von Tine Nowak | März 26, 2020 | Leben & Lernen X.0

Die Ausstellungen der Museumsstiftung werden von Webseiten begleitet – sogenannte Expotizern. Als die #neuland-Ausstellung aufgrund der Schliessung des Museums vom14. März bis 12. Mai nicht physisch betreten werden konnte, war der Expotizer als digitale Repräsentation der einzige Ort, der einen Zugang zu den Ausstellungsthemen für Besucher*innen ermöglichte.
Jeder der Expotizer der Museumsstiftung Post und Telekommunikation ist nach den jeweiligen Bedürfnis der Ausstellung konzipiert. Sie können wie eigene Online-Ausstellungen angelegt sein, zusätzliche Medieninhalte beinhalten oder die Thematik der Ausstellung in anderer interaktiver Form aufgreifen. Die Expotizer sind zudem für Computer, Tablets und Smartphones optimiert. Die #Neuland-Ausstellung stellt in fünf Themenbereichen Fragen, wie wir als Einzelpersonen, aber auch als Gesellschaft den digitalen Wandel in unserem Alltag erleben. Zusätzlich wurde im Mai 2020 – als das Museum wieder öffnete – die Ausstellung um eine Corona-Spur ergänzt, die auch digital im Expotizer abgebildet wird.
Diesen Themen folgt auch der Expotizer:
- Ich bin, was ich bin? Identität im Internet
- Noch mehr Gerede! Die Kommunikationsflut
- Unter Druck? Selbstoptimierung als Lebensstil
- Vertrau mir … – Beziehung online
- Wissen für alle?
- Corona-Spur
Glossar
Den Themen folgt ein Glossar. Dieses Glossar findet sich ebenfalls im Ausstellungsraum. Fremdworte in den Ausstellungstexten sind wie Links unterstrichen. In der Nähe finden sich runde Glossartafeln, welche die Begriffe erläutern. Das Prinzip des Hypertexts aus verlinkten Texten prägt auch den Expotizer. Auch die Fremdworte hier sind mit Glossartexten durch eine interne Verlinkung verbunden. Der Bereich des Glossars ist nicht statisch und wird während der Ausstellungszeit weiter wachsen.
Themen- und Ausstellunggseite
Neben der Themenseite mit dem Glossar gibt es eine zweite Seite mit Infos zur Ausstellung. Hier ist das Ausstellungsvideo der Sneak Preview hinterlegt, aber auch eine Bildergalerie mit Ausstellungsansichten. Ein Termin-Bereich verweist zum Kalender auf der Museumswebseite mit Veranstaltungen zum Rahmenprogramm. Während der Schliessung des Museums und auch über den Sommer hinweg gab es nur Online-Veranstaltungen. Die “Debatten-Dienstage online” wurden so bspw. als Livestream im Termin-Bereich gesendet. Die Unterseite “Corona-Audiospuren” wurde ebenfalls nachträglich ergänzt. Dort findet sich ein Aufruf, Corona-Geschichten einzusenden. Die Ergebnisse werden in der nächsten Ausstellungsstation ab 28. Oktober im Museum für Kommunikation Nürnberg und auch im Expotizer zu hören sein.
Über die Navigation der Webseite lassen sich all diese einzelnen Punkte direkt ansteuern.

www.ausstellung-neuland.de
Autorin: Tine Nowak
27. März 2020, aktualisiert am 12. Oktober 2020
von Tine Nowak | März 25, 2020 | Leben & Lernen X.0
Heute, am 25.03.2020, wäre die Ausstellung #neuland: Ich, wir & die Digitalisierung im Lichthof des Museums für Kommunikation in Frankfurt gemeinsam mit der Nemetschek Stiftung eröffnet worden. Das kuratorische Team hat, gemeinsam mit den Gestalterinnen von Good-to-Know und der Werkstatt SIMPLE, in den vergangenen Monaten mit viel Elan daran gearbeitet, alle Interessierten heute zum ersten Mal durch die Ausstellung zu führen und im Anschuss gemeinsam zu feiern. Nun hat uns die Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung gemacht, das Museum ist vorerst geschlossen.
