„Go with the flow, man muss das Beste daraus machen” – Museumskommunikation unter Coronabedingungen

„Go with the flow, man muss das Beste daraus machen” – Museumskommunikation unter Coronabedingungen

Ein kleiner Hinweis vorneweg: Die Recherchen und Interviews fĂŒr diesen Beitrag sind wĂ€hrend des Lockdowns 2020 entstanden und sind somit auch eine kleine Zeitreise in den November des letzen Jahres. Aktuell ist das Museum unter den geltenden Hygiene Bestimmungen geöffnet.

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Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von den Student:innen des Studienganges „Wissenschaft- Medien- Kommunikation“ des Karlsruher Institut fĂŒr Technologie  und ist in Zusammenarbeit mit dem Museum fĂŒr Kommunikation entstanden. Verschiedene Perspektiven auf die Konzeption, DurchfĂŒhrung und Kommunikation der „Back to Future“ Ausstellung wurden erarbeitet und in BlogbeitrĂ€gen zusammengefĂŒhrt.

Schon lange befürchtet und Ende Oktober letztendlich eingetreten: der erneute Lockdown, der die Gesellschaft in einen Zustand der Isolierung zwingt. Somit wird die digitale Kommunikation als Medium zwischen den Privatpersonen, aber auch zwischen Museum und Besucher:innen, umso wichtiger. Das hat auch das Museum für Kommunikation in Frankfurt (MfK) erkannt, denn hier steht der Bildungs- und Vermittlungsauftrag der Einrichtung weiterhin an oberster Stelle. Denn Lockdown 2.0 bedeutet auch Museumskommunikation 2.0 – neu gedacht und innovativ umgesetzt. Um die Menschen in der Pandemie erfolgreich zu erreichen, muss das Museum den Schritt in die komplette VirtualitĂ€t wagen und stellt dafür zahlreiche digitale Angebote bereit. So musste auch die Eröffnung der neuesten Ausstellung des MfK ÂŽBack to Future – Technikvisionen zwischen Fiktion und RealitĂ€t` in kürzester Zeit pandemiekonform angepasst werden.

 

Spontane Änderungen durch den Lockdown

Das Fernsehteam filmt bei der Onlineeröffnung den OberbĂŒrgermeister

Da das Museum Anfang November seine Pforten vorerst schließen musste, wurde am 18.11.20, dem Eröffnungstag, ein live-Rundgang durch das virtuelle Museum auf sozialen Plattformen geteilt, bei dem alle Kurator:innen anwesend waren. „Es waren tatsĂ€chlich circa 500 Zuschauer auf YouTube und nochmal ungefĂ€hr 60 Zuschauer auf Facebook wĂ€hrend des Livestreams dabei”, verkündet Daniel Voigt, Pressereferent des MfK, stolz im Interview. Auch am Folgetag der Eröffnung sahen sich Interessent:innen das Video an: Das Team der Pressearbeit freute sich über die doppelte Anzahl an Zuschauer:innen. Grund für den Erfolg war unter anderem die positive Medienberichterstattung, die auf die neue Ausstellung aufmerksam machte. Vier Tage vor der Eröffnung wurden einzelne Pressearbeiter:innen ins Museum geladen und durften unter strengen Auflagen einen Blick in die Ausstellung werfen. Die Individualbegehungen wurden von Museumskuratorin Katja Weber begleitet, um die ausgefallene Pressekonferenz wettzumachen.

Ein weiterer Aspekt, der die Onlineeröffnung so erfolgreich gemacht hat, war der Chatroom auf YouTube wĂ€hrend des Livestreams, indem die Zuschauer:innen direktes Feedback Ă€ußern oder Fragen an die zustĂ€ndigen Kurator:innen stellen konnten. Somit war trotz der physischen Distanz ein gelungener Ideenaustausch gegeben. „Uns hat es sehr überrascht, dass wir einen wirklich positiven Zuspruch hatten“, gibt Voigt offen zu. Trotzdem gibt es bestimmte Stationen der Ausstellung, die aufgrund der Interaktion die Anwesenheit der BesucherInnen  erfordern. Dem Museumsteam war es wichtig, dass nicht nur neugierig auf die Ausstellung gemacht wird, sondern auch ein grĂ¶ĂŸtmöglicher Überblick geboten wird. Den Interessent:innen wurde jedes Exponat gezeigt. Mitmachstationen wurden in der Hoffnung erklĂ€rt, dass die Zuschauer:innen bald wieder selbst in das Museum kommen können, um alles eigenstĂ€ndig auszuprobieren.

