Zum Welttag des Buches

Zum Welttag des Buches

Seit seiner Einführung durch die UNESCO im Jahre 1995, feiern wir weltweit jedes Jahr am 23. April mit dem UNESCO-Welttag des Buches, das Lesen, die Bücher und die Rechte von Autoren. Wir möchten aus diesem Anlass heute die tollen Museumsbibliotheken in Frankfurt vorstellen, die ihre jeweiligen Museen literarisch unterstützen und die Frankfurter Bibliothekslandschaft mit ihrem diversen und spezifischen Bestand bereichern.

Vielfalt und Gemeinsamkeit

So vielfältig sich die Frankfurter Museumslandschaft gestaltet, so spezifisch und divers sind auch die Bestände der Museumsbibliotheken, über die viele der Museen verfügen. Die Bibliotheken und Archive nehmen hier Aufgaben der literarischen Versorgung der Museumsmitarbeiter*innen wahr, begleiten die Ausstellungen durch passende Bestände und bewahren das Kulturgut ihrer Einrichtungen. Da sie zumeist auch öffentlich zugänglich sind, bereichern sie das bibliothekarische Angebot der Region mit spezifischen, teilweise einzigartigen Medienbeständen, die interessierte Besucher*innen nach kurzer Anmeldung nutzen können.

Die verschiedenen Fachgebiete und Spezialsammlungen sind komplex und spannend. So werden historisch-kulturelle Themen vertreten durch die Bibliotheken und Archive des Historischen Museums, des Archäologischen Museums, des Instituts für Stadtgeschichte, des Frankfurter Goethehauses, des Jüdischen Museums und der Bibliothek des Museums für Weltkulturen. Und während sich das Museum für Kommunikation besonders dem kommunikationsgeschichtlichen Aspekt der Historie zuwendet, beherbergt das Archiv Frau und Musik u.a. das umfangreichste internationale Komponistinnen-Archiv weltweit.

Für die Themen Kunst, Architektur, Gestaltung und Design stellen die Bibliotheken und Archive eine besondere Bandbreite an Beständen bereit, so in jenen des Deutschen Architekturmuseums, der Kunstsammlung der DZ Bank, der Kunstbibliothek und Städelschule, des Museums für Angewandte Kunst, des Museums für Moderne Kunst und des Rats für Formgebung.

Bibliotheken und Archive des Deutschen Filminstituts und der Kinothek Asta Nielsen bieten Medien zum Thema Filmgeschichte, und mit dem Klingspor-Museum und der HFG werden die gemeinsamen Literaturbestände ergänzt durch zwei Institutionen aus Offenbach.

Um diese Vielfalt auf einen Blick sichtbar zu machen und zur besseren gemeinsamen Vernetzung, haben die Frankfurter Museumsbibliotheken bereits 1997 mit Unterstützung des Frankfurter Kulturamtes begonnen, ihre Bestände digital zu katalogisieren. Seit 2001 in einem gemeinsamen Webkatalog, seit 2014 zusätzlich im Verbund SWB vertreten, kann in den Beständen von derzeitig 19 Museumsbibliotheken gleichzeitig recherchiert werden.

Suchen und Finden

Einen Überblick zu den Wissensgebieten, die von einzelnen oder mehreren der Frankfurter Museumsbibliotheken gesammelt, erfasst und zur Verfügung gestellt werden, finden sich in einer praktischen Themenübersicht auf der Webseite des Verbundes der Frankfurter Museumsbibliotheken (VFMB), zusammen mit Portraits und Kontaktdaten der einzelnen Einrichtungen.

Wir wünschen viel Spaß beim virtuellen Entdecken der Frankfurter Museumsbibliotheken und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen mit unseren Besucher*innen.

