder hinaus wird Radio einst Bedeutung haben. Es wird die Völker zu einer großen Gemeinde zusammenschließen, und ihnen durch tägliches gemeinsames Erleben die Erkenntnis vermitteln, dass sie alle Glieder einer einzigen großen geistigen Gemeinschaft sind.”
Hans Bredow
Vom Schmuckstück zum Nebenmedium
Wer in den 50er Jahren etwas von sich hielt, besaß eine repräsentative Musiktruhe. Dieses moderne Tonmöbel kombinierte Radio und Plattenspieler und enthielt gelegentlich sogar einen integrierten Fernseher. Dieses wurde zur zentralen Zierde des häuslichen Wohnzimmers. In unserer Dauerausstellung ist solch ein Schmuckstück ausgestellt. Zeitgleich wir das Radio mobil: Die großen Radios verschwinden auf einmal in kleinen Koffern und lassen sich handlich überall mit hinnehmen.
Mediengeschichte|n neu erzählt!
Station in der Dauerausstellung: Das Fräulein vom Amt.
Mediengeschichte|n neu erzählt!
Viele Stationen laden zum Mitmachen ein.
Mediengeschichte|n neu erzählt!
Mediengeschichte|n neu erzählt.
Mediengeschichte|n neu erzählt!
Gelebte Teilhabe im Museum.
Große geistige Gemeinschaft?
In 100 Jahren hat sich viel getan: Die Endgeräte und die Informationskanäle haben sich vervielfältigt und passen sich mehr und mehr unseren Bedürfnissen an. Die Sehnsucht nach Individualität treibt diese Entwicklung voran. Ob wir zu einer großen geistigen Gemeinschaft geworden sind, wie es der Radiopionier Hans Bredow einst vorausgesagt hat? Im digitalen teilweise schon – doch ist es auch wichtig gerade in Zeiten der Corona-Pandemie Teilhabe auch im Analogen zu leben und so niemanden auszuschließen.
Text: Caroline Dörr, 27. März 2020
von MfK Frankfurt | März 27, 2020 | Leben & Lernen X.0
Am letzten Mittwoch haben wir aus der momentanen Ausnahmesituation das Beste gemacht und Eindrücke unserer neuen Ausstellung „#neuland: Ich, wir & die Digitalisierung“ digital präsentiert. Auch unsere Museumsbibliothek ist von der Schließung zur Eindämmung von COVID-19 betroffen und kann zu unser aller Sicherheit derzeitig keine Besucher*innen empfangen. Wir sind aber trotzdem für Euch da und werden an dieser Stelle in den nächsten Wochen über unsere Fachbibliothek zum Thema Kommunikation berichten.
Literaturtipps zur neuen Ausstellung #neuland
Die Bibliothek des Museums für Kommunikation in Frankfurt betreut das Projekt Leben & Lernen X.0 seit seinem Bestehen aktiv mit Literatur zu allen Themen der Digitalisierung, mit besonderem Schwerpunkt auf die Frage: was macht Digitalisierung mit unserer Kommunikation und in welch vielfältiger Weise sind wir als Gesellschaft vom digitalen Wandel betroffen. Aus unserem neuen Thementisch zu #neuland möchten wir Euch heute und in den nächsten Wochen ein paar Titel vorstellen:
Was ist eigentlich diese Digitalisierung, von der alle reden?
Auch wenn die meisten von uns schon mit der Digitalisierung leben, sind wir mit einer Fülle neuer Schlagwörter konfrontiert, deren Bedeutung man sich nicht immer erklären kann. Eine wunderbare Einführung in das Thema bietet der Überblick digitaler Begriffe im Buch „Die 50 wichtigsten Themen der Digitalisierung“ von Philip Specht. Der Autor selbst beschreibt sich als unbefangenen, neugierigen, digital affinen Menschen und möchte aus dieser Perspektive heraus all jenen ein hilfreiches Kompendium an die Hand geben, die sich ein Grundlagenverständnis von Digitalisierung möglichst schnell und doch umfassend aneignen wollen. Das gelingt ihm in prägnanten Kapiteln über technische Grundlagen wie Hardware, Clouds, Programmieren und Design Thinking bis zu den wichtigsten Technologietrends. Der Einfluss der Digitalisierung auf ausgewählte Lebensbereiche wie das Zuhause, den Arbeitsmarkt bis hin zum Thema Gesundheit, wird ebenso beleuchtet, wie die Frage nach der Zukunft des Menschen in Bezug auf eine digitale Ethik.