Neue Konzeption der Ausstellungseröffnung

Das ursprünglich geplante „Soft Opening“ musste durch die neue Situation innerhalb von zwei Wochen umstrukturiert werden: Eigentlich sollte es eine ganze Eröffnungswoche geben. Besucher:innen hĂ€tten sich über die Plattform eveeno  anmelden und jeweils zu zehnt einen Timeslot erhalten können. Innerhalb der eingeplanten Zeit hĂ€tten diese dann die Möglichkeit bekommen, durch die RĂ€ume von „Back to Future“ zu gehen.

Letzten Endes gelang das neue Konzept vor allem durch die Unterstützung der Produktionsfirma „west MTV“, die einen reibungslosen Ablauf des Livestreams durch verschiedene Kameras und Filmtechniken ermöglichte. Die Ausstellung hat nicht nur den Zuschauer:innen und Kurator:innen sehr gut gefallen, sondern für das Museum neue Ideen geschaffen: Beispielsweise steht seit dem 01.12.20 ein Audiowalk online zur Verfügung, bei dem Katja Weber gemeinsam mit Ausstellungsreferentin Tine Nowak durch die Technikvisionen leitet.

Doch wie funktioniert die Museumskommunikation sonst unter den aktuellen Bedingungen?

Eine pandemiekonforme Ausstellungseröffnung mit einem der Kuratoren

Social-Media-KanĂ€le wie Instagram, Twitter und Facebook werden durch die verĂ€nderte Situation zunehmend wichtiger, um Kontakt mit den Interessent:innen des Museums zu halten. Die Änderung der Kommunikationsstrategie zeigte sich beispielsweise dadurch, dass auf genannten Plattformen vermehrt gepostet wird: „Wir haben versucht, wĂ€hrend des Lockdowns mindestens einmal am Tag zu posten.“ Voigt weiß mittlerweile, dass mehr als diese Anzahl an Postings zu keiner vermehrten Reichweite oder Resonanz  führen würden. Blicke hinter die Kulissen sowie die Vorstellung von Ausstellungsinhalten sind zentrale Themen der Onlinekommunikation. Als grĂ¶ĂŸte Herausforderung stellt sich das direkte Einbinden von Interessent:innen heraus. „Ich versuche natürlich Formate zu entwickeln, die auf einen Dialog ausgerichtet sind.“ Kurze Videos haben sich als besonders gut für diesen Zweck geeignet erwiesen. Zukünftig möchte er noch mehr an der Dialogform, beispielsweise durch Antworten auf Kommentarspalten, arbeiten.

Ein besonders kreatives Beispiel für die momentane Kommunikationsweise ist der Hashtag #closedbutopen. Damit wurde auf allen KanĂ€len mitgeteilt, dass das MfK ein digitales Pendant zur Ausstellung Back to Future bietet. Interessent:innen sollten sich darüber bewusst sein, dass die Ausstellung physisch geschlossen ist aber die Mitarbeiter:innen trotzdem online für das Publikum da sind. Aber auch durch vermehrte Veröffentlichungen von Pressemitteilungen sollen Pressestellen verkünden: Das MfK ist noch da! Bisher ist das Feedback sehr positiv.

Voigt betont, dass vor allem eine flexibler Social-Media-Auftritt, der schnell auf VerĂ€nderungen reagiert, in der neuen Situation notwendig ist: „Man kann die Kommunikation nicht mehr so wirklich im Voraus planen.“ Auch wenn Voigt sehr zufrieden mit dem Dialog unter Covid-19-UmstĂ€nden ist, gibt es dennoch Kehrseiten des Onlineerfolgs: „Natürlich ist es viel schöner, Besucher:innen auch physikalisch ins Museum einladen zu können.“ Er betont, dass Ausstellungen Erfahrungs- und Erlebnisorte sind, die durch den Austausch zwischen Anwesenden bereichert werden.

