Sneak Preview “#neuland: Ich, wir & die Digitalisierung”

Sneak Preview “#neuland: Ich, wir & die Digitalisierung”

Heute, am 25.03.2020, wäre die Ausstellung #neuland: Ich, wir & die Digitalisierung im Lichthof des Museums für Kommunikation in Frankfurt gemeinsam mit der Nemetschek Stiftung eröffnet worden. Das kuratorische Team hat, gemeinsam mit den Gestalterinnen von Good-to-Know und der Werkstatt SIMPLE, in den vergangenen Monaten mit viel Elan daran gearbeitet, alle Interessierten heute zum ersten Mal durch die Ausstellung zu führen und im Anschuss gemeinsam zu feiern. Nun hat uns die Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung gemacht, das Museum ist bis zum 10. April geschlossen. 

Dennoch möchten wir den heutigen Tag nutzen, um Ihnen und euch einen ersten Einblick in #neuland zu geben. Zum Zeitpunkt der geplanten Eröffnung – um 19 Uhr – laden wir zur visuellen Sneak Preview ein!

Ein Video zeigt erste Impressionen aus unserem Ausstellungsraum und lässt einige der Menschen zu Wort kommen, die unser Projekt durch ihre Mitarbeit und ihre Perspektiven auf das digitale Leben bereichert haben. Der folgende Blogbeitrag stellt zudem die Grundgedanken der Ausstellung vor, ohne dabei zu viel vorweg nehmen zu wollen. Denn selbstverständlich wünschen wir uns viele neugierige Besucher*innen, sobald die Tore der Frankfurter Museen wieder öffnen können!

Warum heißt eine Ausstellung zum Thema Digitalisierung eigentlich „#neuland“?

Schließlich bewegen sich doch die meisten von uns, beruflich und privat, täglich im Internet – und das schon seit einigen Jahren. Unser Alltag ist mittlerweile fast untrennbar verbunden mit der digitalen Realität. Viele Prozesse sind so selbstverständlich geworden, dass der oder die Einzelne ihre Bedeutung für die eigene Identität und das gesellschaftliche Miteinander kaum noch hinterfragt. Und an genau dieser Stelle setzt die Ausstellung an. Zugrunde liegt nämlich die Leitfrage:

Was hat die Digitalisierung eigentlich mit MIR zu tun?“

Diese Frage richteten wir in Kooperation mit dem Offenen Kanal Rhein Main im Vorfeld an Menschen unterschiedlichster Alters- und Berufsgruppen. Ihre Statements sind ein zentrales Element der Ausstellung. Trotz faszinierenden Diversität dieser Perspektiven war es möglich, Überthemen zu identifizieren – Bereiche, die für das Leben der meisten Menschen prägend sind, und deshalb bei der Reflektion über den eigenen digitalen Alltag immer wieder auftauchen. Wir haben die Bereiche folgendermaßen benannt: Identität, Optimierung, Kommunikation, Beziehungen und Wissen.

Bei einem Rundgang durch die Ausstellung betreten die Besucher*innen nacheinander die in sich abgeschlossenen Bereiche und können sich dort umfassend informieren – aber auch selbst aktiv werden. Jeder Bereich bietet neben Informationstexten und besonderen Expert*innen-Interviews nämlich auch interaktive Elemente, die digitale Erfahrungen analog nachbilden und so einmal ganz anders erlebbar machen. Zwischendurch bieten sich immer wieder Gelegenheiten zu Reflektion und zum gemütlichen Verweilen – denn #neuland soll auch ein Ort sein, an dem man sich einfach gerne aufhält.

Gestaltung der Ausstellung: Leichtigkeit und lebendige Farben

Aus unseren vielen kuratorischen Ideen und Wünschen habe die Gestalterinnen der Agentur Good-to-Know, Patrizia Widritzki und Kristine Fester, ein stimmiges Gesamtkonzept entwickelt, das von Leichtigkeit und einladend lebendigen Farben geprägt ist. Wir, die Kuratorinnen, sind übrigens Silke Zimmermann (Nemetschek Stiftung), Tine Nowak und Anjuli Spieker (Museum für Kommunikation).