 

Sandy Lang, 23. April 2020

#DepotDienstag: Frühjahrsputz im Depot

#DepotDienstag: Frühjahrsputz im Depot

Auch wenn derzeit nicht absehbar ist, wann das Depot wieder für Besucher*innen geöffnet sein wird und wir wieder Führungen anbieten können, ist es diese Woche Zeit für einen kleinen Frühjahrsputz. Mit dem nötigen Abstand zwischen den Kolleg*innen widmen wir uns den Fahrzeugen und befreien diese vom leider immer fallenden Staub. Immerhin warten rund 175 Kutschen, Schlitten, Busse, Lastkraftwagen, Transporter, Personenwagen, Roller und Motorräder der Post, des Fernmeldedienstes oder der Rundfunk- und Fernsehübertragung darauf, aus dem Winterschlaf erweckt zu werden. Bei der Menge an Sammlungsstücken fällt es den Restauratorinnen und ihren Helfer*innenn nicht schwer, sich in der Halle zu verteilen.

Fahrzeugsammlung

Die Post ist seit jeher eng mit dem Verkehrs- und Transportwesen verknüpft, denn ohne Transportmittel keine Postbeförderung. Die Sammlung von Verkehrsmitteln ist daher auch eine der ältesten Teilsammlungen der Stiftung. Sie umfasst zahlreiche Originalfahrzeuge mit ihrem Zubehör, ergänzt durch extra gefertigte, detaillierte Modelle.

Gelbe Post

Zu den ältesten Fahrzeugen zählt ein so genannter Räderschlitten aus dem Jahre 1890. Hier konnten bei einsetzendem Schneefall die Räder abgenommen werden – die Postkutsche wurde in weniger als zehn Minuten zum Postschlitten. Die bis in das Jahr 1924 zurückreichende Sammlung an Elektrofahrzeugen der Post wird durch die neuesten Zugänge ergänzt: Zwei Streestscooter (Prototyp und Vorserienfahrzeug) wurden im Jahr 2018 für unsere Ausstellung zur Geschichte der Elektromobilität gestiftet. Natürlich sind auch die gelben Postbusse vertreten, einer sogar im regelmäßigen Einsatz. Denn neben der Beförderung von Brief-und Paketsendungen war die Personenbeförderung früher eine der wesentlichen Aufgaben der Post. Dies galt vor Erfindung der Eisenbahn für die Postkutschen wie auch später im Regionalverkehr für die Kraftpostbusse. Für den schnellen Transport von Sendungen und Telegrammen wurde auch gern auf zweirädrige Gefährte zurückgegriffen. Dazu zählen etwa Roller und Motorräder, aber auch Fahrräder in den verschiedensten Ausführungen.

Graue Post

Aber nicht nur bei der Brief- und Paketbeförderung musste die Post mobil sein: Rund 20 Fahrzeuge gehörten zur so genannten “Grauen Post”, dem Fernmeldedienst. Sie kamen bei Bau und Unterhalt der Leitungen und Fernmeldeanlagen zum Einsatz. Ein besonderes Kapitel ist der Fernmeldenotdient: Fahrbare Richtfunkmasten und Vermittlungsstellen sollten im Kriegs- und Katastrophenfall die Infrastruktur aufrechterhalten. Nach der Wiedervereinigung kamen die Fahrzeuge des Fernmeldenotdienstes auch zur Deckung des Kommunikationsbedarfs zwischen Ost und West, zum Einsatz und halfen, die Lücken im Kommunikationsnetz der ehemaligen DDR so lange provisorisch zu schließen, bis eine neue Infrastruktur aufgebaut war. Viele Fahrzeuge des Notdienstes in unserer Sammlung haben ganz niedrige Kilometerstände und legten innerhalb von Jahrzehnten nur wenige Tausend Kilometer zurück. Heute kommen die Fahrzeuge des Disaster Recovery Management der privatisierten Telekom neben Katastrophenfällen vor allem dann zum Einsatz, wenn im Rahmen von Großveranstaltungen ein erhöhter Bedarf an Kommunikationsverbindungen besteht.