Onlinealternativen sind in Planung

Aktuelle Herausforderungen sind die museumspĂ€dagogischen Inhalte, die sonst über zahlreiche Workshops vermittelt werden, online zu kommunizieren. Beispielsweise würden Schulkinder sich bei Klassenausflügen mit bestimmten thematischen Aspekten der Ausstellung Back to Future befassen. Jedoch befindet sich Voigt zum Zeitpunkt des Interviews mitten in der Planung und Erstellung von Onlineseminaren, die hoffentlich bald in die Praxis umgesetzt werden können.

Allerdings, und dies ist wohl aktuell die grĂ¶ĂŸte Hürde, fallen erhebliche Einkünfte in verschiedenen Bereichen des Museums weg: Sowohl das MuseumscafĂ© als auch der Shop sind geschlossen. Außerdem können keine Kindergeburtstage und die „Kinderwerkstatt“ angeboten werden. ZusĂ€tzlich werden keine Einnahmen durch Eintrittskarten erzielt.

Trotz aller Widrigkeiten bleiben die Mitarbeiter:innen positiv

Jedoch sind alle sehr zuversichtlich, dass die Onlinekommunikation nur noch mehr Lust darauf macht, das Museum wieder live zu besuchen und die „Rundum-Erfahrung“ zu sammeln, sobald dies wieder möglich ist. Laut Voigt können sich die Mitarbeiter:innen des Museums vorstellen, auch nach der Pandemie einige digitale Vermittlungsformen beizubehalten. Die Onlinekommunikation bietet den Vorteil, dass auch Menschen, die nicht vor Ort sind, das Museum erfahren können. Denn ohne die neue Strategie würde es momentan besonders in puncto Kultur sehr schwarz aussehen. Da ist doch ein kleiner heller Schimmer am Ende des Tunnels und wenn es die Onlineeröffnung einer Ausstellung ist, ein wenig NormalitĂ€t in dieser dystopischen Zeit –  eben wie zwischen Fiktion und RealitĂ€t.

Autorinnen: Kate Becher, Cosima Galm, Clara Hillerkuß, Cecilia Kader

Episode 10: Einen (Museums)Podcast produzieren

Episode 10: Einen (Museums)Podcast produzieren

VoloMuPo – Volontariat, Museum, Podcast

 

Das wissenschaftliche Volontariat ist so etwas wie die “Ausbildung” zum Museumsmenschen. Innerhalb von zwei Jahren erhĂ€lt man Einblicke in alle Bereiche der Museumsarbeit. Vom Sammeln und Bewahren hin zur MuseumspĂ€dagogik und Verwaltung. Doch wie sieht das genau aus? Was gibt es alles zu tun und welche möglichen Herausforderungen können einen erwarten? Diesen Fragen geht der VoloMuPo nach. Ein Podcast zum Informieren, Vernetzen und Austauschen fĂŒr VolontĂ€r*innen, Interessierte und alle, die mal einen Blick hinter die Kulissen der Museumslandschaft schauen wollen.

Du absolvierst zurzeit dein wissenschaftliches Volontariat und möchtest gerne im VoloMuPo ĂŒber deine Erfahrungen austauschen? Dann melde dich hier!

 

 

Jedes Museum braucht einen Podcast. Punkt. Es steht außer Frage, dass ein solches Statement in einem Museumspodcast fallen muss. Aber wie kommt man an diesen Punkt? Was braucht es, um ein solches Vorhaben umzusetzen und wie aufwendig kann das sein?

Lasst uns darĂŒber mal reden


 

00:00:45 – BegrĂŒĂŸung

Willkommen zur bereits zehnten Episode des VoloMuPo. Heute mit zwei neuen GĂ€sten und einem Thema, das von Tag 1 an auf der Agenda stand.

00:01:40 – Das heutige Thema

Diese Episode wird ein wenig meta und ist schon fast eine Podcast-Crossover-Produktion. Wir stellen uns die Frage wie Podcasts ins Museum kommen und mit welchem Aufwand dies verbunden ist. Dazu habe ich mir zwei Museumspodcast-Kollegen eingeladen, die nicht nur von ihren Erfahrungen berichten, sondern auch den ein oder anderen Tipp anzubieten haben.

00:02:15 – Marius Wittke (Staatliche Graphische Sammlung MĂŒnchen)

Marius ist wissenschaftlicher VolontĂ€r bei der Staatlichen Graphischen Sammlung in MĂŒnchen. Gemeinsam mit seiner Volontariats-Kollegin Ilka Mestemacher haben sie den Podcast Neu:gierig im Museum initiiert, eine Mischung aus Krimi, Geschichte und Kunstgeschichte.