Die #neuland-Metaphorik war prägend für das gesamte visuelle Konzept – wer die Ausstellung besucht, betritt im wahrsten Sinne des Wortes #neuland. Und so erklärt sich auch die ganz zu Beginn aufgeworfene Frage:

Warum heißt diese Ausstellung zum Thema Digitalisierung eigentlich #neuland?

Weil dieser Aspekt unseres Lebens so dynamisch ist, dass er nach wie vor (oder immer wieder) für jeden und jede von uns etwas Unbekanntes bereithält. Weil sich hinter dem eigenen Horizont neue Welten verbergen, die sowohl Gefahren als auch Chancen bereithalten. Weil sich diese Welten mit jedem Schritt vorwärts immer weiter erschließen. Und weil all das so sehr an die historische Erschließung der Terra Incognita erinnert, des Unbekannten Lands – oder eben Neulands.

Autorin: Anjuli Spieker  23. März 2020

Vernetzung gestern und in Zeiten von Corona

Vernetzung gestern und in Zeiten von Corona

Der Datenverkehr schnellt während der Corona-Isolation in die Höhe. Auch am weltweit größten Internetknoten in Frankfurt ist das derzeit zu spüren. Doch die Möglichkeit, über ausgedehnte Netzwerke weite Distanzen zu überwinden und Informationen auszutauschen, beschäftigte auch schon Menschen im vergangenen Jahrhundert. Wir stellen euch in den nächsten Wochen vier der Phänomene vor, die in unserer Dauerausstellung behandelt werden. Den Auftakt macht das Phänomen „Vernetzung“, elementar in Zeiten von Heimarbeit, Schulausfall und sozialer Distanzierung.

Phänomene in der Dauerausstellung

Kommunikations- und Mediengeschichte lässt sich aus zahlreichen Perspektiven betrachten. Das Museum für Kommunikation in Frankfurt eröffnet den Besucher*innen in seiner Dauerausstellung vier dieser Blickwinkel auf ein spannendes Kapitel menschlicher Evolution. Die Phänomene „Vernetzung“, „Beschleunigung“, „Teilhabe“ und „Kontrolle“ sind prägend für die Art und Weise, wie wir Informationen austauschen – und fungieren deshalb in der 2017 eröffneten Ausstellung im hellen Untergeschoss des Museums als „Überschriften“ für zahlreiche Geschichten rund um die technische Entwicklung und Verfeinerung dieses Austauschs.

Berichtet wird von historischen Meilensteilen wie der Entwicklung der Keilschrift oder dem Untergang der Titanic aber auch von Kuriositäten wie der Veröffentlichung von Schallplatten, die aufgrund von Materialknappheit und staatlicher Zensur aus alten Röntgenaufnahmen hergestellt wurden. In den kommenden Wochen werden wir Ihnen nach und nach alle vier Kommunikations-Phänomene kurz vorstellen, in dem wir Ihnen einige unserer Lieblingsgeschichten erzählen.

Phänomen Vernetzung

Den Auftakt macht das Phänomen „Vernetzung“ – heute, in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung, ein scheinbar allgegenwärtiges Schlagwort. Vernetzung beschäftigte schon viele Menschen in vergangenen Jahrhunderten. Der Ausbau von Passagierschifffahrt und Eisenbahnstrecken, sowie die Entwicklung der Telegrafie sind Zeichen eines gesteigerten Bedürfnisses, über – früher schier unüberbrückbar erscheinende – geographische Distanzen hinweg Kontakt miteinander aufzunehmen.

Bedingt durch dieses Bedürfnis stieg auch die Notwendigkeit, dass neue Kommunikationsnetzwerke zuverlässig funktionierten und alle Beteiligten dies durch kompetenten Umgang gewährleisteten.