Blaue Post

Rund zehn Übertragungs- und Reportagewagen für Rundfunk und Fernsehen runden die Sammlung ab. Die Mehrzahl von ihnen gehörte zur so genannten „Blauen Post“ der ehemaligen DDR, wo die Post anders als in Westdeutschland auch die Technik in den Rundfunk- und Fernsehstudios bereitstellte und betrieb. Das älteste Fahrzeug stammt aus dem Jahre 1954, der neuste von 1994. Hier ist auch das zweitschwerste Exponat der Sammlung zu finden, ein DDR-Fernsehübertragungswagen auf Basis eines Mercedes Typ 2224 mit knapp 10 Meter Länge und 9 Tonnen Gewicht, ausgestattet mit westdeutscher Fernsehtechnik von Bosch. Die rollenden Studios sorgten dafür, dass Außenaufnahmen von besonders spannenden Orten live ins Wohnzimmer übertragen werden konnten.

 

Im Sammlungsdepot

Unter guten Depotbedingungen befinden sich all diese Fahrzeuge in der Sammlung in Heusenstamm. Dort werden sie konservatorisch betreut, um sie auch für nachfolgende Generationen zu bewahren. Bevor die Fahrzeuge ins Depot wandern, werden sie überholt und für eine längere Lagerung vorbereitet: Dazu zählt unter anderem das Ablassen der Flüssigkeiten (Öl, Treibstoff, Kühlflüssigkeit, Waschwasser etc.) und der Ausbau der Batterien. Geschlossene Depoträume sorgen dann für ein konstantes und für die Fahrzeuge günstiges Raumlklima. So sind die Objekte vor Korrosion geschützt. Auch Luftschadstoffe, Schädlinge und Pollen können so weit wie möglich abgehalten werden. Der anfallende Staub ist entsprechend gering und eine Reinigung wie diese ist daher nur im Abstand von einigen Jahren nötig.

Sammlungsbesuch (online)

Schon wegen ihrer Größe kann nur ein kleiner Teil dieser Fahrzeuge in den Dauerausstellungen der Museen für Kommunikation gezeigt werden. Daher bieten wir regelmäßig (derzeit leider ausgesetzte) Führungen an, bei denen fachkundige Kolleg*innen auch diesen Teil der Sammlung zugänglich machen. Unabhängig von der derzeitigen Schließung der Museen und Depots können viele der Fahrzeuge in unserer digitalen Datenbank angesehen und bewundert werden.

 

Tina Kubot/ Matthias Lieb, 21. April 2020

Der Weltamateurfunktag – Die Rolle des Funkens heute

Der Weltamateurfunktag – Die Rolle des Funkens heute

Heute findet – wie jedes Jahr am 18.4. – der Weltamateurfunktag der International Amateur Radio Union statt, da diese heute vor genau 95 Jahren in Paris gegründet wurde. Auch auf dem Dach des Museums für Kommunikation in Frankfurt befindet sich eine Amateurfunkstation. Diese bieten normalerweise reichlich Möglichkeiten zum Erkunden und Besichtigen von historischen Geräten – und manchmal sogar die Möglichkeit, beim Funken dabei zu sein. Da dies aufgrund der aktuellen Situation vorerst nicht möglich ist, bringen wir Euch das Funken auf eine andere Weise näher: Anlässlich des Jubiläums habe ich Karl-Heinz Wolf, Mitglied des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC), ein paar Fragen gestellt.

Funken als Hobby

Die Funktechnologie entstand Ende des 19. Jahrhunderts und schon in den frühen 1900er Jahren gab es eine Funkpflicht für Schiffe. Durch den zunehmenden Datenverkehr erfolgte dann die Unterteilung in den offiziellen und den privaten bzw. den Amateurfunk, der erstmals auch Experimentalstationen ermöglichte.

Heute zählt der DARC etwa 33.000 Mitglieder, die das Hobby in ihrer Freizeit betreiben. Kommunikation mit Schwellenländern ohne Internet und die Förderung des technisch-wissenschaftlichen Nachwuchses sind nur einige der Ziele, welche die Amateurfunker verfolgen.

Im Gespräch mit Karl-Heinz Wolf, Mitglied des DARC

Man kennt Funkverbindungen ja bereits durch den Seefunk oder den Flugfunk. Der „Amateurfunk“ ist jedoch nicht weniger wichtig. Was würden Sie sagen, macht seine besondere Rolle aus?