00:04:15 – Matthias Stier (Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin)

Matthias ist zwar kein VolontĂ€r mehr, aber wo es um Museumspodcasts geht, ist er nicht wegzudenken. Wenn er nicht gerade gemeinsam mit Martha und Jörg vom museumbug der Berliner Museumslandschaft auf den Zahn fĂŒhlt, ist er im Deutschen Technikmuseum Berlin anzutreffen.

00:06:00 – Wie kommen Museen an ihren Podcast?

Die Karten liegen also auf dem Tisch: Drei Museumspodcasts mit unterschiedlichen AnsÀtzen und Themen. Aber wie kam es dazu? Wir berichten kurz, wie wir zum Podcasten gekommen sind.

00:08:35 – Neu:gierig im Museum

Neu:gierig verbindet die Themen KriminalitĂ€t und (Kunst)Geschichte. Hier werden Kunstwerke und Artefakte aus MĂŒnchner und Bayerischen Museen vorgestellt, die sich mit Verbrechern, Verbrechen und allem, was dazugehört auseinandersetzen.

00:12:45 – museumbug

museumbug, das sind Martha, Jörg und Matthias, die gemeinsam Berliner Museen besuchen und sich anschließend in lauschiger AtmosphĂ€re ĂŒber ihren Besuch unterhalten. Offen, ehrlich und sympathisch werden Ausstellung analysiert und bewertet.

00:16:20 – Hören in Museen

Audioformate sind in Museen nichts Neues. Audio-Guides oder Hörstationen gibt es schon lange. Doch das Thema Podcast ist in Museen noch ein wenig unbekannt oder man wagt sich nur zaghaft daran. Hören gehört aber ohne Zweifel zu den Bestandteilen eines Museums, warum also nicht mittels eines Podcasts?

00:36:30 – Was braucht es zur Produktion

Nun aber die entscheidenden Fragen: Was braucht es ĂŒberhaupt zum eigenen Podcast? Hier steht vorerst die Entscheidung, wie groß und aufwendig man produzieren möchte. Möchte man makellose StudioqualitĂ€t oder darf es auch mal haken und knacken? Wer soll produzieren? Und natĂŒrlich – wie immer – kommt die Frage nach dem lieben Geld dazu. Werfen wir mal einen Blick darauf: Von der Idee ĂŒber die Technik und bis zur Vollendung.

01:14:30 – Warum brauchen Museen einen Podcast?

In den letzten Jahren sind bereits in vielen Museen Podcast entstanden, es dĂŒrfen aber gerne mehr werden. Warum? Das sagen wir euch in drei brennenden Appellen alle HĂ€user da draußen – und natĂŒrlich an deren VolontĂ€r*innen.

01:19:30 – Letzter Werbeblock/Podcastempfehlungen und Verabschiedung

Und abschießend – as usual – der letzte Werbeblock, diesmal mit Podcastempfehlungen. Vielen Dank an Marius und Matthias fĂŒrs Dabeisein. Hört unbedingt bei den beiden rein und freut euch auf die kommende Episode des VoloMuPos.

 

Zu Gast: Marius Wittke (Staatliche Graphische Sammlung MĂŒnchen), Matthias Stier (Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin)
Redaktion/Moderation:
 Christian Bihn
Intro- und Outro-Musik: “Hau ab!” von der CD: „Bruders große Reise“, mit freundlicher Genehmigung von Stephan Völker (www.stephan-voelker.de)

Ein Projekt der Museumsstiftung Post und Telekommunikation

Autor: Christian Bihn, 17.08.2021

Episode 9: Sammlung und Provenienz

Episode 9: Sammlung und Provenienz

VoloMuPo – Volontariat, Museum, Podcast

 

Das wissenschaftliche Volontariat ist so etwas wie die “Ausbildung” zum Museumsmenschen. Innerhalb von zwei Jahren erhĂ€lt man Einblicke in alle Bereiche der Museumsarbeit. Vom Sammeln und Bewahren hin zur MuseumspĂ€dagogik und Verwaltung. Doch wie sieht das genau aus? Was gibt es alles zu tun und welche möglichen Herausforderungen können einen erwarten? Diesen Fragen geht der VoloMuPo nach. Ein Podcast zum Informieren, Vernetzen und Austauschen fĂŒr VolontĂ€r*innen, Interessierte und alle, die mal einen Blick hinter die Kulissen der Museumslandschaft schauen wollen.