“We are sinking!” – die Titanic-Katastrophe

 

Der Untergang der Titanic – des größten und luxuriösesten Passagierschiffes der damaligen Zeit – ist ein Beispiel dafür, dass ein Mangel an Know-How bei gleichzeitig überbordenden Ambitionen verheerende Folgen haben kann. Denn der an Board befindliche und damals hochmoderne Drahtlos-Telegraf wurde in erster Linie für das Versenden privater Nachrichten genutzt. Bei der Navigation wollte sich der Kapitän des Schiffs dagegen lieber nicht auf die neue Technologie verlassen und ignorierte die vorliegende Warnung über das nahende Eisbergfeld. Nach der Kollision sendete die Titanic dann einen Notruf an andere Schiffe in der Umgebung – der aber ausgerechnet auf dem nächstgelegenen Dampfer ungehört blieb, weil der dortige Funker fest schlief.

Bringt uns die zunehmende Vernetzung einander näher?

Nach dem Titanic-Unglück wurden internationale Kommunikationsstandards für die Schifffahrt festgelegt, die unter anderem vorschrieben, dass Funkkabinen rund um die Uhr besetzt sein müssen. So gewährleistet die drahtlose Vernetzung fortan eine sichere Reise auf See.

Heute sind wir dank des Internets sogar noch besser miteinander vernetzt als jemals zuvor – die Grenze zur digitale Welt ist fließend geworden. In Zeiten von Corona stellen wir uns mehr denn je die Frage: Bringt uns die zunehmende Vernetzung einander auch näher?

Autorin: Anjuli Spieker
21. März 2020

#neuland – Eine Ausstellung entsteht

#neuland – Eine Ausstellung entsteht

Stellen wir uns die Digitalisierung und ihre Folgen für die Gesellschaft einmal als großes Land vor: Ein Land, in dem es jenseits der von einem Großteil der Weltbevölkerung täglich beschrittenen Pfade noch unendlich viel zu entdecken gibt. In dem allen neue Möglichkeiten der Selbstverwirklichung offen stehen und gleichzeitig Überwachung zur Tagesordnung gehört. In dem es Informationsschätze zu heben gilt und in dem mit Daten bezahlt wird. In diesem Land bewegen sich die meisten jeden Tag mit größter Selbstverständlichkeit.

Wir überschreiten unbemerkt seine Grenzen, wenn wir unser Smartphone herausholen und eine  Nachricht beantworten. Wenn wir kontrollieren, ob unser Zug pünktlich ist oder wenn wir auf der folgenden Fahrt einen Podcast anhören. Wenn wir im Büro E-Mails beantworten und mit Kolleg*innen in anderen Städten Skype-Konferenzen abhalten. Die Digitalisierung ist längst Teil unseres Alltags geworden. Und dennoch gibt es am Horizont dieses Landes auch Regionen, die uns wie „Neuland“ erscheinen.

Das liegt zum einen daran,  dass sich die Oberfläche durch neue technische Entwicklungen ständig verändert. In keiner Epoche der Menschheitsgeschichte geschahen Innovationen im Informations- und Kommunikationssektor in so hoher Frequenz. Soziale Netzwerke, die heute noch beliebt sind, können morgen schon durch eine andere Plattform abgelöst werden, die vielleicht spezifischer auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe zugeschnitten ist. Manche Plattformen agieren besonders erfolgreich, indem sie junge Menschen adressieren: So sind etwa 90 % der etwa 1 Milliarde Instagram-Nutzer*innen unter 35. Die App zählt gemeinsam mit Facebook, Youtube und Whatsapp zu dem am stärksten genutzten SocialMedia-Plattformen weltweit.

Gerade am Beispiel von SocialMedia lässt sich illustrieren, warum es interessant ist, nach den Folgen der Digitalisierung für die Gesellschaft und die Identität des Einzelnen zu fragen. Denn an die Art, wie und mit wem wir täglich in Kontakt treten und vor allem, wie wir uns selbst dabei darstellen, knüpfen sich wichtige sozialpsychologische Fragen.