Dennoch möchten wir den heutigen Tag nutzen, um Ihnen und euch einen ersten Einblick in #neuland zu geben. Zum Zeitpunkt der geplanten Eröffnung – um 19 Uhr – laden wir zur visuellen Sneak Preview ein!
Ein Video zeigt erste Impressionen aus unserem Ausstellungsraum und lässt einige der Menschen zu Wort kommen, die unser Projekt durch ihre Mitarbeit und ihre Perspektiven auf das digitale Leben bereichert haben. Der folgende Blogbeitrag stellt zudem die Grundgedanken der Ausstellung vor, ohne dabei zu viel vorweg nehmen zu wollen. Denn selbstverständlich wünschen wir uns viele neugierige Besucher*innen, sobald die Tore der Frankfurter Museen wieder öffnen können!
Warum heißt eine Ausstellung zum Thema Digitalisierung eigentlich „#neuland“?
Schließlich bewegen sich doch die meisten von uns, beruflich und privat, täglich im Internet – und das schon seit einigen Jahren. Unser Alltag ist mittlerweile fast untrennbar verbunden mit der digitalen Realität. Viele Prozesse sind so selbstverständlich geworden, dass der oder die Einzelne ihre Bedeutung für die eigene Identität und das gesellschaftliche Miteinander kaum noch hinterfragt. Und an genau dieser Stelle setzt die Ausstellung an. Zugrunde liegt nämlich die Leitfrage:
„Was hat die Digitalisierung eigentlich mit MIR zu tun?“
Diese Frage richteten wir in Kooperation mit dem Offenen Kanal Rhein Main im Vorfeld an Menschen unterschiedlichster Alters- und Berufsgruppen. Ihre Statements sind ein zentrales Element der Ausstellung. Trotz faszinierenden Diversität dieser Perspektiven war es möglich, Überthemen zu identifizieren – Bereiche, die für das Leben der meisten Menschen prägend sind, und deshalb bei der Reflektion über den eigenen digitalen Alltag immer wieder auftauchen. Wir haben die Bereiche folgendermaßen benannt: Identität, Optimierung, Kommunikation, Beziehungen und Wissen.
Bei einem Rundgang durch die Ausstellung betreten die Besucher*innen nacheinander die in sich abgeschlossenen Bereiche und können sich dort umfassend informieren – aber auch selbst aktiv werden. Jeder Bereich bietet neben Informationstexten und besonderen Expert*innen-Interviews nämlich auch interaktive Elemente, die digitale Erfahrungen analog nachbilden und so einmal ganz anders erlebbar machen. Zwischendurch bieten sich immer wieder Gelegenheiten zu Reflektion und zum gemütlichen Verweilen – denn #neuland soll auch ein Ort sein, an dem man sich einfach gerne aufhält.
Gestaltung der Ausstellung: Leichtigkeit und lebendige Farben
Aus unseren vielen kuratorischen Ideen und Wünschen habe die Gestalterinnen der Agentur Good-to-Know, Patrizia Widritzki und Kristine Fester, ein stimmiges Gesamtkonzept entwickelt, das von Leichtigkeit und einladend lebendigen Farben geprägt ist. Wir, die Kuratorinnen, sind übrigens Silke Zimmermann (Nemetschek Stiftung), Tine Nowak und Anjuli Spieker (Museum für Kommunikation).
Die #neuland-Metaphorik war prägend für das gesamte visuelle Konzept – wer die Ausstellung besucht, betritt im wahrsten Sinne des Wortes #neuland. Und so erklärt sich auch die ganz zu Beginn aufgeworfene Frage:
Warum heißt diese Ausstellung zum Thema Digitalisierung eigentlich #neuland?