Du absolvierst zurzeit dein wissenschaftliches Volontariat und möchtest gerne im VoloMuPo ĂŒber deine Erfahrungen austauschen? Dann melde dich hier!

 

 

Zu den wohl wichtigsten Aufgaben eines Museums zĂ€hlt das Sammeln und Bewahren. Das zeigt sich vor allem daran, wenn man sich vor Augen fĂŒhrt, wie viele Objekte in den Sammlungen und Depots schlummern. Aber wie wird entschieden nach welchen Kriterien gesammelt wird? Was passiert, wenn ein Objekt in die Sammlungen aufgenommen wird? Und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff der Provenienz?

Lasst uns darĂŒber mal reden


 

-Beschreibung folgt-

 

Zu Gast: Sophia Bokop (Museum Natur und Mensch Freiburg), Yagmur Karakis (Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt Köln), Martin Nadarzinski (Badisches Landesmuseum Karlsruhe)
Redaktion/Moderation:
 Christian Bihn
Intro- und Outro-Musik: “Hau ab!” von der CD: „Bruders große Reise“, mit freundlicher Genehmigung von Stephan Völker (www.stephan-voelker.de)

Ein Projekt der Museumsstiftung Post und Telekommunikation

Autor: Christian Bihn, 19.07.2021

Episode 8: Über Museen schreiben

Episode 8: Über Museen schreiben

VoloMuPo – Volontariat, Museum, Podcast

 

Das wissenschaftliche Volontariat ist so etwas wie die “Ausbildung” zum Museumsmenschen. Innerhalb von zwei Jahren erhĂ€lt man Einblicke in alle Bereiche der Museumsarbeit. Vom Sammeln und Bewahren hin zur MuseumspĂ€dagogik und Verwaltung. Doch wie sieht das genau aus? Was gibt es alles zu tun und welche möglichen Herausforderungen können einen erwarten? Diesen Fragen geht der VoloMuPo nach. Ein Podcast zum Informieren, Vernetzen und Austauschen fĂŒr VolontĂ€r*innen, Interessierte und alle, die mal einen Blick hinter die Kulissen der Museumslandschaft schauen wollen.

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Eines der grĂ¶ĂŸten Aufgabengebiete im Museum ist mit Sicherheit die Öffentlichkeitsarbeit – im Grunde alles, was nach außen strahlt. Und wenn man sich diese mal etwas genauer anschaut, stellt man schnell fest, dass es dabei um mehr geht als nur Pressemitteilungen und Newsletter. Was zĂ€hlt alles dazu? Wie hat sich Öffentlichkeitsarbeit verĂ€ndert und was könnte man noch alles Ă€ndern?

Lasst uns darĂŒber mal reden


 

00:00:45 – BegrĂŒĂŸung

In der letzten Episode waren meine Kolleg:innen aus dem Museum fĂŒr Kommunikation Berlin zu Gast, d.h. heute begrĂŒĂŸe ich wieder GĂ€ste an anderen HĂ€usern. Heute mit dabei sind Anne und Karo und wir unterhalten uns ĂŒber das Aufgabengebiet der musealen Öffentlichkeitsarbeit.

00:01:40 – Das heutige Thema

Was ist eigentlich Öffentlichkeitsarbeit? Dahinter verbergen sich diverse Aufgaben, die den Zweck verfolgen das Museum nach außen zu prĂ€sentieren. Wie genau das aussehen kann, wollen wir heute besprechen.

00:02:25 – Anne Lulu Fetscher (Franckesche Stiftungen Halle/Saale)

Anne ist wissenschaftliche VolontĂ€rin bei den Franckeschen Stiftungen in Halle/Saale, dort ist sie vor alle im Bereich des Archivs anzutreffen. Außerdem ist Anne Sprecherin im AK Volontariat Mitteldeutschland.

00:03:20 – Karoline Seck (Ludwiggalerie Schloss Oberhausen)

Karo war bis vor kurzem wissenschaftliche VolontĂ€rin in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, wo sie hauptsĂ€chlich in der Öffentlichkeits- und Pressearbeit eingesetzt war. Nach vorherigen Stationen im Presse- und Fernsehbereich, hat es sie letztlich in die Museumswelt verschlagen.

