Auch wenn das Märchen völlig ohne Sinn für technische Entwicklungen auskommt und seine zauberhafte Wirkung ohne naturwissenschaftliche Erkenntnisse entfaltet, knüpft es an einen lange von Menschen gehegten Traum an und nimmt einen Trend vorweg. In den 1920er Jahren gab es einen wahren Raktenrummel. Angeregt durch ein gut verständliches Buch des Physikers Hermann Oberth und Fritz Langs Film „Frau im Mond“ ist die Raumfahrt sehr populär.
Es sollte noch fast 40 Jahre dauern, bis der Menschheitstraum Wirklichkeit wurde. In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969 landeten Neil Armstrong und Buzz Aldrin mit der Mondrakete Apollo 11 auf dem Mond. Bis zu 600 Millionen Menschen auf der Erde sahen live im Fernsehen dabei zu, weitere hunderte Millionen verfolgten die Mission im Radio. Damit ist die erste bemannte Mondlandung bis heute eines der größten Medienereignisse der Geschichte. Wie es dazu kommen konnte, zeigt unsere Ausstellung. Historische Erfindungen wie das Teleskop, die Forschungen unzähliger Wissenschaftler, darunter Johannes Keppler, aber auch Märchen und Fantasien wie von Jules Verne und Gerdt von Bassewitz sind wichtige Voraussetzungen dafür. Die Mondlandung als Ereignis von menschheitsgeschichtlicher Tragweite ist jedoch nicht ohne den Aufstieg des Fernsehens in den 1950er und 1960er Jahren denkbar. Michael Collins, der an Bord geblieben war, hat gewitzelt: „Ich bin der einzige Amerikaner, der nichts von der Mondlandung gesehen hat, weil es keinen Fernseher in der Columbia gibt.“
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