Weil dieser Aspekt unseres Lebens so dynamisch ist, dass er nach wie vor (oder immer wieder) für jeden und jede von uns etwas Unbekanntes bereithält. Weil sich hinter dem eigenen Horizont neue Welten verbergen, die sowohl Gefahren als auch Chancen bereithalten. Weil sich diese Welten mit jedem Schritt vorwärts immer weiter erschließen. Und weil all das so sehr an die historische Erschließung der Terra Incognita erinnert, des Unbekannten Lands – oder eben Neulands.
Autorin: Anjuli Spieker 23. März 2020
#neuland: Ich, wir & die Digitalisierung
Bee-und Blue Bots sind kleine Roboter, die sich mit Hilfe von Tasten programmieren lassen.
#neuland: Ich, wir & die Digitalisierung
Blick in den Themenbereich „Kommunikation & Diskurs“: Wie viele kommunizierende Ichs verträgt die Gesellschaft?
#neuland: Ich, wir & die Digitalisierung
Ein Mobilé fasst Plattformen und Netzwerke zusammen: In einem Erwachsenenleben ist die Herausbildung der eigenen Identität eine Fortsetzungsarbeit.
#neuland: Ich, wir & die Digitalisierung
Blick in den Themenbereich Identität & Profil „Ich bin, was ich bin.“
#neuland: Ich, wir & die Digitalisierung
Der Begriff Neuland markiert Veränderungen und Aufbruch zu neuen Ufern.
#neuland: Ich, wir & die Digitalisierung
#neuland betreten! Auf dem #neuland-Teppich im Eingangsbereiche sind Orte verzeichnet, die das digitale Neuland kennzeichnen: Coast of Coding, Hashtag Hafen, Detox Insel u.a.
von Tine Nowak | März 22, 2020 | Podcast

Für viele Menschen gilt derzeit: Stay at Home – Bleibt zuhause! Räumliche Distanzierung muss aber nicht soziale Distanzierung bedeuten. Es gibt viele Medienformate, die es uns ermöglichen, uns auszutauschen, voneinander zu Lernen und Geschichten zu erzählen. “Schon jetzt gibt es Enkel, die ihren Großeltern einen Podcast aufnehmen, damit sie nicht einsam sind” erklärte Angela Merkel in ihrer Fernsehansprache zum Stand der COVID-19-Maßnahmen der Bundesregierung. Mit “Stay at Home-Podcasttipps” stellen wir regelmässig Podcasts zu Themen der Digitalisierung vor.
Medienkompetenz
Bei der Wahl der Themen orientieren wir uns zunächst an den Episoden unseres Erklärpodcasts zum Digitalen Wandel. Der Leben X.0-Podcast ist im Sommer 2019 gestartet und erklärt Schlagwörter der Digitalisierung. Zu dem jeweiligen Themenfeld existieren natürlich viele weitere Podcast-Episoden anderer Podcastproduzent*innen, mit denen man ebenso seinem Horizont erweitern kann. Wir stellen sowohl einzelne Episoden vor, als auch eine Sammlung von Podcasts – diese Woche zu Medienkompetenz, Digital Literacies und Medienbildung.
Leben X.0-Erklärpodcast zum digitalen Wandel
Der Leben X.0-Podcast ist Teil unseres Dialogprojekts “Leben & Lernen X.0”, in dem im Dialog mit der Bürgerschaft Fragen zur Zukunft der Bildung, Abeit und Demokratie verhandelt werden. Die Episode fragt: “Was ist Medienkompetenz?”. Als Gastgeberin begleitet mich Nina Voborsky (Medienpädagogin am Museum) als Co-Moderatorin. Mit einem Blick in die Wikipedia und mit drei unterschiedlichen Perspektiven auf den Begriff von Kai Hugger (Universität zu Köln), Beate Kremser (Stadt Frankfurt) und Christian Friedrich (Wikimedia Deutschland) versuchen wir uns dem Begriff der Medienkompetenz mit seinen verschiedenen Dimensionen im Gespräch zu nähern.