00:05:20 – Zwei Fragen an meine GĂ€ste

Franckesche Stiftungen und Ludwiggalerie. Was hat man darunter zu verstehen. Anne erlĂ€utert uns, was sich hinter den Stiftungen verbirgt und Karo berichtet uns, dass mit Galerie nicht immer nur Kunstausstellungen gemeint sein mĂŒssen. Und ganz nebenbei freue ich mich ĂŒber den Begriff PĂ€dagogium.

00:12:00 – Was ist Öffentlichkeitsarbeit?

Nun aber zum Thema: Wir lösen den Begriff der Öffentlichkeitsarbeit ein wenig auf. Was fĂ€llt alles unter diesen Begriff und welche Arbeiten sind damit verbunden? Und wie definieren manche HĂ€user diesen Begriff?

00:24:20 – Es menschelt im Museum

Wer arbeitet eigentlich im Museum? Diese Frage stellen sich sicherlich einige und auch so manches Museum hat schon den Versuch unternommen, die Frage zu beantworten. Doch wie soll man das angehen und wie möchte man sich prĂ€sentieren? Eine Aufgabe vor der viele HĂ€user stehen, vor allem dann, wenn es um die Kommunikation mit den Besucher*innen in den sozialen Medien geht. Wie will man mit den Leuten reden und wie viel will man preisgeben? FĂŒr uns jedoch steht fest: Es ist kein Makel zu zeigen, dass es hinter den Museumspforten auch menschelt.

00:41:00 – Die Sache mit der Digitalisierung

Museen sind manchmal etwas trĂ€ge, wenn es um das Thema Digitalisierung geht. Dabei kommen verschiedene Faktoren ins Spiel: zu wenig Arbeitskraft, fehlende Arbeitskraft und manchmal auch das fehlende Wissen ĂŒber digitale Strategien. So können sich manche Projekte dann doch ein wenig ziehen. Jedoch Anreiz genug, dass VolontĂ€r*innen hierbei frischen Wind mit in die HĂ€user holen.

00:48:45 – Websites

Es gilt die Faustregel: ein Museumsbesuch beginnt bei der Website. Diese sollte neben den Grunddaten wie Adresse, Öffnungszeiten und Preise, auch erste Einblicke in das Museum geben. Was wird ausgestellt? Gibt es momentan eine Wechselausstellung? Umso wichtiger ist eine ĂŒbersichtliche und moderne InternetprĂ€senz, die auch gepflegt werden muss, damit nach Jahren sich keine Datenleichen anhĂ€ufen. Aber auch das Thema Barrierefreiheit beginnt bei der Website, ein Thema, das in einer Episode noch nĂ€her behandelt werden soll.

01:02:45 – Experimentelles // WĂŒnsche

Challenges, Memes, TikTok? Es gibt unzĂ€hlige Wege, wie man öffentlich auftreten könnte und damit verbunden auch immer die Frage: Möchte man diese Wege auch gehen? Museen sind da immer ein wenig zurĂŒckhaltend und es braucht viel Überzeugungskraft auch einmal experimentelle Wege einzuschlagen. Vielleicht wĂŒnschen sich das auch Anne und Karo.

01:18:20 – Letzter Werbeblock // Verabschiedung

Und so schnell kann dann auch eine Stunde vorbei sein. Zeit also fĂŒr den letzten Werbeblock. Museumsbesuche sind glĂŒcklicherweise wieder möglich, also lohnen sich auch Besuche bei den Franckeschen Stiftungen und der Ludwiggalerie. In Halle z.B. ist aktuell eine Ausstellung zu HeilkrĂ€utern zu sehen, die bei ihrer PrĂ€sentation auch einige neue Wege einschlĂ€gt. In Oberhausen ist zurzeit eine Ausstellung rund um den Schuh in der Kunstgeschichte zu entdecken. In beiden FĂ€llen lohnt sich der Besuch. Ich bedanke mich bei Anne und Karo fĂŒr das tolle GesprĂ€ch und freue mich schon auf die nĂ€chste Episode, in der wir einen Blick in die Sammlungen der Museen werfen.

