OnAir. 100 Jahre Radio – Radiostars – Das Radio zieht zuerst um!

OnAir. 100 Jahre Radio – Radiostars – Das Radio zieht zuerst um!

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Isabelle Zimmermann, Praktikantin aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, hat sich Gedanken gemacht, was das Medium Radio für sie bedeutet und erklärt uns, was es mit dem Titel “Das Radio zieht zuerst um!” auf sich hat.

Was bedeutet dir das Radio ? Für mich findet sich da schnell eine Antwort: mein wichtigster Gefährte im Alltag ! Das Radio ist ein allgegenwärtiger Begleiter für mich, ob im Auto, in der Küche oder bei der Wäsche. Obwohl in meiner Generation eher die Podcasts oder das Streaming Vorreiter sind, ist für mich das Radio ein direkter Kontakt zu Menschen, Nachrichten und natürlich toller Musik! 

 

Lest den gesamten Artikel auf unserem Expotizer zur Ausstellung ON AIR. 100 JAHRE RADIO hier!

Literaturtipps zum Welttag des Buches 2022

Literaturtipps zum Welttag des Buches 2022

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Am 23. April feiern wir zum 27. Mal den UNESCO-Welttag des Buches. Aus diesem Anlass möchte die Bibliothek des Museums für Kommunikation Frankfurt drei frisch in die Bestände aufgenommene Bücher vorstellen.

Unsere diesjährigen Buchtipps behandeln ein breites Themenspektrum von Politik über (Kultur-)Geschichte bis zu den Naturwissenschaften.  Wir möchten mit unserer Auswahl die Neugierde der Leser:innen wecken und zum Nachdenken und miteinander Diskutieren anregen, kurz um: zum Kommunizieren. 

Ein moderner Briefwechsel

Briefe schreiben ist veraltet? No way! Das beweisen die in „Wie hättet ihr uns denn gerne? Ein Briefwechsel zur deutschen Realität“ gesammelten Briefe zwischen Özlem Topçu, Tochter türkischer Einwanderer, und Richard C(haim) Schneider, Sohn ungarischer Shoah-Überlebender – ein Briefwechsel zwischen Kulturen und Generationen.

In ihren Briefen teilen die in Hamburg wohnende Leiterin des Spiegel Auslandsressorts und der ARD/BR-Editor at Large, der in Tel Aviv lebt, ihre Gedanken und Erlebnisse im Zeitraum von November 2020 bis November 2021. Sie schreiben über deutsche und internationale Diskurse, Soziale Netzwerke und Privates.

Aus unterschiedlichen Blickwinkeln blicken die beiden Journalisten auf die Geschehnisse des Jahres und gesellschaftliche Debatten: auf Vorurteile, Rassismus, Antisemitismus, Identitätspolitik und vieles mehr. Oft ernst und immer geradeheraus, da darf auch mal (schwarzer) Humor nicht fehlen.

So ergibt sich ein authentischer und persönlicher Eindruck – eine ehrliche und ungehemmte Unterhaltung zwischen zwei Freunden, verpackt in eine aktuelle und auch zukünftig relevante Lektüre, die viele (Vor-) urteile hinterfragt und zurecht kritisiert.

Topçu, Özlem; Schneider, Richard C.: Wie hättet ihr uns denn gerne? Ein Briefwechsel zur deutschen Realität. München: Droemer Verlag 2022. 265 Seiten. ISBN 978-3-426-27867-3.

Lesen bildet. Kunst auch.

Jan Roß, Redakteur des Politik-Ressorts der Wochenzeitung „Die ZEIT“, liefert in „Bildung. Eine Anleitung“ ein Plädoyer für Bildung, die keineswegs verstaubt oder elitär sein soll. Dafür nimmt uns der Autor mit auf seine persönliche Bildungsreise.

Die Lektüre liefert interessante Fakten, gepaart mit unterhaltsamen Anekdoten aus dem Leben des Autors. Die Themen sind breit gefächert von Philosophie, Literatur, verschiedenen Künsten (nicht nur der bildenden Kunst) bis zu Politik.

Dabei wird klar: Jan Roß ist ein klassischer Humanist. Maßgeblich prägt die Antike das Weltbild des Autors – und Europas. Doch auch Impressionen aus seinem 5-jährigen berufsbedingten Indienaufenthalt dürfen nicht fehlen. So bewegt sich das Buch von einem Eurozentrismus weg und vermittelt, dass Bildung eben nicht nur in (alten) Büchern zu finden ist.