Kulturkapital – Ein Bildungspodcast
Während es beim Leben X.0-Podcast nur Auszüge aus dem Gespräch mit Christian Friedrich zu Hören gab, ist das ganze Gespräch im Kulturkapital-Podcast publiziert worden (ein privater Podcast, in dem ich seit 2013 – in letzter Zeit nur unregelmäßig – Episoden veröffentliche). Bei der Wikimedia ist Friedrich Teil eines Teams, das mit dem Begriff der Digital Literacies Ideen und Projekte entwickelt. Es geht u.a. um digitale Kompetenzen (“digital Literacies”), die zu einer Öffnung von Bildung in einer diversen Gesellschaft wünschenswert wären: Freies Wissen & Digital Literacies
Medially – Der Medienkompetenzpodcast
Noch vor dem Leben X.0-Podcast widmete sich im Sommer 2018 eine Podcastepisode der Frage: “Was ist Medienkompetenz”. Es ist der Auftakt des Podcasts Medially der zwei Medienpädagoginnen Kim und Natascha, die sowohl im schulischen als auch außerschulischen Bereich tätig sind. Sie beschreiben sich als Endzwanzigerinnen, die Gesprächsführung ist plaudernd und alltagsnah. Die folgenden Episoden sind an den Lebenswelten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen orientiert. In der ersten Episode beschreiben sie ihr Verständnis von Medienkompetenz, später geht es u.a. um YouTube, Handynutzung oder Hate Speech.
Forschergeist
Auch wenn es in dieser Episode des Wisseschaftspodcasts des Deutschen Stifterverbands nicht ausschliesslich um Medienkompetenz geht, lohnt es sich in das Gespräch zwischen Moderator Tim Pritlove und Lisa Rosa einzutauchen. “Schule und Lernen in der digitalen Welt” ist das Thema und Lisa Rosa, die in der Unterrichtsentwicklung am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg arbeitet, hat jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der schulischen Medienbildung und Lehrkräfte-Ausbildung. Die Episode ist unterhaltsam, meinungsstark und lehrreich zugleich.

Weitere Podcasts zu Medienkompetenz, Digital Literacies und Medienbildung:
Zum Preppen Eurer Podcast-Vorräte habe ich bei der Podcast-Suchmaschine FYYD eine Sammlung erstellt und zudem hier eine Linkliste mit Podcastfutter zu Edu-Podcasts zusammengetragen. Bei Fyyd kann man thematisch nach weiteren Podcasts suchen, wer genau schaut, findet dort eine detaillierte Suchfunktion, die man nach Sprache, Episodenlänge und Erscheinugszeitraum verfeinern kann.
- Bildung-Alt-Entfernen (OER, Hochschule, Digitale Bildung)
- Bildung – Zukunft – Technik (Medienbildung, Digitale Bildung, Schule)
- digimetsch-Talk (Medienbildung, Hochschule, Medienkompetenz)
- EduCouch – Der Bildungstalk (Digitale Bildung, Bildungsszene)
- edukativ.fm – im Sprechsaal mit Jöran (Digitale Bildung, zeitgemässe Bildung, diverses)
- Feierabendbier Open Education (OER, Digitale Bildung, Hochschule, Digital Literacies)
- Game of Phones (Jugendschutz, Medienkompetenz)
- JugendNarrative (Medienalltag, Jugendliche, Medienkompetenz)
- Netzlehrer (Schule, Mediendidaktik, Medienkompetenz)
- Nur 30 Minuten? (Medienalltag, Familie, Medienkompetenz)
- Perlen von den Säuen (Digitale Bildung, Schule, Talk, diverses)
- #uneigentlich – Dinge digital geregelt kriegen (Digitale Bildung, diverses)
Autorin: Tine Nowak
22. März 2020
von Tine Nowak | März 20, 2020 | Museum

Der Datenverkehr schnellt während der Corona-Isolation in die Höhe. Auch am weltweit größten Internetknoten in Frankfurt ist das derzeit zu spüren. Doch die Möglichkeit, über ausgedehnte Netzwerke weite Distanzen zu überwinden und Informationen auszutauschen, beschäftigte auch schon Menschen im vergangenen Jahrhundert. Wir stellen euch in den nächsten Wochen vier der Phänomene vor, die in unserer Dauerausstellung behandelt werden. Den Auftakt macht das Phänomen „Vernetzung“, elementar in Zeiten von Heimarbeit, Schulausfall und sozialer Distanzierung.