 

Zu Gast: Anne Lulu Fetscher (Franckesche Stiftungen Halle/Saale), Karoline Seck (Ludwiggalerie Schloss Oberhausen)
Redaktion/Moderation:
 Christian Bihn
Intro- und Outro-Musik: “Hau ab!” von der CD: „Bruders große Reise“, mit freundlicher Genehmigung von Stephan Völker (www.stephan-voelker.de)

Ein Projekt der Museumsstiftung Post und Telekommunikation

Autor: Christian Bihn, 10.06.2021

Episode 7.5: ON AIR. 100 Jahre Radio

Episode 7.5: ON AIR. 100 Jahre Radio

VoloMuPo – Volontariat, Museum, Podcast

 

Das wissenschaftliche Volontariat ist so etwas wie die “Ausbildung” zum Museumsmenschen. Innerhalb von zwei Jahren erhĂ€lt man Einblicke in alle Bereiche der Museumsarbeit. Vom Sammeln und Bewahren hin zur MuseumspĂ€dagogik und Verwaltung. Doch wie sieht das genau aus? Was gibt es alles zu tun und welche möglichen Herausforderungen können einen erwarten? Diesen Fragen geht der VoloMuPo nach. Ein Podcast zum Informieren, Vernetzen und Austauschen fĂŒr VolontĂ€r*innen, Interessierte und alle, die mal einen Blick hinter die Kulissen der Museumslandschaft schauen wollen.

Du absolvierst zurzeit dein wissenschaftliches Volontariat und möchtest gerne im VoloMuPo ĂŒber deine Erfahrungen austauschen? Dann melde dich hier!

 

 

Kurz vor Heiligabend im Jahr 1920 sendeten Reichspostmitarbeiter vom Sender Königs Wusterhausen die erste öffentliche Radiosendung in Deutschland aus. Damit legten sie den Grundstein fĂŒr nunmehr 100 Jahre Radiogeschichte. Zum JubilĂ€um 2020 eröffnete das Museum fĂŒr Kommunikation Berlin eine Wechselausstellung, die sich der bewegten Geschichte annimmt. Wie ist die Ausstellung entstanden und wie hat man sein eigenes Hörverhalten bei der Entstehung neu entdeckt?

Lasst uns darĂŒber mal reden


 

00:00:45 – BegrĂŒĂŸung

Willkommen bei der 7,5. Episode des VoloMuPo und damit zur zweiten Episode, in der ich mir Kolleg*innen aus der Museumsstiftung Post und Telekommunikation in den Podcast hole. Beim letzten Mal war Frankfurt vertreten, also steht heute Berlin auf der GÀsteliste.

00:01:20 – Heute zu Gast

Heute dabei sind Johanna, Anne und Florian, die gemeinsam die Wechselausstellung ON AIR. 100 Jahre Radio kuratiert haben bzw. daran beteiligt waren.

00:02:15 – Johanna Geßner (Museum fĂŒr Kommunikation Berlin)

Johanna kennt ihr aus der ersten Episode. Sie hat im MĂ€rz 2020 ihr wissenschaftliches Volontariat im Berliner Haus begonnen und stieg dabei in die Planung von ON AIR mit ein. Mittlerweile hat sie ihren Arbeitsplatz vom Museum in der Leipziger Straße in das Sammlungsdepot in Berlin-Tempelhof verlegt und wirkt dort an den Vorbereitungen fĂŒr das 125-jĂ€hrige JubilĂ€um der Sammlung des Reichspostmuseums im kommenden Jahr mit.

00:03:00 – Anne-Sophie Gutsche (Museum fĂŒr Kommunikation Berlin)

Anne ist, wenn man so will, Johannas VorgĂ€ngerin als VolontĂ€rin in Berlin. Nach dem Ende ihres wissenschaftlichen Volontariats, arbeitet sie nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Berliner Haus und unterstĂŒtzt dabei Florian als Co-Kuratorin der Wechselausstellung ON AIR.

00:03:40 – Florian SchĂŒtz (Museum fĂŒr Kommunikation Berlin)

Florian ist schon lange in der Museumsstiftung dabei. Sein Volontariat absolvierte 2014-2016 ebenfalls im Berliner Haus. Seit 2016 kuratiert er als wissenschaftlicher Mitarbeiter Wechselausstellungen. Aktuell in der Planung ist eine Ausstellung zur Streit- und Debattenkultur.