Specht, Philip: Die wichtigsten Themen der Digitalisierung. München : Redline Verlag, 1. Aufl. 2018. ISBN: 978-3-86881-705-8
Herausforderungen der Digitalisierung für Unternehmen
Mit der Auswirkung der Digitalisierung im Arbeitsbereich beschäftigt sich das Buch „Radikal digital“ von Reinhard K. Sprenger. Der Autor beschreibt mit der Trias „Kunde – Kooperation – Kreativität“ die drei Kernaufgaben für Führungskräfte in Zeiten der Digitalisierung und postuliert die Notwendigkeit einer „Wiedereinführung“ dieser Aspekte in das Unternehmen. Entgegen anderer Positionen im Wirtschaftsbereich, die in der Digitalisierung vor allem ein Potential zur Reduzierung des (Kosten-) Faktors Personal sehen, entfaltet Sprenger die These, dass eine erfolgreiche Digitalisierung nur in der Konzentration auf das Wesentliche – nämlich auf die Leistung des Menschen – funktionieren kann und stellt die Frage: „Was muss Führung tun, um Digitalisierung zu ermöglichen?“ Antworten auf diese Frage könnten die 111 Rezepte zur „Führung in digitalen Zeiten“ geben.
Sprenger, Reinhard K.: Radikal digital: Weil der Mensch den Unterschied macht – 111 Führungsrezepte. München : DVA. 1. Aufl. 2018. ISBN: 978-3-421-4809-7
Alles digital? Ohne mich!
Viele der aktuellen Bücher zum Thema „Digitalisierung“ nehmen in der Beschreibung des Phänomens eine kritische Position ein, fokussiert auf Einzelaspekte der Datenüberwachung und der Gefahr für die Demokratie, bis hin zur Propagierung des Analogen als Verweigerung des Digitalen. In diese Kategorie gehört auch der Titel: „Offliner: Die Gegenkultur der Digitalisierung“ von Joël Luc Cachelin. Anhand der Beschreibung von sechzehn unterschiedlichen Gruppen von Offlinern, die Cachelin einteilt in eine „wirtschaftliche“, „politische“, „soziale“ und „technologische“ Fraktion, zeichnet der Autor das Bild einer Gegenkultur, die nach Alternativen zur hyperdigitalen Zukunft sucht. In ihrer Heterogenität aber von so unterschiedlichen Prioritäten geprägt, stellt das Buch die Frage nach deren Form und Wirksamkeit. Der Begriff „Offliner“ beschreibt hier nicht eine generelle Totalverweigerung gegenüber der Digitalisierung sondern formuliert den Wunsch nach Demokratisierung und Mitgestaltungsmöglichkeiten gegenüber den Treibern und Profiteuren. Das Buch entwickelt mögliche Szenarien der Koexistenz von Offlinern und Onlinern und stellt die Frage, wer es sich zukünftig noch leisten kann, offline zu sein.
Cachelin, Joël Luc: Offliner: Die Gegenkultur der Digitalisierung. Bern : Stämpfli Verlag. 1. Aufl. 2015. ISBN: 978-37272-1431-8
Mehr zu unseren Beständen im Online-Katalog
Auch wenn ihr uns im Moment nicht besuchen könnt, hoffen wir, Euch ein bisschen Vorfreude auf die Ausstellung #neuland gemacht zu haben und laden Euch ein, unser umfangreiches Literaturangebot zum Thema zu nutzen, sobald ein Besuch wieder möglich ist. Bis dahin könnt Ihr mit dem Stichwort „Leben & Lernen“ schon mal im Onlinekatalog stöbern.
Wenn Euch die Tipps zum Buchkauf für die Couch angeregt haben, viele kleine Buchläden bieten im Moment einen super schnellen Lieferservice an und verdienen unsere Unterstützung.
Autorin: Sandy Lang, 27. März 2020
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