Wie entwickelt sich unsere Identität, wenn sich ein großer Teil unserer Selbstdarstellung online abspielt? Verändert die Kommunikation über soziale Medien langfristig unsere zwischenmenschlichen Beziehungen? Und was bedeutet es für die Demokratie, wenn Phänomene wie HateSpeech beginnen, bis auf höchste politische Ebenen den Ton zu bestimmen?

Die #neuland-Ausstellung

Mit all diesen Fragen wird sich die Ausstellung #neuland – Ich, wir und die Digitalisierung beschäftigen, die wir gemeinsam mit der Nemetschek-Stiftung seit einigen Monaten planen.  „Wir“, das sind Silke Zimmermann, Programmleiterin der Nemetschek-Stiftung, Tine Nowak, Projektleiterin von Leben & Lernen X.0, und Anjuli Spieker, Projektmitarbeiterin und Wissenschaftliche Volontärin.

Aktuell befinden wir uns mitten in einer intensiven inhaltlichen Konzeptionsphase. Zuvor gab es bereits mehrere Workshops, im Rahmen derer wir die Expertise von verschiedenenen Museumskolleg*innen und Externen nutzen konnten, um neue Ideen zu entwickeln und miteinander zu verknüpfen. Die gestalterische Umsetzung all dieser Ideen übernimmt übrigens das dynamische Gestalter*innen-Duo Kristine Fester und Patrizia Widritzki von Good to Know, einer Agentur für räumliche Wissensvermittlung.

Das besondere an unserer gemeinsamen Ausstellung ist ihr offener und lebendiger Charakter: Sie soll Dialograum und Kommunikationsort sein, sie möchte unsere Besucher*innen zur Reflexion und zum Diskutieren einladen und sie soll gleichzeitig viele „Aha!“-Moment auslösen. Haben Sie sich beispielsweise auch schon mal gefragt, was es eigentlich mit Algorithmen auf sich hat oder was genau eine Blockchain ist? Aber auch inwiefern die stetig fortschreitende Digitalisierung unseren Alltag prägt.

Im Rahmen der Ausstellung sollen diese und ähnliche Fragen von ganz unterschiedlichen Menschen aus ihrer Lebenwelt heraus beantwortet werden. Unsere Leitfrage ist: Was hat der Digitale Wandel mit mir zu tun?

 

Raum, Farbe, Form

Die Ausstellung wird ab Ende März bis Ende August 2020 im 2. Obergeschoss des Museums zu sehen sein. Noch steht die Raumaufteilung nicht fest und wir arbeiten in Entwurfsversionen. Die runden Farbflächen stehen für unterschiedliche Themencluster, die von dem gelb markierten offenen Dialogräumen gerahmt werden.

 

Derzeit sind Material- und Farbauswahl ein großes Thema. Im Juli waren wir Good to Know in der Werkstatt des Ausstellungsbauers in Köln und konnten uns dort schon umschauen. So viel vorab: Wir werden mit hellem Holz, buntem Lochblech und viel natürlichem Licht arbeiten. Und natürlich sollen die Möbel dann Raum gestalten für Workshops, um sich kreativ auszutoben, oder um in den gemütlichen Sitzmöbeln seinen Gedanken nachzuhängen.

Abstrakte Ideen und Konzepte nehmen zunehmend konkrete Formen und Farben an. Vor unserem geistigen Auge entsteht langsam die Ausstellung. Bis März ist noch einiges zu tun, aber wir freuen uns auf den kreativen Prozess und laden alle ein, uns hier auf unserem Blog dabei zu begleiten!