Der Amateurfunkdienst ist genauso ein Dienst wie der Seefunk, Polizeifunk, Flugfunk und so weiter. Man braucht dafür eine offizielle Zulassung der Telekommunikationsbehörde. Der große Unterschied ist, dass alle anderen genannten Dienste kommerziell sind. Dabei bezahlt man Gebühren, wie in etwa bei dem Handyvertrag, und hat Anspruch auf eine gewisse Funkqualität und Verfügbarkeit. Die Gebühren des Amateurfunkdienstes sind weitaus geringer und wir haben die Möglichkeit, auch selbstgebaute Geräte in Betrieb zu nehmen.

Mit dem kleinen Sender der Funkstation auf dem Dach des Museums kann man zum Beispiel durch ganz Europa, mit den richtigen Bedingungen sogar durch die ganze Welt, funken. Jedoch sind diese Verbindungen, im Gegensatz zu den kommerziellen Diensten, nicht garantiert. Deshalb sagen wir „Amateurfunk“: Nicht, weil wir amateurtechnische Geräte verwenden, sondern weil man eben nicht für eine bestimmte Dienstleistung bezahlt. Aus diesem Grund senden wir auch kein „SOS“, „panic“ oder „mayday“.

Trotzdem ist es doch richtig, dass der Amateurfunk für Notfall- oder Katastrophenhilfe eingesetzt wird, oder?

Das ist richtig. Das Thema Not-Funk ist dafür gedacht, wenn Kommunikationsnetze ausfallen. Das heißt jedoch nicht, dass wir diese Kommunikation übernehmen, sondern vielmehr unterstützen. Die eingesetzten Hilfskräfte bei Katastrophen haben meist keine Zeit, minimale Nachrichten von Menschen an Angehörige zu übermitteln. Wir können dann mit jemandem auf der Welt Kontakt aufnehmen, der in der Lage ist, diese Nachricht an den jeweiligen Empfänger weiterzuleiten. Da gibt es dann mehrere Möglichkeiten. Entweder Analogfunk oder Digitalfunk, die Bandbreite ist wirklich unendlich groß.

Viele dieser Arten von Funk kann im Museum für Kommunikation besichtigen. Könnten Sie einmal grob die Unterschiede und Anwendungsgebiete von Morse, Sprech-, Bild- und Satelitenfunk skizzieren?

Morse ist eine der ersten Digitalfunkarten. Der sog. „Morsecode“ besteht aus drei Informationselementen, welche das komplette Alphabet abdecken. Eingesetzt wird das, um mit geringen Leistungen möglichst weit kommunizieren zu können. Damit kann ich mithilfe von Abkürzungen, auch ohne lokale Sprachkenntnisse, international Nachrichten übertragen.

Bei Sprechfunk ist es ganz klar. Dazu gehört auch die Telefonie. Dazu braucht man aber eine gewisse Bandbreite und es ist erheblich mehr Leistung notwendig. Der Satelitenfunk hingegen hat von Haus aus schon Radioqualität, funktioniert jedoch dementsprechend nur regional.

Dann gibt es natürlich noch eine Übertragung, die nennt sich „hamnet“. Das steht für „highspeed amateur multimedia network“. Das ist ein wireless LAN, welches wir auch gerne im Museum zeigen. Dabei geht durch das Multimedia Netzwerk eigentlich alles: von Sprache bis hin zu Video und dem klassischen Internet.

Man merkt, das Hobby des Amateurfunks ist ein wahnsinnig weites Spektrum. Eigentlich ist die Technik dabei nur das Mittel zum Zwecke der Völkerverständigung. Das Kennenlernen von Kulturen und anderen Menschen steht dabei im Vordergrund. Ich kenne keinen Funkamateur, der sich nur in seinem Kämmerchen vergräbt und nicht offen zu Menschen spricht. Wir sind unabhängig von allen Nationalitäten, Geschlecht, politischen Gedanken, religiösen Sichtweisen oder körperlicher Unversehrtheit. Außerdem darf bei Funken jeder mithören und den Unterhaltungen folgen – auch ohne Lizenz.