Phänomene in der Dauerausstellung
Kommunikations- und Mediengeschichte lässt sich aus zahlreichen Perspektiven betrachten. Das Museum für Kommunikation in Frankfurt eröffnet den Besucher*innen in seiner Dauerausstellung vier dieser Blickwinkel auf ein spannendes Kapitel menschlicher Evolution. Die Phänomene „Vernetzung“, „Beschleunigung“, „Teilhabe“ und „Kontrolle“ sind prägend für die Art und Weise, wie wir Informationen austauschen – und fungieren deshalb in der 2017 eröffneten Ausstellung im hellen Untergeschoss des Museums als „Überschriften“ für zahlreiche Geschichten rund um die technische Entwicklung und Verfeinerung dieses Austauschs.
Berichtet wird von historischen Meilensteilen wie der Entwicklung der Keilschrift oder dem Untergang der Titanic aber auch von Kuriositäten wie der Veröffentlichung von Schallplatten, die aufgrund von Materialknappheit und staatlicher Zensur aus alten Röntgenaufnahmen hergestellt wurden. In den kommenden Wochen werden wir Ihnen nach und nach alle vier Kommunikations-Phänomene kurz vorstellen, in dem wir Ihnen einige unserer Lieblingsgeschichten erzählen.
Phänomen Vernetzung
Den Auftakt macht das Phänomen „Vernetzung“ – heute, in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung, ein scheinbar allgegenwärtiges Schlagwort. Vernetzung beschäftigte schon viele Menschen in vergangenen Jahrhunderten. Der Ausbau von Passagierschifffahrt und Eisenbahnstrecken, sowie die Entwicklung der Telegrafie sind Zeichen eines gesteigerten Bedürfnisses, über – früher schier unüberbrückbar erscheinende – geographische Distanzen hinweg Kontakt miteinander aufzunehmen.
Bedingt durch dieses Bedürfnis stieg auch die Notwendigkeit, dass neue Kommunikationsnetzwerke zuverlässig funktionierten und alle Beteiligten dies durch kompetenten Umgang gewährleisteten.
“We are sinking!” – die Titanic-Katastrophe
Der Untergang der Titanic – des größten und luxuriösesten Passagierschiffes der damaligen Zeit – ist ein Beispiel dafür, dass ein Mangel an Know-How bei gleichzeitig überbordenden Ambitionen verheerende Folgen haben kann. Denn der an Board befindliche und damals hochmoderne Drahtlos-Telegraf wurde in erster Linie für das Versenden privater Nachrichten genutzt. Bei der Navigation wollte sich der Kapitän des Schiffs dagegen lieber nicht auf die neue Technologie verlassen und ignorierte die vorliegende Warnung über das nahende Eisbergfeld. Nach der Kollision sendete die Titanic dann einen Notruf an andere Schiffe in der Umgebung – der aber ausgerechnet auf dem nächstgelegenen Dampfer ungehört blieb, weil der dortige Funker fest schlief.
Bringt uns die zunehmende Vernetzung einander näher?
Nach dem Titanic-Unglück wurden internationale Kommunikationsstandards für die Schifffahrt festgelegt, die unter anderem vorschrieben, dass Funkkabinen rund um die Uhr besetzt sein müssen. So gewährleistet die drahtlose Vernetzung fortan eine sichere Reise auf See.