Kritiker:innen stören sich vielleicht daran, dass Jan Roß als privilegierter Sohn aus dem Bildungsbürgertum auf die Thematik blickt. Doch arrogant oder belehrend, wie man vermuten könnte, ist das Buch keineswegs geschrieben. Jan Roß versteht Bildung als seine Lebensbegleiterin, nicht als Statussymbol – eine schöne, bodenständige Sichtweise.

Roß, Jan: Bildung. Eine Anleitung. Berlin: Rowohlt Verlag 2020. 319 Seiten. ISBN 978-3-7371-0047-2.

 

Irrungen und Wirrungen der Naturwissenschaften

Fabian Scheidler möchte mit „Der Stoff aus dem wir sind. Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen“ aufräumen – mit „Irrfahrten der Physik und Biologie“. Der Publizist vertritt die These, dass so manche Forschungspraktiken die Rätsel der Menschheit eher vertieft als gelöst haben. Daraus resultieren schwerwiegende Folgen:

Die zunehmende Technisierung sorgt für die Entfremdung des Menschen von der Natur. Wissenschaft und Wirtschaft sind eng miteinander verknüpft und das ist gefährlich. Finanzielle Interessen dürfen nicht die Zukunft der Menschheit aufs Spiel setzen. Ein gesellschaftlicher Wandel kann nur dann stattfinden, wenn ein neues Naturverständnis erlangt wird. Denn die Welt ist, anders als die Ansicht vieler Wissenschaftler:innen, keine vollständig berechenbare Maschine.

Fabian Scheidlers Auffassungen sollen dazu anregen, das bisherige Bild des Universums und der menschlichen Existenz zu überdenken. Ziel des Autors ist, den Schleier der „technokratischen Ideologie“ zu lüften. Er ruft dazu auf, die Schattenseiten der technischen Revolution zu beachten, denn die Ressourcen der Erde sind nicht unerschöpflich.

„Der Stoff aus dem wir sind“ zeigt einen anderen Blickwinkel auf die Wissenschaften auf, der zu einer Verschiebung der Perspektiven einlädt und zum Nachdenken anregt. Die Technisierung bringt auch Schattenseiten mit sich, welche im Angesicht der drohenden Klimakatastrophe unbedingt zu einem Umdenken führen müssen.

Scheidler, Fabian: Der Stoff aus dem wir sind. Warum wir Natur und Gesellschaft neu denken müssen. München: Piper Verlag 2021. 300 Seiten. ISBN: 978-3-492-07060-7

 

Mehr Informationen zum Thema

Neugierig geworden? Im Online-Katalog findest du unsere Bibliotheksbestände rund um das Thema Kommunikation. Viel Spaß bei der Literatursuche!

Hier findest du unseren Beitrag über die Frankfurter Museumsbibliotheken anlässlich des Welttag des Buches 2020.

 

Autorin: Xenia Gärtner, 22.4.2022

Ein Echo klingt immer nach

Ein Echo klingt immer nach

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Als wir in den Jahren 2019/20 die Ausstellung »ON AIR« ausgearbeitet und geplant haben, ahnten wir nicht, wie relevant manch vermeintlich historisches Thema im Jahre 2022 werden würde.

Unter anderem zeigt die Ausstellung die Rolle des Rundfunks im Krieg, in verschiedenen Kontexten und mit unterschiedlich zu bewertenden Rollen: als »Waffengattung«, als Propagandainstrument oder als Medium des Widerstands. Mit dem Angriffskrieg Putins auf die Ukraine vom 24. Februar 2022 rückt auch die mediale Berichterstattung über Hintergründe, Verlauf und potenzielle Perspektiven der Kampfhandlungen in den Mittelpunkt. In den Sozialen Netzwerken werden quasi ununterbrochen Live-Materialien publiziert, Meinungen geschrieben und gesprochen, ungeprüfte Meldungen verbreitet. Die Invasion der Ukraine ist auch ein medial geführter Krieg. Desinformation auf Seiten Putins soll den Überfall legitimieren und Bevölkerung wie Armee im Unklaren über die wahren Gründe des Krieges lassen. Nun fiel diesem Krieg Echo Moskwy zum Opfer.