Wir leben einer Welt, die durch das Internet und die Digitalisierung geprägt ist. Dieses Thema beleuchtet auch unsere neue Ausstellung #neuland. Warum ist es trotzdem noch so wichtig, dass der Nachwuchs des Amateurfunks gefördert wird?

Wir beim Amateurfunk haben zwangsläufig eine Öffentlichkeit, weil wir keine verschlüsselten Verbindungen wie beim Mobilfunk besitzen. Diese Öffentlichkeit zwingt uns dazu, und das ist auch vernünftig aus meiner Sicht, völlig offen zu kommunizieren, höflich zu bleiben und sofort das Gegenüber zu respektieren. Überträgt man das auf das alltägliche Leben, so lebt man automatisch völlig vorurteilsfrei und miteinander. Offene und direkte Kommunikation – das ist für mich der Schlüssel zu einem vernünftigen Zusammenleben.

Die Förderung des Nachwuchses ist also vor allem wegen der Weitergabe dieser Werte wichtig. Zur Förderung machen wir viele Kurse, bei denen man die Lizenz zum Funken erwerben kann und mit der Technik vertraut wird. Das ist immer spannend für Jugendliche. Mit der Lizenz kann man selbstständig tätig sein und mit den über 2,5 Mio. Funkamateure weltweit kommunizieren. Dabei geht es vielmehr um die Community als um die Technologie. Wir haben heutzutage so viele unterschiedliche Kanäle, da muss man aufpassen, dass man sich nicht verzettelt.

Auch im Museum machen wir zur Nachwuchsförderung u.a. den „Kids Day“. Dort können nicht nur Kinder, sondern auch jung gebliebene Erwachsene unter Aufsicht auch ohne Lizenz selbst funken. Wir sind immer gerne bereit, das Funken zu erläutern. Wir haben auch ein paar kleine Mobilfunkgeräte da, die jeder mal ausprobieren kann. Das sind prinzipiell diese Walkie-Talkies, die man in Kaufhäusern erwerben kann. Das ist auch eine ganz vernünftige Geschichte, wenn man unter naheliegenden Freunden kommunizieren möchte, ohne das Telefon zu blockieren. Dafür braucht man nämlich nicht zwingend so eine riesige Funkstation, wie wir sie im Museum haben.

In Zeiten von Corona und „Social Distancing“ bekommt Kontaktpflege eine neue Bedeutung. Was macht sich konkret in der aktuellen Situation in Ihrem Umfeld bemerkbar?

Mir ist vor allem auf unseren Funkbändern aufgefallen, dass wesentlich mehr los ist als sonst. Das liegt aber nicht daran, dass wir das Thema Corona überstrapazieren, sondern vielmehr, weil die Menschen nun eher zuhause sind. Bedingt dadurch, dass sie nicht zur Arbeit gehen können und / oder dürfen, nutzen sie ihr Hobby Funk. Es gibt eine ganze Menge mehr an menschlicher Nähe. Einfach sich mit Worten austauschen zu können – auch wenn jemand mithört – ist eine gravierende Menge an Kommunikation, die man leisten kann. Dass wir diesen Kanal jetzt mehr nutzen, geraden in Zeiten wie diesen, ist für mich selbstverständlich. Das ist auch vernünftig so.

Das führt uns nun fast schon zum Ende. Die Türen des Museums sind momentan für physische Besucher geschlossen und auch die Lange Nacht der Museen fällt aus, wo Sie ja auch präsent gewesen wären. Haben Sie Alternativen, wie Interessenten sich weiterhin über das Funken informieren können?

Da gibt es mehrere Wege über das Internet. Da wäre zum Beispiel die Möglichkeit über Google Arts & Culture, die einen virtuellen Rundgang durch das Museum und die Funkstation ermöglicht.

Über unsere Facebook-Seite kann man sich informieren, was gerade so bei uns passiert. Dann gibt es noch unsere Ausbildungsseite mit Informationen zu den Lehrgängen in den Herbstferien. Selbst wenn Versammlungen bis dahin noch untersagt sein sollten, führen wir diese digital via Videokonferenz durch.