Autorin: Anjuli Spieker

“Perform Europe” – Partizipative Kunst

“Perform Europe” – Partizipative Kunst

Das partizipative Work-in-Progress-Kunstprojekt war vom 20. Februar bis zum 4. März 2018 im Museum für Kommunikation Frankfurt zu Gast in der Reihe Leben & Lernen X.0 zum Thema Zukunft der Demokratie. “Perform Europe!” war der Aufruf zu einer künstlerischen Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung und zur performativen Erschließung Europas. Besucher und Besucherinnen erstellten mit der Künstlerin Patricia Ines Hoeppe und Studierenden der Frankfurt University of Applied Science eine emotionale Landkarte Europas. Jeder war eingeladen, Gemeinsamkeiten, Schnittmengen sowie Ängste und Konflikte künstlerisch darzustellen.Orte, Erinnerungen und Visionen ließen Stück für Stück eine einmalige Collage und ein lebendiges Porträt Europas entstehen.

Wie erleben wir Europa und wie nehmen wir selbst daran teil?

Wo verlaufen in unserer Gesellschaft Bruchlinien? Wo gibt es Grenzen oder Brücken zwischen den Kulturen?

Die Veranstaltung war Auftakt eines zweijährigen Forschungsprojektes, das neue emotionale und künstlerische Zugänge zur Bürgerbeteiligung ermöglichen will. Es wurde und wird in weiteren europäischen Ländern fortgesetzt und vernetzt sich länderübergreifend digital durch Statements aus Interviews und Videoaufzeichnungen, die begleitend zum künstlerisch-performativen Prozess an den unterschiedlichen Standorten entstehen.

EUROPA-MAPPING als Methode der demokratischen Bewusstseinsbildung

Das Projekt “Perform Europe!” der Künstlerin Patricia Ines Hoeppe basierte auf der Grundthese, dass Performative Kunst kulturbildende und demokratische Kräfte besitzt, wenn sie dem Prinzip der Teilhabe folgt. Gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern wurde innerhalb von zwei Wochen auf einer 5 x 5 Meter großen Bodenkarte und einem Rundfries eine performative Vermessung Europas inszeniert. Die grafischen und collagierten Einzeichnungen ließen ein Grundmuster europäischer Themen entstehen, bildeten persönliche Standpunkte ab und eröffneten das Gespräch. Vorerfahrung wurde für die Beteiligung nicht benötigt.

Die Künstlerin – PATRICIA INES HOEPPE

Patricia Hoeppe ist Bildende und Performance Künstlerin und seit 2012 Professorin für Intermedia und Performative Künste im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit und im Masterstudiengang Performative Künste in sozialen Feldern an der Frankfurt University of Applied Sciences; letzteren konzipierte sie maßgeblich mit. Nach Studien der Bildenden und Performance Kunst, Psychologie mit Psychomotorik und Kommunikationsdesign führte sie künstlerische Projekte im nationalen und internationalen Kontext durch. Sie stellte u.a. auf der Sydney Biennale 2016, Fotoweek Düsseldorf 2016, Art Cologne, Cabaret Voltaire/Zürich, KiT/Kunsthalle Düsseldorf, Artspace Sydney/Australien aus.

In ihren Projekten spürt sie soziale Problemfelder auf, um Lösungsimpulse künstlerisch und in Form partizipatorischer Installationen und Situationen zu initiieren. Ihre aktuelle Forschung beschäftigt sich mit der gesellschafts- und kulturkonstituierenden Wirkung Performativer Künste: In “Performed City” (2012-2014) entwickelte sie die Methodik der Performativen Stadtaufstellung und -konstitution und führte das Bürger-Happening ein. In “The Big Arrival – Schatten der Flucht” (2015-2017) stand der künstlerische Umgang mit der Flüchtlingsthematik im Fokus ihrer Arbeit und seit 2013 beschäftigt sie sich im Rahmen des Performance-Parcours “Perform Democracy!” mit kulturell-demokratischer Bildung in Migrationskulturen. Ihr aktuelles Projekt “Perform Europe!” widmet sich der (Per-)Formung Europäischer Kultur.