Seit 1990 sendete der nicht-staatliche Radiosender Echo Moskwy, das Echo Moskaus, aus der Hauptstadt der Sowjetunion bzw. späteren russischen Föderation. Die Geschichte der populären Station ist bewegt: aktiver Widerstand gegen einen KPdSU-Putschversuch im Jahre 1991, ein Attentat auf das Personal 2017 und nun zuletzt die Abschaltung im März 2022. Das Echo Moskaus galt als vom Kreml nicht kontrollierter, kritischer Sender und bot mitunter ungehörten, oppositionellen Stimmen eine Plattform. Die Inhaltshoheit lag laut Statuten beim Chefredakteur. Diesen Status in Putins Russland einzunehmen und aufrecht zu erhalten, kommt einem Drahtseilakt gleich – Konzessionen einzugehen, um weiterhin arbeitsfähig zu bleiben, gehörte sicherlich zur Senderstrategie und musste auch dazugehören: Die Gazprom-Media-Holding, staatlich getragen und Eigentümerin mehrerer TV- und Radiostationen, hält das Gros der Aktienanteile des Echos, der Chefredakteur Alexej Wenediktow unterhielt durchaus Beziehungen zum Kreml.

Nachdem Echo Moskwy über den Angriffskrieg – ein Krieg, der laut Putin keiner ist – berichtete, wurde am 1. März der Radiosender vom Netz genommen und die Website gesperrt. Die Berichterstattung, die Begriffe wie »Angriff«, »Invasion« und »Kriegserklärung« nutzte, passte nicht zum propagandistischen Kanon des Kremls. Wenige Tage später fiel die Entscheidung, alle Kanäle einzustellen, inklusive des YouTube-Kanals, der noch zuletzt zugänglich war. YouTube hat zeitgleich die Funktion eines Medienarchivs übernommen; dort lassen sich, aufgezeichnet von Nutzer:innen, die letzten Live-Stunden des Senders finden. Über den Messengerdienst Telegram verkündete Wenediktow das Ende des Echos: »Der Verwaltungsrat von Echo Moskwy hat mehrheitlich entschieden, den Radiosender und die Website aufzulösen.« Dabei darf nicht aus den Augen verloren werden, dass es sich hierbei um einen gewaltsam herbeigeführten Schritt handelt, einen Versuch, freie, unabhängige Berichterstattung zum Schweigen zu bringen; einen Versuch, einen Krieg, der potenziell Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit über die Bevölkerung eines souveränen, europäischen Landes zieht sowie globale Folgen mit sich bringt, zu rechtfertigen.

 

Florian Schütz ist Kurator der Ausstellung »ON AIR. 100 Jahre Radio« und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Museum für Kommunikation Berlin. Er ist der Meinung, dass die Reflektion der eigenen Medienkompetenz und des allgemeinen Nachrichtenkonsums wichtiger ist denn je.

OnAir. 100 Jahre Radio – Radiostars – Soundtrack des Lebens

OnAir. 100 Jahre Radio – Radiostars – Soundtrack des Lebens

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Sandy Lang arbeitet in der Bibliothek des Museums für Kommunikation Frankfurt und hat zur Ausstellung einen Thementisch mit spannender Literatur zum Thema Radio und Rundfunk zusammengestellt.

“Meine Radiogeschichte ist eine Liebeserklärung an ein Medium, das ein immer gegenwärtiger Begleiter ist, in ganz verschiedenen Zeiten und Momenten meines Lebens. Als akustischer Zugang zur Welt oder einfach gegen die Stille, beim aktiven Lauschen oder als Hintergrundton im Alltag, ist es ein Medium, das ich keinen Tag missen möchte.”

 

Lest den gesamten Artikel auf unserem Expotizer zur Ausstellung ON AIR. 100 JAHRE RADIO hier!

OnAir. 100 Jahre Radio – Radiostars – Ein Medium mit Gewicht

OnAir. 100 Jahre Radio – Radiostars – Ein Medium mit Gewicht

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Mit den Fragen “Was verbindest du mit dem Format Radio” oder “Was bedeutet Radio für mich” konfrontiert zu werden kann tolle Geschichten, aber auch ambivalente Gefühle hervorrufen. Timo Gertler, wissenschaftlicher Volontär im Museum für Kommunikation Frankfurt, besitzt zwar keine Lieblingsgeschichte, aber teilt diese prägnante Erzählung mit uns.

 

Lest den gesamten Artikel auf unserem Expotizer zur Ausstellung ON AIR. 100 JAHRE RADIO hier!