Das klingt sehr vielversprechend. Ich danke Ihnen für das Gespräch und die vielen, aufschlussreichen Informationen. Bleiben Sie gesund.

Funken – früher und heute

Man merkt: die Möglichkeiten und die Vielseitigkeit des Amateurfunks sind nahezu unbegrenzt. Mit der zunehmenden Vernetzung durch Internet und Digitalisierung, werden diese Arten von Verbindung immer leichter zugänglich und rücken das Funken hingegen immer mehr in den Hintergrund. In einem gesellschaftlichen Wandel zu physischer Distanz und psychischer Nähe, wird jedoch auch diese Tätigkeit wieder vermehrt praktiziert und geschätzt. Vielleicht entdeckt ja der ein oder andere während der Zeit zuhause ebenfalls ein neues Hobby: den Amateurfunk.

DL 0 DPM – Die Amateurfunkstation im Museum für Kommunikation in Frankfurt im Web und bei Facebook.

Autorin: Regina Lang 18. April 2020

„Ups, Sie sind ja da?“ – Was Museumspädagog*innen ohne Besucher*innen tun

„Ups, Sie sind ja da?“ – Was Museumspädagog*innen ohne Besucher*innen tun

 

Arbeitsplatzbeschreibung: flexibel, kreativ, teamfähig, kommunikativ und…
…eine gehörige Portion Improvisation.

Freitag kurz vor neun Uhr im headquarter Bildung und Vermittlung herrscht Hochbetrieb: vier besetzte Schreibtische, Telefonklingeln, Ausstellungspläne an der Wand, tablets auf dem Tisch, Konzeptionen, Zeichnungen, Fotos vom Ferienprojekt in Bearbeitung. Die Pinnwände voller Projektideen, die Wände gespickt mit Klebezetteln vom Teambrainstorming. Zwei Kolleg*innen kommen rein, stellen Fragen zur nächsten Sonderausstellung, der Empfang ruft an, eine freie Mitarbeiterin stehe im Stau und verspätet sich und eine/r von uns flitzt rüber ins Museum und springt bei einer der fünf Schulklassen ein, die einen medienpädagogischen Workshop gebucht haben. Währenddessen laufen die Vorbereitungen für die Lange Nacht der Museen und das nächste Kooperationsprojekt weiter. Viele wunderbare unterschiedliche Aufgaben.

Wildes Denken statt Alltagsgeschäft

 

Eigentlich…seit einem Monat ist alles etwas anders. Wir arbeiten mobil von zuhause aus, wie die meisten von euch auch und kommen nur noch abwechselnd ins Museum. Meetings und Kooperationsgespräche finden auch hier per Video- oder Telefonkonferenz statt. Das Telefon im Büro schweigt, nur ein paar wenige mutige Buchungsanfragen für Mai landen in unserm Anfragepostfach. Aber wir finden auch Zeit, Konzeptionen zu überarbeiten, Führungen zu übersetzen und inklusive Angebote zu entwickeln. Schubladenprojekte, für die im Alltag wenig Zeit bleibt, werden hervorgekramt und endlich angegangen. Und das Wichtigste: wir halten Kontakt und vergeben Aufgaben an unsere 24 freien Mitarbeiter*innen, mit denen wir gemeinsam unser pädagogisches Programm umsetzen.
Wir unterstützen die Kolleg*innen, die an den nächsten Ausstellungen arbeiten, mit unserem pädagogischen Blick auf die Inhalte und Umsetzungsideen und lesen uns fleißig in die Themen ein.

Die Discovery-Box

 

Ein Herzensprojekt, unsere discovery box, hat endlich Raum und Zeit fertig zu werden. Sie bietet, Klassen ohne gebuchten Rundgang, einen roten Faden, die Dauerausstellung „Mediengeschichte/n neu erzählt“ in Kleingruppen zu entdecken. Für die SuS ab Jahrgangsstufe 7. digital, für die jüngeren analog. All das passiert in Abstimmung mit Grafikerin, Programmierer und Schüler*innen als Tester*innen(zur Zeit allerdings nur digital).