Heute sind wir dank des Internets sogar noch besser miteinander vernetzt als jemals zuvor – die Grenze zur digitale Welt ist fließend geworden. In Zeiten von Corona stellen wir uns mehr denn je die Frage: Bringt uns die zunehmende Vernetzung einander auch näher?
Autorin: Anjuli Spieker
21. März 2020
von Tine Nowak | März 19, 2020 | Museum

Selbst wenn das Museum für Kommunikation Frankfurt geschlossen ist, es gibt zwei Dinge, die stets verfügbar sind: die historische Telefonzelle und die Skulptur des “Pre Bell Man” des Medienkünstlers Nam June Paik. Dieses Angebot wurde von den Flaneuren und Flaneusen des Museumsufers bislang reichlich genutzt. Neben den Telefonschafen im Museumsinneren gehören sie zu den meistfotografierten Motiven, die auf Instagram in Bezug auf das Museum zu finden sind.
Der “Pre Bell Man” ist ein Reiterstandbild. Das Pferd trägt aber keine historische Persönlichkeit, sondern eine roboterhafte Figur, dessen Körper aus Objekten der Technikgeschichte zusammengesetzt ist. Da nicht jede*r die Geschichte zu diesem Kunstwerk kennt, haben wir uns selbst fünf Fragen zum Pre Bell gestellt.
1. Warum hat Nam June Paik in Frankfurt dieses Kunstwerk erschaffen?
Das Museum für Kommunikation Frankfurt beauftragte 1989 den international bekannten Künstler Nam June Paik mit einer Videoskulptur. Diese sollte zur Eröffnung des einstigen “Bundespostmuseums” fertiggestellt werden. Die Figur besteht aus historischen Objekten der Sammlung der Museumsstiftung Post & Telekommunikation.
2. Was ist ein “Pre Bell Man”?
Die Geschichte der Menschheit wird in der westlichen Wissenschaftsgeschichte in verschiedene Entwicklungschritte unterteilt. Der heutige “Homo Sapiens” wird auch als “Cro-Magnon-Mensch” (Cro Magnon Man) bezeichnet. Ein “Pre Bell Man” wäre dann ein Mensch nach der Erfindung des Fernsprechers durch Alexander Graham Bell im Jahr 1876.
3. Was für Bestandteile hat der “Pre Bell Man”?
Der Kopf ist ein Volksempfänger (1930er Jahre), der Rumpf kombiniert ein Radio- und ein Fernsehgerät. Der rechte Arm ist ein Allverstärker und ein Vorschaltwiderstand. Der linke Arm besteht aus einer Test- und Prüfantenne für Richtfunk. Neonröhren lassen die Skulptur bunt leuchten. Das Pferd wurde vermutlich vom Künstler in einem Trödelladen erworben.
4. Warum musste der “Pre Bell Man” restauriert werden?
Die Skulptur stand lange draussen und war der Witterung ausgesetzt. Nach einer Restaurierung in 2006, wurde der “Pre Bell Man” 2012 abgebaut und im Depot eingelagert. In Folge wurde ein Abdruck des Pferde aus Kunststoff nachgegossen. Aus baugleichen Objekten konnte die Technik ersetzt werden. Im Sommer kam der Pre Bell Man zurück vor den Eingang des Museums.
5. Ist die Skulptur vor dem Museum der echte “Pre Bell Man”?
Bei einer Tagung im März 2019 diskutierten Kunstexpert*innen, ob der neue “Pre Bell Man” ein Original oder eine Kopie sei. Der “Pre Bell Man” von 1990 steht im Sammlungsdepot, der von 2019 leuchtet kraftvoll am alten Platz. Am Museum sprechen wir von einer Nachschöpfung, eine Plakette am Sockel gibt über das Kunstwerk Auskunft.
Zur Vertiefung empfehlen wir den Expotizer zum “Der Pre Bell Man von Nam June Paik. Eine Ikone der Medienkunst!”. Expotizer sind Online-Informationsformate, die unsere Ausstellungen inhaltlich begleiten.

Autorin: Tine Nowak
19. März 2020
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