00:06:45 – Das heutige Thema

Wir werfen einen Blick auf die Wechselausstellung ON AIR, die im Oktober 2020 eröffnet wurde. ON AIR blickt zurĂŒck 100 Jahre Radiogeschichte in Deutschland und nimmt dabei die erste öffentliche RundfunkĂŒbertragung 1920 zum Anlass. Wie lief die Planung trotz erschwerter Pandemiebedingungen und welche Kniffe, Highlights und Ausblicke bietet die Ausstellung?

00:16:40 – Expertisen

Grundwissen zum Thema Rundfunk liegen bei fast allen vor. Es gibt einen Sender, der elektromagnetische Wellen aussenden, die von einem EmpfĂ€nger wieder in Töne umgewandelt werden. SpĂ€testen ab dem Punkt, an dem man mehr in die Materie einsteigen muss, gelangt man auch mal an seine Grenzen des VerstĂ€ndnisses: Röhren, TrĂ€gerwelle, Frequenzbereiche usw. werden in einem Geschichtsstudium eher selten thematisiert. Hier greift die Expertise von außen aber auch von innerhalb der Museumsstiftung.

00:21:00 – Zielgruppen // Planung

Wechselausstellungen sollen immer eine breite Zielgruppe ansprechen und demnach auch ihre Themen verstĂ€ndlich vermitteln können. So sollen sie fĂŒr Themeneinsteiger*innen, aber auch Expert*innen interessant sein. Das nicht alles behandelt werden kann, liegt in der rĂ€umlichen Begrenzung einer jeden AusstellungsflĂ€che. Eine Ausstellung zu produzieren bedeutet also auch immer Reduktion.

00:30:00 – Wohin geht’s mit dem Radio?

Ohne Frage hat das Radio unser Hörverhalten geprĂ€gt und prĂ€gt es auch noch weiter. Man vertraut den Nachrichten im Radio. Es lĂ€uft nebenbei, bei der Arbeit oder Autofahren. Und selbst Audioinhalte wie Hörspiele und Podcasts haben ihre UrsprĂŒnge beim Radio. Es wird also nicht allzu bald verschwinden. Stellt sich also die Frage, wie es weitergehen könnte. Werden Radiosendungen womöglich bald als 360° Audio ausgespielt?

00:42:00 – Social Media-Kampagne

Begleitend zur Ausstellungsplanung wurden mehrere Social Media-Kampagnen zur Beteiligung der Besucher*innen veranstaltet. 100 Tweets zur Radiogeschichte oder der Sammlungsaufruf zu persönlichen Radiogeschichten mit passendem Bild vorm RundfunkempfÀnger. Fazit: Die Beteiligung war riesig und machte nochmals deutlich, wie allgegenwÀrtig das Radio auch noch 100 Jahre nach der ersten Rundfunksendung in Deutschland ist.

00:45:45 – Radiorundgang durch die Radioausstellung

ON AIR ereilte leider recht schnell nach der Eröffnung dasselbe Schicksal wie viele andere Ausstellungen. Ab November waren die MuseumstĂŒren vorerst geschlossen. Mit der kurzzeitigen Öffnung im FrĂŒhjahr 2021 konnten noch einige Besucher*innen die Ausstellung sehen, aber mit der erneuten Schließung bleibt der verdiente Ansturm auf die Ausstellung vorerst aus. Warum also nicht eine AudiofĂŒhrung durch die Ausstellung unternehmen und das in angebrachter Radiomanier.

01:18:00 – Fazit // Verabschiedung

Ein großes Dankeschön an Johanna, Anne und Florian fĂŒrs Dabeisein und die Einblicke in die Entstehung der Ausstellung ON AIR, die noch bis zum 24. Oktober 2021 in Berlin gezeigt wird, hoffentlich bald auch wieder mit Besucher*innen.

 

Zu Gast: Johanna Geßner, Anne-Sophie Gutsche, Florian SchĂŒtz (Museum fĂŒr Kommunikation Berlin)
Redaktion/Moderation:
 Christian Bihn
Intro- und Outro-Musik: “Hau ab!” von der CD: „Bruders große Reise“, mit freundlicher Genehmigung von Stephan Völker (www.stephan-voelker.de)

Ein Projekt der Museumsstiftung Post und Telekommunikation

Autor: Christian Bihn, 21.05.2021