Tagsüber alleine im Museum (noch)

Ja, ich gestehe, sie fehlen uns die Besucher*innen – die kleinen und großen, die jungen und jung gebliebenen. Manchmal schlendere ich alleine durch das menschenleere Museum und bilde mir ein, die Geräusche von Schulklassen und Kinderlachen zu hören, das Klingeln der alten Wandapparate oder das Rattern der Briefsortiermaschine…

 

Heute klingelte unser Anfragetelefon und eine ganz überraschte Anruferin sagte:“ Ups, Sie sind ja da! Ich dachte Sie hätten frei!“

Autorin: Nina Voborsky, 17.04.2020

#DepotDienstag: wirbleibenzuhause

#DepotDienstag: wirbleibenzuhause

Mehr Inhalte für mehr Geld: Die Idee des Bezahlfernsehens kam in den USA schon in den 1950er-Jahren auf. Nach Deutschland kam es mit dem Teleclub 1986, der ab 1991 premiere und heute Sky heißt. Waren es am Anfang vor allem Sportereignisse, wie Boxen in den USA und Fußball hierzulande, kann man heute fast alles dazukaufen.

Mit dem Fernsehen kommt die Fernsehkritik

Wir müssen im Moment zu Hause bleiben. Viele von uns greifen da gerne auch zur Fernbedieung und sorgen damit für etwas Abwechslung. Doch längst nicht alles, was da über die Kanäle läuft, findet unseren Zuspruch. Das war auch früher nicht anders. Mit dem Fernsehen kam auch die Fernsehkritik. So ließ der damalige Bundestagspräsident Hermann Ehlers 1953 den Intendaten des NWDR Adolf Grimme in einem Telegramm wissen:

“Sah eben Fernsehprogramm. Bedauere, dass Technik uns kein Mittel gibt, darauf zu schießen”.

Wo sonst als im Mutterland des Fernsehens, den USA, kam entsprechend schon in den 1950er-Jahren die Idee auf, ‘bessere’ Inhalte gegen eine Gebühr anzubieten. Das Zenith Phonevision-System war einer der ersten Pay-TV-Testläufe und begann 1951 in den Vereinigten Staaten. Das verschlüsselt gesendete Signal wurde mit einem über die Telefonleitung übertragenen Signal decodiert. Eine allgemeine Betriebserlaubnis wurde allerdings nicht erteilt. Nachfolgende Projekte konnten sich aber durchaus am Markt etablieren.

Vom Schweizer Teleclub zu premiere und Sky

In Deutschland kam als erstes Angebot 1986 der Schweizer Teleclub auf den Markt, allerdings nur lokal in Hannover. Aus diesem Angebot entwickelte sich premiere, das 1991 den Betrieb aufnahm und heute Sky heißt.

Mit der Einführung des digitalen Fernsehens DVB wurde die technische Umsetzung einfacher und das Angebot reichhaltiger. 1996 kam das von der Kirch-Gruppe gegründete und auf Spartenprogramm spezialisierte DF1 dazu, das über die so genannte d-box empfangen wurde. Eine Smartcard lieferte die Daten zur Entschlüsselung. Durch den zunehmenden Ausbau des Breitband-Internets war es den Kabelnetzbetreibern ab Mitte der 2000er Jahre möglich, Bezahlfernsehen im Rahmen ihrer Kabelanschluss-Pakete anzubieten. Ebenfalls zu dieser Zeit setzte ein Boom bei so genannten Video-on-demand oder Streamingdiensten wie netflix oder maxdome ein.

Waren zu Beginn des Bezahlfernsehens Sportübertragungen, in den USA besonders Boxkämpfe, hierzulande Fußball, sehr gefragt, kann man heute ein breites Angebot an Inhalten von Sport über eigens produzierte Serien bis hin zu Spartensendungen erwerben oder auch gegen eine Extragebühr die frei verfügbaren Inhalte des Privatfernsehen in HD-Qualität ansehen.

Autorin: Tina Kubot 
14. April 2020