Weitere Informationen unter www.patriciahoeppe.com sowie zu den Studiengängen Soziale Arbeit unter www.frankfurt-university.de/basa und Performative Künste in Sozialen Feldern unter www.frankfurt-university.de/performa.

Autorin: Anjuli Spieker

Debatten-Dienstag – “Wir müssen reden!”

Debatten-Dienstag – “Wir müssen reden!”

Notizbuch. Foto: MSPT | Stefanie Kösling

Aus dem Bürgerforum im Herbst 2017 entstand die Idee, eine Veranstaltungsreihe zu konzipieren, bei der Frankfurter Bürger*innen sich gezielt über Themen informieren können, die ihnen im Zusammenhang mit der fortschreitenden Digitalisierung besonders wichtig sind. Gleichzeitig war es dem kuratorischen Team ein großes Anliegen, dass sich die Teilnehmer*innen jederzeit selbst aktiv in den Diskurs einbringen können. Ergebnis der gemeinsamen Überlegungen ist die die Veranstaltungsreihe „Digitale Diskussionskultur – Wir müssen reden!“, kurz: Debatten-Dienstag.

 

Die Idee

AlleKübra Gümüşay mit Mikrofon. Notizbuch. Foto: MSPT | Stefanie Kösling zwei Monate kommen seit August 2018, jeweils an einem Dienstagabend, drei Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft im Museum für Kommunikation zusammen und diskutieren über Fragen, die unsere digitaler werdende Gesellschaft  prägen. Es geht um Hate Speech und den richtigen Umgang mit ihr; um digitale Demokratie; um alternative Kommunikationskanäle; um Datenschutz, Kontrolle und digitale Freundschaften.

 

Das Format

Das Auditorium der Fishbowl. Foto: MSPT | Stefanie KöslingModeriert werden die Gäste dabei von Indre Zetzsche und seit 2010 von Tine Nowak. Aber – und das macht  das Format so besonders – sie diskutieren nicht nur miteinander, sondern auch mit den Besucher*innen. Ermöglicht wird dieser Austausch durch das Format der „Fishbowl-Diskussion“. Ein Stuhl in der Runde ist frei für die Teilhabe des Publikums. Die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen, wird viel und gern genutzt – gleichzeitig bleibt auch immer genug Raum, vom Wissen der eingeladenen Expert*innen zu profitieren.

 

Die Digital-Version

Frau am Smartphone. Foto: MSPT | Stefanie KöslingUnd das nicht nur im Museum selbst: Die Veranstaltungen werden auf LebenX0.de und Facebook live gestreamt und können später bei Youtube nachgeschaut werden! Wer per Stream dabei ist, kann sich in die Debatte einklinken, indem unter den Hashtags #lebenX0 oder #debattendienstag bei Twitter ein Kommentar abgegeben wird. Mitarbeiter*innen des Museums begleiten die Diskussion online und bringen konstruktives Feedback oder Fragen gern in die Runde ein.

 

Die Gäste

Zu GaJörn Müller-Quade diskutiert. Foto: MSPT | Stefanie Köslingst waren bislang z.B. Kübra Gümüşay, Netzaktivistin und Journalistin; Louis Klamroth, Moderator der mit dem deutschen Fernsehpreis ausgezeichneten Politshow „Klamroth’s Konter“; der Youtuber Mirko Drotschmann, besser bekannt als „Mr. Wissen2go“; die Bürgerrechtlerin Katharina Nocun sowie Prof. Dr. Ursula Münch, Leiterin der Akademie für politische Bildung in Tutzing.

Gemeinsam mit anderen, wunderbaren Gästen gestalteten sie informative und unterhaltsame Abende…

…für und mit einem sehr gemischten und stets diskussionsfreudigen Publikum.

Das Auditorium hört zu. Foto: MSPT | Stefanie Kösling

Wie es scheint, schließen sich viele engagierte Menschen unserer Ansicht an: Wir müssen reden!“

Autorin: Anjuli Spieker